Dass sich Elon Musk als Berater von US-Präsident Donald Trump und Leiter seiner DOGE-Behörde aus dem Weißen Haus zurückzieht, ist seit Anfang April klar. Dass der Grund dafür in der zuletzt schwachen Entwicklung von Musks E-Auto-Unternehmen Tesla liegen könnte, wurde zunächst nur gemutmaßt. Nun sickert durch: Der Tesla-Vorstand soll von Musks politischem Engagement derart verunsichert sein, dass man sich angeblich auf eigene Faust nach einem Nachfolger umsieht. Das Gerücht um eine Absetzung Musks kam gestern vom Wallstreet Journal (WSJ), eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht. Musk reagierte über X (vormals Twitter) ungehalten, die Tesla-Aktie knickte im vorbörslichen Handel ein. Was ist dran an den Königsmord-Gerüchten?
Twitter, SpaceX, Trump: Musk hat Stress
Spätestens seit Musk nach seinen frühen PayPal-Erfolgen und dem Sprint an die E-Auto-Weltspitze bei Tesla begann, auch noch Raketen für eine Mars-Mission zu bauen, gilt der gebürtige Südafrikaner als Tausendsassa. Dabei ist das noch lange nicht alles. Neben Tesla und SpaceX baute Musk in den letzten Jahren auch den Gehirnchip-Hersteller Neuralink, das KI-Unternehmen xAI und in anfangs unterstützender Rolle den ChatGPT-Entwickler OpenAI auf. Nebenbei kaufte Musk die Social-Media-Plattform Twitter, krempelte sie einmal vollständig um und verpasste ihr jüngst eine eigene Super-KI namens Grok.
Die Tesla-Aktie hat sich vom heftigen Abverkauf im März und April kum erholt und dürfte die Korrektur noch ein gutes Stück fortsetzen.
Und dann ist da noch die Bohrfirma mit dem drolligen Namen Boring Company, mit der Elon Musk Auto-Tunnel unter Städten bauen will. Wie Musk all diese milliardenschweren Projekte unter einen Hut bekommt, ist den meisten Beobachtern seit jeher ein Rätsel. Dass Musk ein eher ungesundes Verhältnis zu Drogen hat, um seine Leistung zu steigern, ist ein offenes Geheimnis. So rauchte er vor einigen Jahren im Podcast des bekannten US-Entertainers Joe Rogan einen Joint und gestand im März ganz offen, dass er Ketamin konsumiere, um seine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.
Das Problem wird damit – wenn überhaupt – aber nur ansatzweise gelöst. Denn selbst leistungssteigernde Drogen können letztendlich keine zusätzliche Zeit zaubern, die Musk in seine ganzen Projekte stecken könnte. Und das stößt den Aktionären und Vorstandsmitgliedern bei Tesla sauer auf. Bei all den neuen Fronten, die Musk in seinem geschäftlichen Leben eröffnete, blieb sein E-Auto-Shootingstar eigentlich immer erste Priorität. Spätestens mit Musks Antritt als Anführer der umstrittenen Behörde für Regierungseffizienz (engl. Department of Government Efficiency, kurz DOGE) wuchsen aber die Zweifel, ob Musk seine Rolle als Tesla-CEO noch ausreichend ausfülle.
Musk zum Tesla-Zoff: „Böse Fake-News“
Die Sorge um das Wohl des Unternehmens soll im Vorstand so weit gegangen sein, dass nun schon seit einem Monat ein Nachfolger für Musk gesucht werde, berichtete das Wallstreet Journal gestern.
Demnach sollen die Vorstandsmitglieder mehrere Personalberatungsfirmen eingeschaltet haben, wie Gespräche mit Insidern offenbart haben sollen. Ursache soll auch die zuletzt unterirdische geschäftliche und börsliche Performance von Tesla gewesen sein: Im letzten Quartal des Vorjahres brach der Gewinn des Unternehmens um satte 70 Prozent ein, die Aktie verlor vom Allzeithoch Mitte Dezember bis zum lokalen Tief am 7. April deutlich mehr als 50 Prozent an Kurswert.
Auf X wies Elon Musk die Spekulationen über eine mögliche Nachfolger-Suche vehement zurück.
