USA bewerten Cannabis neu: Starten Canopy, Curaleaf und Co. historische Rallye?
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USA bewerten Cannabis neu: Starten Canopy, Curaleaf und Co. historische Rallye?

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Simeon Koch

Der Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA geht in seine heiße Phase. Und ausgerechnet jetzt droht Amtsinhaber Joe Biden die so wichtige Unterstützung aus jungen und linksliberalen Wählerschichten zu verlieren. Anfang des Jahres versuchte er, die demokratische Klientel mit harsch kritisierten Export-Beschränkungen für Erdgas zufriedenzustellen und schob den Umweltgedanken vor. Der positive Effekt hielt aber nicht lange an: Geopolitische Krisen rund um Israel, umstrittene Einsätze des Militärs gegen Verbündete des Iran und wachsende Besorgnis rund um eine drohende Rezession in den Vereinigten Staaten kosteten Biden zuletzt Zuspruch. Als vielleicht letzten Trumpf zauberte Biden deshalb vor einigen Wochen die schon lange versprochene Entkriminalisierung von Cannabis aus dem zusehends verbeulten Hut seiner endenden Amtsperiode. In seiner Rede zur Lage der Nation verlieh Biden seiner Forderung auf der größtmöglichen Bühne Nachdruck – positiv war Cannabis in der langen Geschichte der Vereinigten Staaten bei dieser Gelegenheit vorher noch nie ins Rampenlicht gestellt worden. Trotzdem ist der innenpolitische Widerstand gegen eine Neubewertung des Rauschmittels groß. Die Drogenbehörde zumindest hat Biden auf seiner Seite: Anfang der Woche wurde Cannabis auf Bundesebene zur medizinischen Nutzung zugelassen. Für Cannabis-Aktien wird damit ein neues Kapitel aufgeschlagen – wird es ein Kapitel des explosiven Wachstums?

Joe Biden ist abhängig von Cannabis – also seine Präsidentschaft

„Wir müssen Marihuana legalisieren“, soll Bidens Vizepräsidentin Kamala Harris vor wenigen Wochen ausdrücklich bei einer internen Besprechung im Weißen Haus gefordert haben. Zwei Wochen vorher hatte Joe Biden nach seiner Rede zur Lage der Nation getweetet: „Niemand sollte für den Konsum oder den Besitz von Marihuana ins Gefängnis kommen!“. Von allen auf Social Media geteilten Zitaten der Rede verbreitete sich die Cannabis-Forderung am schnellsten. Damals hatte sich das nordamerikanische Gesundheitsministerium gerade an die Drogenbehörde gewandt und um eine Neubewertung des grünen Krauts gebeten. Schließlich war Cannabis bis vor kurzem noch in der gefährlichsten Drogenkategorie gelistet, gemeinsam mit Kokain und Heroin. Zwar ist der private und medizinische Gebrauch in einigen Bundesstaaten schon länger legal, die restriktive Gesetzgebung auf Bundesebene blieb aber seit Jahrzehnten unangetastet. Das änderte sich Anfang der Woche: Die Drogenbehörde stufte das Risiko von Cannabis deutlich herab und erlaubte nun auch von zentraler Stelle die medizinische Nutzung. In den Vereinigten Staaten ist die Rede von einem historischen Schritt und dem größten Kurswechsel der Drogenpolitik seit mehr als einem halben Jahrhundert, als die aktuell noch gültige Gesetzgebung in Kraft trat. Seit 1971 war Cannabis in der gefährlichsten Drogenkategorie gelistet – ohne die Erlaubnis medizinischer Nutzung.

Die Entscheidung der Drogenbehörde gibt einer gewohnheitsrechtlichen Praxis nun auch den offiziellen Rahmen: In den letzten Jahren waren Cannabis-Delikte nur noch selten streng geahndet worden, Joe Biden selbst hatte bereits vor Monaten eine ganze Reihe von Delinquenten begnadigt, die wegen Cannabis-Vergehen belangt worden waren. „Strafanzeigen für den Konsum und Besitz von Marihuana haben jahrelang unnötige Barrieren bei Jobsuche und Bildung geschaffen“, kritisierte Biden im Dezember die Drogenpolitik. „Zu viele Leben wurden nachhaltig geschädigt wegen unserer falschen Bewertung von Cannabis. Es ist Zeit, diese Fehler wieder gerade zu rücken“. Und auch der öffentliche Druck wurde immer stärker: Laut Umfragen waren jüngst mehr als zwei Drittel aller erwachsenen Amerikaner für eine Legalisierung, im Jahr 2000 lag der Zuspruch noch bei 30 Prozent. Entsprechend wichtig könnte die nun erwirkte Neubewertung für Bidens Ambition werden, seine Präsidentschaft im November gegen seinen voraussichtlichen Herausforderer Donald Trump zu verteidigen. Immense Möglichkeiten ergeben sich daraus für den jungen Cannabis-Markt: Schätzungen zufolge könnte sich das legale Geschäft in den nächsten Jahren im Volumen verdoppeln. Die Rede ist von rund $50 Milliarden. Außerdem fallen für Cannabisproduzenten in den Vereinigten Staaten dadurch hohe Steuern und Abgaben weg.

