HKCM-Wochenrückblick: ETH-ETF-Rekord, Chrome-Verkauf, Haftbefehl gegen Adani, Gensler-Rücktritt
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HKCM-Wochenrückblick: ETH-ETF-Rekord, Chrome-Verkauf, Haftbefehl gegen Adani, Gensler-Rücktritt

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Florian Winter

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Ethereum-Spot-ETF mit Rekordzuflüssen 

Nachdem die Bitcoin-Spot-ETFs in den vergangenen Monaten von Rekord zu Rekord sprangen – hierbei war es vor allen Dingen der vom Vermögensverwalter BlackRock herausgegebene iShares Bitcoin Trust, der massive Zuflüsse verbuchte und zuletzt sogar BlackRocks Gold-ETF abhängte –, kommen langsam, aber sicher auch die Ende Juli gestarteten Ethereum-Spot-ETFs in Fahrt: So verzeichneten die Funds in der letzten Woche einen Rekord-Nettozufluss in Höhe von $515 Millionen. Am stärksten ins Gewicht fiel auch hier der iShares Ethereum Trust von BlackRock, der allein $287 Millionen einsammelte. Auf Platz zwei folgte der Fidelity Ethereum Fund mit $199 Millionen. Nach monatelangen Abflüssen, insbesondere durch den Grayscale Ethereum Fund, der auf rund 52 Prozent Marktanteil kommt, verzeichnet der Markt nun erstmals eine positive Gesamtbilanz von knapp $180 Millionen. Experten führen die Rekordzuflüsse unter anderem auf ein wachsendes institutionelles Interesse an Ethereum zurück. Nichtsdestotrotz hinkt der ETH-Coin – wie nahezu der gesamte Altcoin-Sektor – dem Bitcoin weiterhin deutlich hinterher. Wie wir die weitere Entwicklung für die beiden größten Kryptowährungen einschätzen, erfahren die Abonnenten unseres Bitcoin/Ethereum-Pakets in den täglichen Marktupdates. Nochmals breiter aufstellen können Sie sich übrigens mit unserem Altcoin-Paket, in dem Sie neben Analysen zu 15 vielversprechenden Altcoins wie Solana, Avalanche, Fetch.AI oder ChainLink auch täglich unsere Updates zu Bitcoin und Ethereum erhalten.

Dienstag – Boeing setzt 2500 Mitarbeiter vor die Türe 

Der Boeing-Konzern kommt einfach nicht zur Ruhe: Wie bereits in den vergangenen Monaten immer wieder hier auf der HKCM News berichtet, ist beim nordamerikanischen Flugzeugbauer zuletzt der Wurm drin. So wurden unter anderem im Zuge eines Beinah-Absturzes im Januar seitens der Aufsichtsbehörden Flugverbote ausgesprochen, CEO Dave Calhoun und weitere hochrangige Mitarbeiter müssen oder mussten bereits ihre Koffer packen, der große Konkurrent Airbus zog zunehmend davon – und zuletzt sah man sich zu allem Überfluss auch noch mit einem massiven Streik konfrontiert, wodurch die Produktion wichtiger Modelle zeitweise lahmgelegt wurde. Somit konnten im Oktober lediglich 14 Jets ausgeliefert werden (Vorjahr: 34). Vor Kurzem konnte eine Einigung mit den rund 33 000 streikenden Mitarbeitern erzielt werden. Insgesamt kostete der Streik Boeing aber etwa $10 Milliarden. Jedenfalls kündigte das Boeing-Management nun an, über 2500 Stellen in den Bundesstaaten Washington, Oregon, South Carolina und Missouri zu streichen. Betroffen sind vor allem Produktions- und Ingenieurteams, darunter fast 2200 Mitarbeiter in Washington und 220 in South Carolina. Die Kündigungen sind Teil eines umfassenden Plans, 17 000 Stellen – was in etwa zehn Prozent der globalen Belegschaft entspricht – abzubauen. Eine weitere Entlassungsrunde wird noch vor Weihnachten erwartet.

Mittwoch – Zu viel Macht: Muss Google jetzt Chrome verkaufen? 

