Tesla-Verkäufe fallen deutlich: DOGE-Behörde ohne Musk?
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Tesla-Verkäufe fallen deutlich: DOGE-Behörde ohne Musk?

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Simeon Koch

Kurz vor der Präsentation der Quartalszahlen hat Tesla am Mittwoch die Verkaufszahlen der vergangenen drei Monate vorgelegt. Schon im Vorfeld war über einen deutlichen Rückgang gemutmaßt worden, in den zurückliegenden Wochen hatten Analysten ihre Prognosen sukzessive zusammengestutzt. Und trotzdem enttäuschte der ehemalige E-Auto-Shootingstar auf ganzer Linie: Satte 13 Prozent weniger Fahrzeuge brachte Tesla im Vergleich zum Frühling des Vorjahres an die Kundschaft und lag damit sogar unter den vorsichtigsten Erwartungen. Besonders drastisch fiel der Rückgang in China und Europa aus. Eine wichtige Rolle dürften dabei Elon Musks politische Eskapaden spielen. Als ebenfalls am Mittwoch bekannt wurde, dass Musk möglicherweise seine DOGE-Behörde verlässt, legte die Tesla-Aktie eine kleine Erholungsrallye hin.

„Episches“ Jahr startet holprig

Was hat Elon Musk nicht alles versprochen in den letzten Monaten. Als Tesla im Frühjahr den stärksten Umsatz-Rückgang seit mehr als zehn Jahren verzeichnete, erklärte der Multimilliardär, man befände sich eben zwischen zwei Wachstumswellen – schon bald werde man wieder grüne Zahlen schreiben. Ganz so prompt wie erhofft schüttelte Tesla die scheinbaren Wachstumsschmerzen dann aber doch nicht ab: Im zweiten Quartal des Vorjahres brach der Gewinn um mehr als 40 Prozent ein, im vierten sogar um 70. Das Jahr 2024 schloss zwar mit einem Verkaufsrekord, die allgemeinen Erwartungen erfüllte man aber nicht. Trumps Zollpolitik, die sich neuerdings auf den Automobil-Sektor einschießt, ist wenig hilfreich. Und auch Musks politische Einmischung scheint immer schlechter bei Teslas Klientel anzukommen.

Ziemlich beste Freunde auf Zeit? Trumps Politik macht Tesla zu schaffen. Jetzt will Musk sich aus dem Department of Government Efficiency zurückziehen.

Nach Abflauen der ersten Trump-Euphorie, die vor allem Tech-Aktien einen bullischen Jahresschluss bescherte, wurde das Tesla-Papier in den vergangenen Wochen entsprechend hart abgestraft. Mehr als die Hälfte des Kurswerts gingen verloren, Tesla mutierte vom Shootingstar zum Under-Performer der Magnificent Seven um Apple, Microsoft, Meta und Co. Noch bei der Präsentation der jüngsten Geschäftszahlen für das letzte Quartal des Vorjahres hatte Musk gewohnt markig versprochen, dass die kommenden Jahre „episch“ und „lächerlich gut“ würden. Der Auftakt zu diesem von Musk ausgerufenen Triumphzug verläuft bislang allerdings holprig.

Stärkster Absatz-Rückgang der Tesla-Geschichte

Tesla stellte zwischen Oktober und Dezember mit gut 495 000 ausgelieferten Fahrzeugen zwar einen neuen Jahresrekord auf, schrammte aber knapp an der allgemeinen Erwartung von zumindest 500 000 Auslieferungen vorbei. Und die Durststrecke hält an: Wie Tesla am Mittwoch vor US-Börsenstart bekannt gab, verkaufte man im ersten Quartal knapp 337 000 Autos und damit rund 13 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres.



Vor einigen Wochen veranstaltete Trump vor dem Weißen Haus eine Art Tesla-Verkaufsshow. Den Absatz im ersten Quartal konnte nicht einmal das retten.
Damals hatten 387 000 Tesla-Modelle neue Besitzer gefunden. Die Börse geht mit Tesla weiter hart ins Gericht: Innerhalb der ersten 15 Minuten nach Handelsöffnung setzte Tesla am Mittwoch bereits gute sechs Prozent zurück. Ursächlich für diese Enttäuschung dürfte nicht nur sein, dass Tesla nun offiziell den stärksten Rückgang bei Verkäufen seit der eigenen Gründung vorzuweisen hat. Auch in Relation zur breiten Markterwartung fällt das Ergebnis ernüchternd aus.

