14 Milliarden mit 25: Diese Aktien hält Deutschlands KI-Wunderkind Leopold Aschenbrenner
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14 Milliarden mit 25: Diese Aktien hält Deutschlands KI-Wunderkind Leopold Aschenbrenner

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Deutsches KI-Wunderkind baut milliardenschweren Infrastruktur-Hedgefonds auf
  • Situational Awareness setzt auf Strom, Rechenzentren und KI
  • Milliarden-Shorts gegen Nvidia, AMD, Broadcom & Co. trotz KI-Optimismus

Beiger Rollkragen, brünetter Seitenscheitel, unaufdringliche, aber entschlossene Stimme: Leopold Aschenbrenner ist kein bunter Hund, gehört aber zu den schillerndsten Figuren des aktuellen KI-Booms. Der Deutsche ist erst Anfang zwanzig, verwaltet mit seinem Hedgefonds Situational Awareness LP aber bereits Milliardenbeträge. Seine Grundidee: Nicht Chatbots oder KI-Apps werden die größten Gewinner der kommenden Jahre sein, sondern die physische Infrastruktur für künstliche Superintelligenz– also Strom, Chips, Speicher und Rechenzentren.


Das Zauberwort für Wunderkind Aschenbrenner lautet: KI-Infrastruktur. Dafür setzt der 25-Jährige unter anderem auf Bitcoin-Miner (Symbolbild).


Innerhalb kurzer Zeit wurde Aschenbrenner zum Gesicht des AI-Infrastruktur-Trades, der die Software-Dominanz im Tech-Sektor jäh beendet hat. Während viele Anleger auf bekannte KI-Konzerne setzen, investiert Aschenbrenner in Unternehmen, die vom explosionsartigen Wachstum des Energie- und Rechenbedarfs profitieren. Für seine Anhänger ist er einer der wichtigsten Vordenker des kommenden KI-Zeitalters. Wir blicken heute auf sein Portfolio und klären die zentralen Fragen rund um das neue Wunderkind: Was steckt hinter Aschenbrenners steilem Aufstieg? Und warum shortet er Nvidia, AMD, Broadcom und Co.?

Deutschlands KI-Wunderkind: Wie Leopold Aschenbrenner berühmt wurde

Aschenbrenner wurde Anfang der 2000er in Deutschland als Sohn zweier Ärzte geboren und besuchte die John-F.-Kennedy-Schule in Berlin. Schon früh galt er als hochbegabt. Mit nur 19 Jahren schloss er 2021 sein Studium an der Columbia University als Jahrgangsbester ab – mit den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Mathematik-Statistik. Bereits damals beschäftigte ihn die Frage, wie technologische Durchbrüche Wohlstand, Märkte und globale Machtverhältnisse verändern könnten.

Internationale Bekanntheit erlangte Aschenbrenner im Jahr 2024 mit seinem 165-seitigen Essay Situational Awareness: The Decade Ahead (dt. Situationsbewusstsein: Das kommende Jahrzehnt). Darin beschreibt er AGI – also künstliche Superintelligenz – nicht als fernes Zukunftsszenario, sondern als realistische Entwicklung der kommenden Jahre. Im Zentrum steht die These, dass künstliche Superintelligenz weniger an Software als an physischer Infrastruktur scheitern könnte.


An der Columbia University und bei OpenAI forschte Aschenbrenner zu Sicherheitsrisiken einer Super-KI. Auch in der Zivilbevölkerung wächst die Skepsis.


Laut Aschenbrenner wächst die Trainingsrechenleistung moderner KI-Systeme jährlich um den Faktor zehn. Gleichzeitig könnte sich der Strombedarf amerikanischer KI-Rechenzentren bis 2030 verdoppeln. Für Anleger entstand daraus eine neue Logik: Wer vom KI-Boom profitieren will, sollte Stromproduzenten, Speicherhersteller und Rechenzentrumsbetreiber kaufen.

Der Essay machte Aschenbrenner innerhalb weniger Monate zu einer festen Größe in Technologie- und Finanzkreisen. Besonders in den USA gilt er inzwischen als Symbolfigur einer neuen Investorengeneration, die KI nicht nur als Softwaretrend betrachtet, sondern als industrielle Revolution mit enormem Einfluss auf Wohlstand, Energieverbrauch und geopolitische Macht. So richtig berühmt wurde Aschenbrenner aber erst, als er mit seiner These Milliarden verdiente.

