Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – Mit eigenem Frachter nach Deutschland: BYD startet Europa-Großoffensive
Am Sonntag legte erstmals ein vom führenden E-Autobauer BYD gecharterter Frachter in Bremerhaven an; ab Montag wurden dann die ersten Fahrzeuge abgeladen. Insgesamt sollen rund 3000 Autos von Bord gerollt sein. Zuvor machte das Transportschiff im niederländischen Vlissingen Halt. Nach dem Aufenthalt im BLG-Autoterminal Bremerhaven, der mit jährlich über 1.7 Millionen umgeschlagenen Fahrzeugen einer der größten Autoterminals weltweit ist, geht’s für den BYD Explorer No. 1 erst weiter nach Belgien und dann zurück nach China. Und das ist lediglich ein Vorgeschmack auf die geplante BYD-Europa-Offensive. So plant der Branchenprimus zukünftig, mit insgesamt acht eigenen Frachtern regelmäßig Autos nach Europa zu schippern; allein in Deutschland sollen über 100 BYD-Autohäuser entstehen, in Ungarn ist ein eigenes Werk geplant. Inwiefern hier die EU-Kommission einschreitet, bleibt abzuwarten. Schon seit geraumer Zeit wirft Brüssel der chinesischen Regierung vor, den eigenen Automobilkonzernen mit starken Subventionen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der europäischen respektive westlichen Konkurrenz zu verschaffen. Im Raum stehen etwaige Strafzölle oder gar Einfuhrverbote. Die europäische Konkurrenz, allen voran die deutschen Konzerne rund um Volkswagen, sollte sich dennoch warm anziehen, denn: BYD macht Ernst! Einen ehemals hoffnungsvollen nordamerikanischen Konkurrenten hat man in den letzten Tagen schonmal aus dem Markt gedrängt: Apple begräbt seine E-Auto-Pläne und wendet sich verstärkt der Künstlichen Intelligenz zu, um nicht den Anschluss an den KI-Talentscout Microsoft zu verlieren, der in Frankreich den nächsten Shootingstar aufgetan haben könnte.
Dienstag – Urteil bestätigt: Cum-ex-Architekt muss acht Jahre in den Knast
Wie am Dienstag bekannt wurde, ist die Schlüsselfigur im Cum-ex-Skandal, Hanno Berger, mit einer Beschwerde vor Gericht gescheitert. So urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Verfassungsbeschwerde des sogenannten Cum-ex-Paten unzulässig ist, da „sie nicht hinreichend begründet“ worden sei. Ende 2022 wurde Berger vom Bonner Landgericht aufgrund dreier Fälle besonders schwerer Steuerhinterziehung zu einer achtjährigen Haftstrafe verdonnert. Auch ordnete das Gericht eine Strafzahlung in Höhe von 13.7€ Millionen an. Daraufhin ging der 72-Jährige in Revision, welche aber vom Bundesgerichtshof abgewiesen wurde. Dieses Urteil wurde nun von der nächsthöheren Instanz bestätigt. Beim Cum-ex-Skandal wurden durch den mehrfachen Handel von Aktien rund um den Dividendenstichtag Steuerrückerstattungen auf Dividenden eingezogen, die nie gezahlt wurden. Es handelte sich um einen der größten Steuerbetrugsskandale in der Geschichte Europas, der vielen Parteien Verluste in Milliardenhöhe bescherte. Auch aufgrund verweigerter Aussagen von involvierten politischen Akteuren konnte der Skandal damals nur teilweise aufgeklärt werden. Die Richter am Bundesverfassungsgericht scheinen sich noch sehr gut daran zu erinnern, was damals passiert ist und bestehen auf der hohen Strafe gegen Berger.
Mittwoch – Axel Springer und Co: Milliarden-Klage gegen Google
32 europäische Medienunternehmen, allen voran der deutsche Axel Springer-Verlag, verklagen den Suchmaschinenbetreiber Google zum Ausgleich entstandener Verluste auf insgesamt 2.3€ Milliarden. Der Vorwurf lautet auf wettbewerbsschädigendes Verhalten. Die Anwälte der klagenden Parteien argumentierten: „Ohne den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch Google hätten die Medienunternehmen deutlich höhere Werbeeinnahmen erzielt und niedrigere Gebühren für Dienstleistungen rund um Online-Werbung gezahlt. Diese Mittel hätten in die Stärkung der europäischen Medienlandschaft reinvestiert werden können.“ Verwiesen wurde in der Klage auf ein 2021 in Frankreich gesprochenes Urteil, als Google nach einem ähnlichen Prozess eine Strafzahlung in Höhe von 220€ Millionen leisten musste. In den Ruin treiben würde eine Strafe in Höhe von 2.3€ Milliarden den Konzern indes nicht: Alphabet macht jährlich mehr als 200€ Milliarden Umsatz allein mit Online-Werbung. Der Prozess ist kein Einzelfall: Immer häufiger entbrannten zuletzt juristische Streitigkeiten zwischen Tech-Giganten und großen Medienunternehmen. Der Axel Springer-Verlag forderte auch vom KI-Giganten OpenAI finanzielle Kompensation – dabei ging es um Lizenzverstöße durch die Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte beim Training von KI-Modellen wie ChatGPT. OpenAI einigte sich mit dem BILD-Eigentümer auf jährliche Zahlungen von mehreren 10€ Millionen. Nicht so reibungslos verläuft momentan ein Gerichtsstreit mit der nordamerikanischen Tageszeitung New York Times, die OpenAI auffordert, Teile seiner Chatbot-Software zu vernichten. OpenAI wiederum wirft der Times vor, ChatGPT gehackt zu haben.