Jim Cole, ehemals stellvertretender Generalstaatsanwalt unter der Obama-Regierung, kommentierte, dass die Neubewertung „die Möglichkeit eröffnet, Cannabis zu testen und im Labor zu untersuchen ohne all die gesetzlichen Beschränkungen“, die bisher die Entwicklung von medizinischen Präparaten und kommerziellen Produkten behindert hätten. Kevin Sabet, ein ehemaliger Regierungsberater, hielt dagegen und bezeichnete die Entscheidung der Drogenbehörde als „Ergebnis eines politisierten Prozesses“. Mit toleranteren Cannabis-Regeln würde man „Amerikas Kinder zugrunde richten, die mit Werbung für kinderfreundliche Hasch-Produkte bombardiert würden“. Demnach sei „der einzige Gewinner hier die Marihuana-Industrie, die neue Steuervergünstigungen bekommt und damit ihre Profitmargen steigert“. Aus dem nordamerikanischen Parlament erhält die Drogenbehörde Rückendeckung. Der Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, lobte die Regelhüter dafür, dass sie „endlich erkennen, dass sich restriktive und drakonische Cannabis-Gesetze ändern müssen, um das zu tun, was die Wissenschaft und der Großteil der Amerikaner fordern“. Die Abgeordneten müssten nun „alles dafür tun, um das Verbot auf Bundesebene zu kippen, damit jahrelange Schäden des politischen Kriegs gegen Drogen behoben werden können“.

Cannabis-Konzerne profitieren – Aktien explodieren

Die Cannabis-Industrie und besonders die Aktien der größten Unternehmen interessieren sich derweil herzlich wenig für das politische Hickhack um die Neubewertung. Am wichtigsten erscheint die Aussicht auf einen riesigen neuen Absatzmarkt und steuerliche Erleichterungen. Schon in den letzten Wochen hatten sich gleich mehrere einflussreiche Cannabisproduzenten in Stellung gebracht für den Richtungswechsel der Drogenpolitik in den USA. Canopy Growth etwa initiierte eine Modifikation der eigenen Anteilsscheine, um den Regularien besser entsprechen zu können. In den letzten Tagen machte die Canopy-Aktie dann ein zwischenzeitliches Plus von rund 80 Prozent. Wer den Einstieg verpasst hat, braucht laut der Analyse unseres Cannabis-Pakets aber nur ein bisschen Geduld: Die jüngsten Abverkäufe sollten noch ein Stück weitergehen, in unserer nächsten Zielzone sollten sich die nächsten Kaufmöglichkeiten bieten. Die konkreten Koordinaten wichtiger Kauf- und Handelsbereiche erhalten unsere Abonnenten in Echtzeit zugesendet. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% könnte sich die Canopy-Aktie allerdings auch schon im nächsten Aufwärtsimpuls befinden. Dann würde das letzte Hoch bei C$20.50 imminent schon wieder überboten. Langfristig befindet sich der Kurs ohnehin im starken Aufwärtstrend: Langfristig erwarten wir Kursziele oberhalb der C$1000. Unsere Abonnenten kennen die dafür hinterlegte Zielzone bereits.

Starke Kursgewinne waren aber nicht nur bei Canopy zu beobachten. Auch der kanadische Konkurrent Curaleaf legte Anfang der Woche um knapp 30 Prozent zu und stieg von C$6.80 auf C$8.70. Trotz der darauffolgenden Abverkäufe auf die Unterstützung bei C$7.84 sollte die aktuelle bullische Bewegung noch ein gutes Stück weitergehen. Mittel- respektive langfristig sind hier laut unserer Analyse Preisziele im Bereich der C$30 zu erwarten. Auch hier erhalten unsere Abonnenten regelmäßige Updates und gegebenenfalls konkrete Preisbereiche, um Short- oder Long-Positionen zu eröffnen sowie Einstiege und Verkäufe zu tätigen. Auf den nordamerikanischen Markt schielt auch der Branchenprimus bei medizinischem Cannabis: Seit Jahren beliefert Tilray Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser weltweit. Gemeinsam mit einem Berliner Startup will der Konzern bis 2026 zehn Tonnen Hanf-Präparate allein in Deutschland produzieren. Anfang vergangener Woche wuchs auch der Wert der Tilray-Aktie sprunghaft um fast 50 Prozent. Von den erreichten rund $2.50 ging es aber recht schnell wieder zurück unter die $2-Marke. Dennoch ist auch hier auf längere Sicht eine Vervielfachung des Kurswerts zu erwarten: Für unsere Abonnenten haben wir eine Zielzone mit konkreten Koordinaten hinterlegt, die bis knapp unter $100 reicht. In unserem bullischen Alternativszenario könnte die Reise sogar bis deutlich über $250 weitergehen. Echtzeit-Informationen über wichtige strukturelle Änderungen im Chartgeschehen, die künftige Handelsmöglichkeiten beeinflussen, sind natürlich Teil unseres Cannabis-Analysepakets.

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Simeon Koch

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