Hacker, FTX & gefährliche Super-KI: Vom OpenAI-Aus zum Milliarden-Fonds

Bevor er seinen eigenen Fonds aufsetzte, ging Aschenbrenner 2023 zu OpenAI und arbeitete dort im Superalignment-Team unter Leitung von Ilya Sutskever und Jan Leike, zwei weltweit führenden KI-Forschern. Die Gruppe beschäftigte sich mit einer der größten Fragen der KI-Forschung: Wie kontrolliert man Systeme, die intelligenter werden könnten als Menschen? Intern ging es um Risiken künstlicher Superintelligenz, Sicherheitsmechanismen und die Gefahr geopolitischer Machtverschiebungen durch AGI.

Den Anfang vom Ende der OpenAI-Zeit von Leopold Aschenbrenner markierte ein Hacker-Angriff in seinem Debütjahr 2023. Aschenbrenner warnte intern vor Industriespionage und kritisierte Sicherheitslücken. Im April 2024 wurde er entlassen – offiziell wegen einer angeblichen Informationsweitergabe. Aschenbrenner erklärte später, es habe sich lediglich um ein harmloses Brainstorming-Dokument gehandelt. Wenig später zerfiel das gesamte Superalignment-Team.


Vor dem FTX-Skandal um Sam Bankman-Fried (oben) arbeitete Aschenbrenner für eine philanthropische Initiative der Kryptobörse.


Bereits vor OpenAI bewegte sich Aschenbrenner in einflussreichen Technologie-Netzwerken. 2022 arbeitete er für das FTX Future Fund Team, die philanthropische Initiative rund um die später spektakulär havarierte Kryptobörse FTX. Er trat noch vor deren Zusammenbruch zurück. Den Untergang von FTX wegen Veruntreuung der Kundengelder durch Sam Bankman-Fried bekam Aschenbrenner nicht mehr als aktiver Angestellter mit. Er ging vor dem Kollaps im Winter 2022.

Kurz darauf gründete Aschenbrenner 2024 den Hedgefonds Situational Awareness LP. Unterstützt wurde er unter anderem von Nat Friedman, Daniel Gross sowie Patrick und John Collison vom global operierenden Zahlungsanbieter Stripe. Der Fonds startete mit rund 225 bis 250 Millionen US-Dollar. Anfang 2026 meldete Situational Awareness bereits rund 5.5 Milliarden US-Dollar Aktienengagement – einer der spektakulärsten Aufstiege der KI-Finanzwelt.

Anti-Bitcoin? Aschenbrenners Portfolio ohne Krypto

Viele von Aschenbrenners Beteiligungen stammen aus der Kryptobranche. Unternehmen wie Core Scientific, IREN, Riot PlatformsHut 8 oder BitDeer entwickelten sich ursprünglich als Bitcoin-Miner. Aschenbrenner sieht darin jedoch vor allem Energie- und Infrastrukturunternehmen mit bestehenden Stromverträgen, Flächen und Rechenzentren. Diese Ressourcen werden im KI-Zeitalter immer wertvoller, weil moderne KI-Modelle enorme Mengen an Strom und GPU-Kapazität benötigen.


Bloom Energy, die größte (Long-) Position in Aschenbrenners Fonds-Portfolio, ist auf dezentrale Stromerzeugung vor Ort spezialisiert.


Besonders auffällig ist deshalb das Fehlen vieler klassischer KI-Giganten im Portfolio. Stattdessen investierte Situational Awareness initial in spezialisierte Infrastrukturunternehmen. Der Fonds hält laut Offenlegung nur etwa 24 Positionen – ungewöhnlich konzentriert für einen milliardenschweren Hedgefonds. Einige Beteiligungen entwickelten sich dabei extrem stark und verzeichneten Kursanstiege von mehreren Hundert Prozent.

Auswahl der größten (Long-) Positionen von Situational Awareness LP:

Energie & Strom

  • Bloom Energy (878 Mio. Dollar) – Stromsysteme für große KI-Rechenzentren
  • Riot Platforms (142 Mio. Dollar), Bitdeer (29 Mio. Dollar) – (ehemalige) BTC-Miner mit Fokus auf KI
  • Keel (ehemals Bitfarms; 38 Mio. Dollar) – Bitcoin-Miner, ebenfalls neuer KI-Fokus

    Rechenzentren & KI-Infrastruktur
  • CoreWeave (556 Millionen Dollar) – mietbare Hochleistungsrechner für KI-Training
  • IREN (401 Millionen Dollar) – energieintensive Rechenzentren
  • Core Scientific (389 Millionen Dollar) – ehemaliger BTC-Miner, heute KI-Rechenzentren
  • Applied Digital (320 Millionen Dollar) – entwickelt und baut spezialisierte KI-Datenzentren