Der Bericht des Wallstreet Journal über Musks mögliche Ablöse schlug unter Anlegern hohe Wellen, im vorbörslichen Handel knickte die Aktie bei Aufkommen der Gerüchte vier Prozent ein. Elon Musk war gar nicht angetan von dem Bericht und reagierte offensiv. Über sein X-Profil teilte er heute Morgen mit: „Es ist ein wirklich bösartiger Verstoß gegen die Regeln der Ethik, dass das Wallstreet Journal einen absichtlich falschen Artikel publiziert und nicht auf das eindeutige Dementi des Tesla-Vorstands eingeht!“ Dabei verwies Musk auf einen Post des offiziellen Tesla-Kanals.
Tesla betonte in einem eigenen Posting, dass man entschlossen zu Elon Musk als CEO stehe.
Tesla selbst hatte kurz zuvor geschrieben: „Heute wurde ein Medien-Artikel veröffentlicht, der fälschlicherweise behauptet, Tesla hätte Personalfirmen kontaktiert, um die Suche nach einem neuen Geschäftsführer zu initiieren. Diese Information ist absolut falsch (was den Medien auch so mitgeteilt wurde, bevor der Bericht an die Öffentlichkeit ging).“ Das Statement, gezeichnet von Robyn Denholm, der Vorsitzenden von Teslas Verwaltungsrats, schloss mit dem Bekenntnis: „Der Geschäftsführer von Tesla ist Elon Musk und der Vorstand hat absolutes Vertrauen in seine Fähigkeiten, den gemeinsamen Wachstumsplan umzusetzen.“
Wie steht die Tesla Aktie: Jetzt kaufen?
Schon einige Stunden vor Veröffentlichung des ominösen WSJ-Artikels hatte der offizielle Tesla-Account gepostet: „Tesla wurde schon viele Male totgesagt.“ Dank seiner „Besitzer, Angestellten und Unterstützer“ werde man aber auch diese Krise meistern. Mittlerweile ruderte das Wallstreet Journal ausdrücklich zurück und betonte, dass der konkrete Stand der Überlegungen im Tesla-Vorstand zu Elon Musks Rolle nicht bekannt sei. Vollkommen ausgeschlossen scheint ein interner Streit über Musks Zeitmanagement aber nicht. Schließlich wäre es nicht der erste Zoff zwischen Musk und hochrangigen Tesla-Funktionären.
Der Tesla-Aktie dürfte eine weitere Korrektur bevorstehen, bevor neue Allzeithochs erreicht werden können. Abonnenten erhalten konkrete Zielzonen.
Schon vergangenes Jahr drohte eine Meinungsverschiedenheit über die künftige Ausrichtung des Unternehmens öffentlich zu eskalieren. Damals setzte Musk den Vorstand unter Druck und drohte, die KI-Schiene auszugliedern. Konkret forderte Musk 25 Prozent der Stimmgewalt im Unternehmen, obwohl seine Aktien-Anteile nicht annähernd für so eine Machtfülle ausreichen. Damals, im Januar 2024, stand die Tesla-Aktie bei knapp über 200 US-Dollar. Das ganze Jahr über schwankte der Kurs daraufhin zwischen rund 150 und 300 Dollar, bevor mit Donald Trumps Wiederwahl zum US-Präsidenten im November der große Aufschwung kam.
Von Ende Oktober bis Mitte Dezember schoss das Wertpapier satte 130 Prozent nach oben und erreichte kurz vor Weihnachten bei knapp 490 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Mit den guten Nachrichten war’s das dann aber erstmal gewesen, denn anschließend taumelte der Tesla-Kurs über drei Monate zurück auf gut 200 Dollar. Seitdem kämpft das Wertpapier gegen den anhaltenden Verkaufsdruck. Laut unserer Prognose dürfte sich die Korrektur trotz der jüngsten Gegenbewegung noch ein gutes Stück fortsetzen und die Tesla-Aktie zurück in Richtung der 100-Dollar-Marke drücken. Abonnenten unseres Tech33- und KI-Analysepakets erhalten konkrete Zielzonen für lukrative Ein- und Ausstiege bei Tesla und vielen weiteren Technologie-Giganten wie Nvidia, Meta oder Palantir.