Mehrfach hatten Analysten ihre Prognosen für die Tesla-Verkäufe zuletzt gesenkt, um der schwierigen Marktlage im Konkurrenzkampf mit China Rechnung zu tragen – Musk sprach vor einigen Wochen von einer Art „Hangover“. Die Deutsche Bank etwa senkte ihre Erwartung erst letzte Woche von 350 000 auf 340 000 Fahrzeuge, der Konsens der dominanten Banken und Broker hatte im Januar bei 450 000 gelegen. Bis Ende März schrumpfte dieser Prognosen-Mittelwert auf knapp 378 000 Autos zusammen – Tesla unterbot selbst diese korrigierte Messlatte.

Musk verlässt wohl DOGE – Tesla steigt

Schwer wiegen auf den Zahlen besonders die Rückgänge auf den wichtigen Märkten Europa und China. Allein im Januar und Februar sanken die Tesla-Verkäufe laut der europäischen Vereinigung der Automobilhersteller um alarmierende 49 Prozent. Dass die markenübergreifenden E-Auto-Verkäufe in Europa gleichzeitig um mehr als ein Viertel zunahmen, macht die Situation besonders bitter: Vom wachsenden Kuchen scheint Tesla immer kleinere Stücke abzubekommen. Ähnlich gestaltet sich die Lage in China: Deutliche 39 Prozent wuchs der gesamte E-Auto-Markt in Teslas zweitwichtigstem Absatzmarkt (nach den USA) zuletzt. Teslas eigene Verkäufe in China sanken allein im März um 11.5 Prozent auf weniger als 80 000 Fahrzeuge.

Wie sehr Musks politische Rolle auch an der Börse polarisiert, zeigte sich ebenfalls am Mittwoch: Kurz nach Bekanntwerden der ernüchternden Verkaufszahlen kam am Mittwoch das Gerücht auf, Musk werde sich aus seiner eigenen Behörde für Regierungseffizienz (engl. Department of Government Efficiency; kurz DOGE) zurückziehen. Das Gerücht soll aus Trumps engstem Kreis stammen. Die Tesla-Aktie legte prompt einen steilen Sprung nach oben hin und machte den Abverkauf infolge der negativen Absatz-Zahlen kurzerhand wieder wett. Deutlicher hätte die Börse kaum signalisieren können, wie groß die Verunsicherung um Musks Image-Wandel und seine politischen Abenteuer in Trumps Dunstkreis ist.


Im vergangenen vierten Quartal stieg Teslas Umsatz leicht, blieb aber unter den Erwartungen. Der Nettogewinn brach dramatisch ein.

Vor allem in Europa werfen Kritiker Elon Musk vor, Teslas Image mit seiner anhaltenden Werbekampagne für Donald Trump zu belasten. Zusätzlich gerät Tesla durch Trumps Strafzölle unter Druck, die vor allem Fahrzeuge und Einzelteile aus China, Kanada und Europa betreffen. Aber auch interne Probleme sind für den auffälligen Rückgang der Verkaufszahlen verantwortlich. So musste Tesla jüngst die Fertigung seines Bestsellers Model Y für mehrere Wochen pausieren, um auf die neue Generation des Wagens umzustellen. Im Januar war bekannt geworden, dass Tesla das Model Y als runderneuerten Facelift auf den Markt bringt.

Neben technischen Details ändert sich auch das Design. Kaum verwunderlich, dass die alten Y-Vertreter nun schwächer nachgefragt werden, während die neuen noch in der Produktion stecken. Die nächste Möglichkeit, um die Enttäuschung der jüngsten Verkaufszahlen vergessen zu machen, kommt für Musk und Tesla am 23. April. Dann stellt der Konzern seine Geschäftszahlen fürs erste Quartal vor. Im zurückliegenden vierten Quartal hatte Tesla einen Umsatz von 25.7 Milliarden US-Dollar und damit einen Zuwachs von zarten zwei Prozent verzeichnet – deutlich unter den Analystenschätzungen von 27.3 Milliarden. Der Gewinn je Aktie kletterte um drei Prozent auf 0.73 Dollar und verfehlte die Prognosen von 0.77 Dollar ebenfalls.

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