HKCM-Wochenrückblick 22.04.2024 – 26.04.2024
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HKCM-Wochenrückblick 22.04.2024 – 26.04.2024

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Florian Winter

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.

Montag ­– Nach zwölf Jahren: Cum-Ex-Chefermittlerin wirft hin  

Im letzten Wochenrückblick des Februars hatten wir darüber berichtet, dass mit Hanno Berger der Cum-Ex-Architekt acht Jahre ins Gefängnis gehen und darüber hinaus eine Strafzahlung in Höhe von 13.7€ Millionen leisten muss. Überraschend wurde nun am Montag bekannt, dass die Chefermittlerin im Cum-Ex-Skandal – der die Steuerzahler bis zu zwölf Milliarden Euro kostete – zurückgetreten ist. Anna Brorhilker hat laut übereinstimmenden Medienberichten bei der Generalstaatsanwaltschaft eine sogenannte Bitte um Entlassung aus dem Beamtenverhältnis eingereicht. Abgeschlossen ist der wohl größte Steuerskandal der deutschen Geschichte noch längst nicht, weiterhin laufen Ermittlungen gegen mehr als 1700 Beschuldigte. Brorhilker, die rund zwölf Jahre in diesem Fall federführend agierte, konnte mit ihrem Team Kronzeugen gewinnen und somit seit 2019 für einige rechtskräftige Urteile sorgen. Auch waren es Brorhilkers Ermittlungen, die prominente Akteure der deutschen Politlandschaft mit den Steuerbetrügereien in Verbindung brachten – befragt wurden unter anderem Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Peer Steinbrück und der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz. Sie wissen schon: Der mit den Erinnerungslücken. Brorhilker begründet ihren Rücktritt jedenfalls unter anderem damit, dass sie nicht zufrieden damit sei, „wie in Deutschland Finanzkriminalität verfolgt“ werde. Es gehe in vielen Fällen „um Täter mit viel Geld und guten Kontakten“, welche „auf eine schwach aufgestellte Justiz“ treffen. Beschuldigte können sich Brorhilker zufolge oftmals aus den Verfahren herauskaufen: „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“. Auch von der Politik zeigt sich die 50-Jährige enttäuscht. Hier fehle es an einer umfangreichen Aufarbeitung des Vergangenen sowie sinnvollen Konzepten, um solche Fälle der Steuerhinterziehung zu verhindern.

Dienstag – Spotify schreibt wieder grüne Zahlen

Zuletzt hatten wir Spotify bei der HKCM News im Zusammenhang mit einer Klage gegen den Apple-Konzern thematisiert, war das schwedische Streaming-Unternehmen doch aufgrund einer potenziellen Verzerrung des Wettbewerbs in der Musik-Streaming-Branche gegen den iPhone-Konzern vor Gericht gezogen – und hatte damit letztlich auch Erfolg. Erfolgreich verliefen für Spotify nun auch die ersten drei Monate 2024, nachdem die vorangegangenen Quartale mit schwachen Ergebnissen und roten Zahlen abgeschlossen wurden. Zuletzt hatte das Unternehmen deshalb auch rund 1500 Stellen gestrichen, das Marketing merklich zurückgefahren und die Preise für sein Produkt angehoben. Und dennoch verzeichnete der Streaming-Dienst im ersten Quartal 2024 einen Anstieg der Abonnentenzahlen. Laut einer Mitteilung des Unternehmens aus Stockholm stieg die Anzahl der sogenannten Premium-Nutzer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ganze 14 Prozent, auf nun 239 Millionen. Insgesamt konnte Spotify eine Steigerung auf monatlich 615 Mio. aktive Nutzer verzeichnen, was fast einem Fünftel mehr entspricht als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. CEO Daniel Ek geht davon aus, dass die Zahlen im nun laufenden Quartal weiter ansteigen dürften, in den Monaten April bis Juni rechnet er zudem mit einem operativen Gewinn in Höhe von 250€ Millionen. Welcher somit rund 40 Prozent über der Expertenschätzung liegen würde. Im abgelaufenen Quartal kam Spotify auf 168€ Millionen – in den ersten drei Monaten 2023 stand hier noch ein Verlust von 156€ Millionen zu Buche. Die Spotify-Aktie analysieren wir (bislang noch) nicht, dafür das Papier des chinesischen Pendants Tencent Music – und zwar gemeinsam mit 19 anderen Hochkarätern aus dem Reich der Mitte, im Rahmen unseres China-Titans-Aktienpakets.

Mittwoch – Folgt CZ auf SBF? Staatsanwaltschaft fordert Haft für Binance-Gründer

Samuel Bankman-Fried (kurz: SBF), Gründer der betrügerischen Krypto-Plattform FTX, die im November 2022 kollabierte und den gesamten Sektor zeitweise mit in den Abgrund riss, wurde kürzlich zu einer Haftstrafe in Höhe von 25 Jahren verurteilt, angefreundet hat er sich damit aber wohl noch nicht. Nun könnte SBF bald prominente Gesellschaft aus dem Krypto-Space bekommen – zumindest, wenn es nach den Strafverfolgern in den USA geht: Diese fordern nämlich bis zu 36 Monate Haft für den zuletzt zurückgetretenen Gründer der nach Handelsvolumen weltweit größten Krypto-Börse Binance Changpeng Zhao (kurz: CZ). Nachdem sein Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen monatelang unter Beschuss der nordamerikanischen Börsenaufsicht SEC (engl.: United States Securities and Exchange Commission) stand und auch in Teilen Europas mächtigen Gegenwind bekam, trat CZ im vergangenen November von seiner Position als CEO zurück und bekannte sich unter anderem schuldig, gegen das Geldwäschegesetz in den Vereinigten Staaten verstoßen zu haben. Das Unternehmen zahlte daraufhin eine Strafe in Höhe von $1.8 Milliarden sowie $2.5 Milliarden an Schadensersatz. Ursprünglich standen für Zhao 18 Monate Haft im Raum, seine Verteidiger ließen verlauten, dass sie bei diesem Strafmaß keine Berufung einlegen würden. Nun möchte die Staatsanwaltschaft den gefallenen Krypto-Star also doppelt so lang hinter die schwedischen Gardinen verfrachten.