Das Justizministerium der Vereinigten Staaten soll sich einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge dafür ausgesprochen haben, dass der Suchmaschinenbetreiber Google seinen beliebten Browser Chrome aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen muss. Darum werde die Behörde den zuständigen Richter bitten – ebenso möchte ihn das Justizministerium dazu auffordern, weitreichende Maßnahmen im Hinblick auf Googles KI-Aktivitäten und das hauseigene Smartphone-Betriebssystem in die Wege zu leiten. Bereits im August hatte der Bezirksrichter Amit Mehta geurteilt, dass Google im Bereich der Online-Suche ein Monopol geschaffen habe, welches die Alphabet-Tochter mit Milliarden-Zahlungen verteidige. Allein im Jahr 2021 soll das Unternehmen über $26 Milliarden an Produzenten von Smartphones, Tablets und Laptops gezahlt haben, um sicherzustellen, dass die Google-Suche auf den jeweiligen Geräten voreingestellt ist. Insgesamt kommt Google bei Internet-Suchen auf einen Marktanteil von etwa 90 Prozent. Der Markt für Online-Werbung setzt jährlich über $200 Milliarden um. Der Browser Chrome, der weltweit rund 2.65 Milliarden aktive Nutzer hat, spielt eine Schlüsselrolle bei der Verknüpfung von Nutzern mit der Google-Suche und der Datensammlung für personalisierte Werbung. Für das Google-Management folgt das Ministerium einer „radikalen Agenda“. Das Unternehmen kündigte bereits an, in Berufung zu gehen.

Donnerstag – Haftbefehl: USA verklagen Gautam Adani wegen Korruption und Betrugs

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft in den USA Anklage gegen den indischen Milliardär Gautam Adani und seinen Neffen Sagar Adani erhoben und in diesem Zuge einen Haftbefehl ausgesprochen. Die beiden sollen $265 Millionen an indische Beamte gezahlt haben, um sich lukrative Aufträge, darunter den Bau von Indiens größtem Solarkraftwerk, zu sichern. Zudem sollen sie Investoren und Kreditgeber getäuscht haben, um mehr als $3 Milliarden an Finanzierungen zu erhalten. Die Vorwürfe gegen die Adanis umfassen Wertpapierbetrug, Verschwörung und Verstöße gegen das Anti-Bestechungsgesetz. Parallel zu den Strafverfahren läuft auch ein Zivilverfahren der US-Börsenaufsicht SEC, die Adani falsche Angaben über die Antikorruptionsmaßnahmen seines Unternehmens vorwirft. „Die Aussagen waren angesichts des Verhaltens von Gautam und Sagar Adani wesentlich irreführend“, erklärte die SEC. Die Anklage folgt auf einen Bericht des Shortsellers Hindenburg Research aus dem vergangenen Jahr, der Adani unter anderem den Missbrauch von Steuerparadiesen vorwarf. Die Aktien der Adani-Gruppe brachen am Donnerstag massiv ein, zudem wurden wichtige Projekte wie ein milliardenschwerer Vertrag in Kenia gestrichen. Gautam Adani, der sich vermutlich in Indien aufhält, weist die Vorwürfe zurück und kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten.

Freitag – Rücktritt zur Trumps Amtsantritt: SEC-Chef Gensler zieht die Reißleine 

Der designierte Präsident der USA, Donald Trump, hatte bereits im Rahmen seines Wahlkampfes angekündigt, im Falle einer Rückkehr ins Weiße Haus den Chef der Börsenaufsicht United States Securities and Exchange Commission (SEC), Gary Gensler, entlassen zu wollen. Gensler erlangte in den vergangenen Monaten und Jahren vor allen Dingen dadurch Bekanntheit, dass er rigoros gegen diverse Krypto-Projekte sowie Börsen wie Coinbase oder Kraken vorging und hierbei ein ums andere Mal den Kürzeren zog – auch machte sich die SEC unter Genslers Leitung mit einem Tweet rund um die Zulassung des Bitcoin-Spot-ETFs im Januar lächerlich. Trump hingegen trat in den letzten Monaten äußerst krypto-freundlich auf, ernannte sich quasi selbst zum Pro-Krypto-Präsidenten und sorgte mit Aussagen wie Verkaufen Sie nie ihre Bitcoin für Begeisterung im Krypto-Sektor. Wohl um einer möglichen Entlassung zuvorzukommen, hat Gensler nun bekanntgegeben, seinen Platz vorzeitig zum Amtseintritt Trumps am 20. Januar 2025 zu räumen. Genslers Rückzug könnte die Krypto-Regulierung in den USA grundlegend verändern. Experten erwarten, dass Trump die SEC neu besetzt – auch um einen lockereren Umgang mit Kryptowährungen zu etablieren. Ein Gensler-Nachfolger steht noch nicht fest, diskutiert werden unter anderem die frühere SEC-Anwältin Teresa Goody Guillén sowie der ehemalige Binance.US-Chef Brian Brooks.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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