Chips & Datennetze

  • SanDisk (724 Millionen Dollar) – Speicherchips und Datenspeicher für große KI-Systeme
  • Micron (422 Millionen Dollar/Call-Option) – Halbleiter und Speichermedien

Die größte Position des Fonds war zu Beginn Bloom Energy mit rund 16 Prozent Portfolioanteil. Das Unternehmen produziert Festoxid-Brennstoffzellen, die große Rechenzentren unabhängig vom Stromnetz versorgen können. Weitere zentrale Beteiligungen waren Lumentum Holdings mit knapp zehn Prozent sowie CoreWeave mit etwa acht Prozent. Besonders auffällig: Der Fonds hält zusätzlich große Optionspositionen, was auf hohe Überzeugung und aggressive Hebelstrategien schließen lässt. Für Aufsehen sorgten Aschenbrenners jüngste Investments: Das KI-Wunderkind shortet den explodierenden Mikrochip-Sektor.

Short auf Nvidia, Intel & Co.: Wettet das KI-Wunderkind gegen Mikrochips?

Das jüngste 13F-Filing von Leopold Aschenbrenner, das vor wenigen Stunden öffentlich wurde, zeigt eine überraschende Entwicklung: Ausgerechnet der wohl prominenteste KI-Infrastruktur-Investor der neuen Generation wird bei vielen großen Chip-Aktien vorsichtiger. Während Situational Awareness LP weiter massiv auf Strom, Rechenzentren und KI-Infrastruktur setzt, baute der Fonds gleichzeitig milliardenschwere Put-Positionen gegen einige der größten Gewinner des KI-Booms auf.


Skepsis gegen den Halbleiter-Boom? Aschenbrenner hält milliardenschwere Shorts auf Chip-Giganten wie Nvidia (im Bild Nvidia-CEO Jensen Huang), AMD oder Broadcom.


Besonders auffällig sind die Absicherungen gegen den Halbleitersektor. Acht der elf größten Positionen sind Put-Optionen auf Chip-Giganten. Allein die Put-Position auf den VanEck Semiconductor ETF hat laut Filing ein Volumen von rund 2.04 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen etwa 1.57 Milliarden Dollar gegen Nvidia, 1.01 Milliarden Dollar gegen Broadcom, 969 Millionen Dollar gegen AMD sowie weitere 1.07 Milliarden Dollar gegen Oracle. Gleichzeitig wuchs das gesamte Portfolio explosionsartig auf mittlerweile fast 14 Milliarden Dollar.

Absicherungen gegen den Chipsektor (Short-Positionen)

  • VanEck Semiconductor ETF (2.04 Mrd. Dollar)

Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass Aschenbrenner den KI-Boom infrage stellt. Im Gegenteil: Der Fonds hält weiterhin große Positionen in Unternehmen wie Bloom Energy, CoreWeave, Core Scientific, Applied Digital oder IREN. Die Strategie wirkt eher wie eine Absicherung gegen überhitzte Bewertungen im Chipsektor, während Situational Awareness weiter auf die langfristige Nachfrage nach Energie, Rechenleistung und KI-Infrastruktur setzt.

No Risk, no Fun: Leopold Aschenbrenner geht aufs Ganze!

Bemerkenswert ist dabei die enorme Konzentration des Fonds. Laut Filing entfallen rund 72,7 Prozent des gesamten Portfolios auf die zehn größten Positionen. Dazu gehören sowohl die milliardenschweren Put-Positionen als auch Infrastrukturwerte wie Bloom Energy, CoreWeave, Sandisk oder Taiwan Semiconductor. Aschenbrenners Botschaft wirkt damit klar: Die KI-Revolution ist für ihn keineswegs vorbei – aber selbst die größten Gewinner können nach extremen Kursanstiegen verwundbar werden.

Leopold Aschenbrenner verbindet technologische Visionen mit aggressiven Infrastruktur-Investments wie kaum ein anderer Investor seiner Generation. Vom Berliner Wunderkind über Oxford und OpenAI bis zum milliardenschweren Hedgefonds verlief seine Karriere in atemberaubendem Tempo. Sein Name steht heute für die Überzeugung, dass künstliche Superintelligenz nicht nur die Technologiebranche, sondern die gesamte Weltwirtschaft verändern könnte.

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