Donnerstag – BHP und Anglo American: $38 Milliarden-Deal im Minensektor? 

Die Nachfrage nach vielen Edel- und Industriemetalle ist auf einem Rekordhoch. Während der Goldpreis jüngst ein neues Allzeithoch erreichte und auch das Silber massiv auf der Oberseite anzog, wetteifern China und die USA um das für die Erzeugung von Nuklearenergie notwendige Uran. Indes erfreuen sich auch die Metalle Platin und Palladium einer massiven Nachfrage – und auch auf dem Kupfermarkt herrscht ein umkämpftes Treiben. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Big Player im Minensektor ihre Positionen weiter stärken möchten, so wie beispielsweise auch das britisch-australische Bergbauunternehmen Rio Tinto, welches im Februar bekanntgab, für rund $20 Milliarden eines der weltweit umfangreichsten Eisenerz-Vorkommen zu erschließen. Wie nun am Donnerstag bekannt wurde, könnte es in der Bergbau-Branche zeitnah zu einer Mega-Übernahme kommen: Für sage und schreibe knapp $38.8 Milliarden möchte der australische Minen-Gigant BHP den britischen Konkurrenten Anglo American übernehmen, das Angebot soll bereits Mitte April abgegeben worden sein. Anglo American rückte zuletzt zunehmend in den Fokus der großen Bergbaukonzerne – auch weil es über umfangreiche Kupfervorkommen im Süden Amerikas verfügt. Im Jahr 2023 förderte BHP unter anderem etwa 1.2 Millionen Tonnen Kupfer, mit den rund 826 000 Tonnen, die seitens Anglo American abgebaut wurden, läge der Marktanteil – im Falle eines Zusammenschlusses – bei gut zehn Prozent. Anglo American kommt nach deutlichen Kursverlusten in den letzten zwölf Monaten aktuell auf eine Marktkapitalisierung von $33.77 Milliarden, der Börsenwert von BHP liegt bei rund $149 Milliarden. In unserem Minen-Paket analysieren wir zwar keines der beiden Wertpapiere, dafür aber andere wichtige Unternehmen der Bergbaubranche wie Barrick Gold, Fresnillo, Agnico Eagle Mines oder die Newmont Corporation. Ebenfalls im Paket enthalten sind die beiden Minen-ETFs GDX und GDXJ.

Freitag – (Auch) wegen KI: Google und Microsoft übertreffen die Erwartungen  

Der Hype um Künstliche Intelligenz bleibt ungebrochen. Nachdem es in den vergangenen Tagen und Wochen im Tech-Sektor, zumindest auf den Charts, zu nicht unwesentlichen Rücksetzern kam, läuft es bei den nordamerikanischen Big Playern um Google und Microsoft aus fundamentaler Sicht weiterhin gut, von dem schwächelnden Tesla-Konzern mal abgesehen. Und das vor allen Dingen aufgrund diverser Aktivitäten im KI-Bereich. Microsoft, das bereits früh in den KI-Pionier OpenAI investierte und darüber hinaus immer wieder neue vielversprechende KI-Start-ups auftut, wie das französische Unternehmen Mistral oder die Firma G42 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, konnte mit den jüngst präsentierten Zahlen auf ganzer Linie überzeugen: So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf $61.9 Milliarden, erwartet wurden „lediglich“ $60.9 Milliarden. Beim Gewinn je Aktie, der im ersten Quartal 2023 bei $2.35 lag, konnte das wertvollste Unternehmen der Welt mit $2.94 die Analystenprognose in Höhe von $2.66 ebenfalls deutlich übertreffen. Derweil wartete auch der Suchmaschinen-Gigant Google mit starken Zahlen auf: Um 15 Prozent schraubte das Unternehmen den Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich nach oben und nahm somit $80.54 Milliarden ein. Auch hier wurde etwas weniger erwartet, nämlich $79 Milliarden. Und auch beim Gewinn je Anteilsschein übertraf der Alphabet-Konzern die Analystenerwartungen klar, statt $1.53 blieben unterm Strich $1.89 stehen. Für Begeisterung unter den Anlegern sorgte zudem die Ankündigung, dass man am 17. Juni erstmalig eine Dividende in Höhe von $0.20 je Aktie auszahlen werde. Die Alphabet-Aktie sprang nachbörslich um über zehn Prozent nach oben und auch das Microsoft-Papier legte nach Handelsschluss nochmals deutlich zu. Beide Aktien analysieren wir übrigens in unserem TECH33-Aktienpaket, der Microsoft-Anteilsschein ist darüber hinaus auch fester Bestandteil des US-Titans-Paket.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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