Das Wichtigste in Kürze
- Aschenbrenner setzt nach dem Beinahe-Crash erneut auf KI-Infrastruktur.
- Seine neuen Call-Optionen umfassen AMD, CoreWeave und weitere KI-Aktien.
- Sicherheitsdebatte und Regulierung könnten den KI-Trade allerdings ausbremsen.
Guten Morgen!
Leopold Aschenbrenner ist zurück – zumindest teilweise. Sein Hedgefonds Situational Awareness war im Sommer nach massiven Verlusten bei KI- und Chip-Aktien beinahe kollabiert, ein großer Teil der gehebelten Positionen musste liquidiert werden. Nun berichten CNBC und Reuters, dass der prominente KI-Investor wieder im öffentlichen Aktienmarkt aktiv ist. Besonders interessant ist dabei, auf welche Bereiche des KI-Booms er jetzt offenbar setzt.
Aschenbrenner wagt nach dem Crash den Neustart
Der Absturz kam im Juli mit voller Wucht. Das Portfolio von Aschenbrenners KI-Fonds Situational Awareness verlor allein in diesem Monat rund zwei Drittel an Wert, nachdem ein weltweiter Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien die gehebelten Positionen des Fonds unter Druck gesetzt hatte. Es kam zu einem Margin Call, woraufhin große Teile der öffentlichen Aktienbestände in einem Notverkauf an Ken Griffins Citadel veräußert wurden.
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Damit schrumpfte das Vermögen des Fonds von mehr als 45 Milliarden Dollar Anfang Juli auf rund zehn Milliarden Dollar. Aschenbrenner räumte gegenüber Investoren ein, Situational Awareness sei näher an einem dauerhaften Kapitalverlust gewesen, als es für den Fonds akzeptabel sei. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt von den fundamentalen Aussichten seines Portfolios. Beteiligungen an privaten Unternehmen wie Anthropic blieben zudem bestehen.
Mit Situational Awareness wurde Leopold Aschenbrenner zum KI-Shootingstar, doch im Juli kollabierte der Fonds. Nun ist Aschenbrenner zurück.
Auch die Finanzierung des Fonds hat sich verändert. JPMorgan, einer der wichtigsten Kreditgeber von Situational Awareness, beendete nach den hohen Verlusten die Kreditbeziehung. Andere Finanzhäuser sind dagegen weiterhin aktiv: Goldman Sachs, Citigroup und Bank of America arbeiten laut Reuters noch mit dem Fonds zusammen.
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Nun scheint Aschenbrenner den öffentlichen Markt erneut ins Visier zu nehmen. Laut CNBC kaufte Situational Awareness Ende vergangener und Anfang dieser Woche Optionen auf mehrere Aktien und einen ETF. Wie viel Kapital dabei eingesetzt wurde und ob neues Geld von außen in den Situational-Awareness-Fonds geflossen ist, ist allerdings nicht bekannt. Klarer ist dagegen, welche Richtung die neuen Positionen erkennen lassen: Sie führen erneut mitten hinein in die KI-Infrastruktur.
Diese KI-Aktien stehen jetzt offenbar auf seiner Liste
Zu den neuen Positionen gehört laut übereinstimmenden Berichten Advanced Micro Devices, kurz AMD. Der Halbleiterkonzern konkurriert mit Nvidia um den Markt für KI-Beschleuniger und Rechenzentrumschips. Ebenfalls auf der Liste stehen SK Hynix und SanDisk. Beide Unternehmen sind eng mit dem wachsenden Bedarf an Speicherchips verbunden. Damit setzt Aschenbrenner offenbar erneut auf einen Bereich, der vom steigenden Rechenaufwand moderner KI-Modelle unmittelbar profitieren soll.
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Mit CoreWeave findet sich zudem ein Unternehmen auf der Liste, das eine andere Seite des KI-Booms abdeckt. Der Cloud-Anbieter stellt Rechenkapazitäten für KI-Anwendungen bereit und betreibt dafür große Rechenzentren. Bloom Energy wiederum steht für die Energieversorgung dieser Infrastruktur. Der Konzern entwickelt Brennstoffzellen zur Stromerzeugung. Zusammen zeichnen die Positionen damit ein recht klares Bild: Rechenleistung, Speicher und Energie bleiben zentrale Wetten.
Die neuen (alten) Wetten von Aschenbrenner kommen aus dem KI-Sektor. Es handelt sich um Optionen – Größe und Strategie sind intransparent.
Abgerundet wird die Liste durch den Roundhill Memory ETF. Der börsengehandelte Fonds bündelt Unternehmen aus dem Speichersektor. Allerdings handelt es sich bei den neuen Engagements um Optionen. Daraus lässt sich weder die genaue Strategie noch die Größe der jeweiligen Wetten ablesen. Optionen können deutlich stärker auf kurzfristige Kursbewegungen ausgerichtet sein als klassische Aktieninvestments. Die neuen Positionen sind deshalb kein eindeutiger Beleg dafür, dass Aschenbrenner seine früheren Wetten einfach wieder aufnimmt.
Neuer Druck für Aschenbrenner? KI-Angst greift um sich
Aschenbrenner hält also an seiner These fest – doch ausgerechnet dafür wächst nun der Gegenwind. In den vergangenen Tagen hat sich die Debatte über mögliche Gefahren leistungsfähiger KI deutlich verschärft. Anthropic-Mitgründer Jack Clark sagte, ein von unabhängiger Seite überprüfbarer Kill Switch für gefährliche KI könnte künftig verpflichtend werden. Anthropic-Chef Dario Amodei forderte zudem, das Entwicklungstempo zu verlangsamen und die Systeme stärker zu überwachen.
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Auch andere prominente Stimmen unterstützen inzwischen zumindest teilweise eine vorsichtigere Gangart. OpenAI-Chef Sam Altman und xAI-Gründer Elon Musk haben sich für eine langsamere Entwicklung und mehr Regulierung ausgesprochen. Microsoft AI veröffentlichte zudem neue Leitlinien für eine stärker am Menschen orientierte Entwicklung. US-Präsident Donald Trump sieht diese Entwicklung dagegen kritisch. Er bezeichnete die Sicherheitsbedenken rund um KI als „Betrug“ und warnte davor, die amerikanische Entwicklung auszubremsen.
An den Märkten ist die Nervosität spürbar. Der S&P 500 dümpelt einen Tag vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve morgen um 20:00 Uhr deutscher Zeit weiterhin um 7600 Punkte. Der Nasdaq-100 setzt auf knapp über 29 100 Punkte zurück. Für zusätzliche Verunsicherung sorgen die zehnjährigen US-Staatsanleihen: Ihre Rendite stieg gestern auf rund 5.03 Prozent und damit auf den höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre.
Parallel dazu kletterte der WTI-Ölpreis weiter und notiert am heutigen Morgen bei gut 103 US-Dollar je Barrel. Bitcoin fiel nach einer kleinen Rallye zurück in Richtung 77 000 Dollar, Ethereum ist zurück unter 2500 Dollar.
HKCM-Gewinner und -Verlierer
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| CrowdStrike | +13.85 |
| Palo Alto | +13.09 |
| Coinbase | +9.24 |
| Lam Research | -8.29 |
| Marvell Technology | -5.82 |
| Dell Technologies | -3.76 |
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