Donnerstag – Führungskräfte-Karussell bei krisengeplagtem Bayer-Konzern
Im Hause Bayer hängt der Haussegen gehörig schief: Die jüngsten Zahlen waren enttäuschend, die Dividende wurde daraufhin um 95 Prozent gekürzt. CEO Bill Anderson will in der kommenden Woche seine Strategie präsentieren, mit deren Hilfe sich der Pharmariese endlich aus dem langjährigen Tal herausarbeiten soll. Im Vorfeld wurden nun bereits weitreichende Personalveränderungen vollzogen, wie gestern bekanntgegeben wurde: Der bis dato im Vorstand für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten verantwortliche Heiko Schipper wird das Unternehmen verlassen, seinen Platz nimmt der Kolumbianer Julio Triana ein, der zuvor als Koordinator des internationalen Handels tätig war. Im Aufsichtsrat wird es ebenfalls zu personellen Anpassungen kommen: So soll der aktivistische Hedgefonds-Manager Jeffrey Ubben in den Aufsichtsrat einziehen. Ebenfalls in dieses Gremium gewählt werden – unter anderem aufgrund der anhaltenden Klagewelle in den USA – die Juristin Lori Schechter sowie die Biotech-Fachfrau Nancy Simonian. Den Aufsichtsrat verlassen indes Otmar Wiestler und der ehemalige Gilead-Vorstand Norbert Bischofberger. Damit macht Bayer seine Ankündigung einer umfangreichen Personalrotation auf Führungspositionen wahr. Künftig soll der Konzern weiter verschlankt werden – Geschäftsführer Anderson sprach schon vor Wochen von einer „radikalen Neuausrichtung”. Als Teil der wichtigsten Unternehmen Deutschlands führen wir auch Bayer in unserem DAX40-Paket.
Freitag – BlackRocks Bitcoin-ETF bricht historischen $10-Milliarden-Rekord
Bis knapp unter sein Allzeithoch vom letzten Bullenmarkt 2021 schnellte der Bitcoin in den letzten Tagen hoch, maßgeblich befeuert durch immense Handelsvolumina in den Mitte Januar genehmigten Bitcoin-Spot-ETFs. Der vergangene Donnerstag schlug mit rund $7.5 Milliarden Handelsvolumen in allen zehn Bitcoin-Spot-ETFs zu Buche und stellte damit einen neuen Rekord auf. Die bisherige Bestmarke hatte der allererste Handelstag mit gerade einmal rund $3 Milliarden gehalten. Die nächste historische Erfolgsnachricht für die Bitcoin-ETFs folgte auf dem Fuß: Am Freitag erreichte der IBIT von BlackRock einen Marktwert von $10 Milliarden – und das so schnell wie kein ETF zuvor in der Börsengeschichte. Von 3400 in den Vereinigten Staaten handelbaren ETFs besitzen nur 152 ein Gesamtgewicht in dieser Rangordnung; ein Großteil dieser Fonds wird schon seit mehr als zehn Jahren gehandelt. BlackRock knackte diese Marke innerhalb von gut einem Monat. Ähnlich wie sein ETF-Konkurrent Gold werde Bitcoin zusehends ein sogenanntes Risk-Off-Asset, also eine Anlage, auf die in unsicheren wirtschaftlichen Phasen zurückgegriffen wird, sagte die Investorin Cathie Wood. Laut einer Analyse ihrer Investmentfirma Ark Invest habe „der Bitcoin-Preis den Goldwert in den letzten sieben Jahren um das Zwanzigfache übertroffen". Demnach glauben die Finanzexperten, „dass dieser Trend anhält, weil Bitcoins Rolle im Finanzmarkt immer wichtiger wird.“ Wer von dieser Entwicklung profitieren möchte, ist mit unserem Bitcoin/Ethereum-Analysepaket hervorragend beraten. Inkludiert sind kurz- und langfristige Kursprognosen sowie Signale zu lukrativen Einstiegs- und Handelsmöglichkeiten.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!





