HKCM-Wochenrückblick 13.05.2024 – 17.05.2024
#Global Markets

HKCM-Wochenrückblick 13.05.2024 – 17.05.2024

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Florian Winter

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Abermals Angebotsdefizit beim Platin?

Wir hatten zuletzt hier bei der HKCM News ausführlich über die unterschiedlichen Edel- und Industriemetalle respektive die Nachfrage nach diesen berichtet – sei es nun im Hinblick auf den globalen „Kampf“ um das für die Nuklearenergie unabdingliche Uran, den Industrie-Allrounder Kupfer oder die Edelmetalle Gold und Silber. Und auch das Metall Platin ist für die Industrie bekanntermaßen ein äußerst wichtiges, findet es doch – ebenso wie das „verwandte“ Palladium – aufgrund seiner besonderen Eigenschaften in den unterschiedlichsten Branchen seine Anwendung. Wie das World Platinum Investment Council (kurz: WPIC) in einem am Montag veröffentlichten Bericht nun darlegt, soll es in diesem Jahr zu einem erheblichen Angebotsdefizit am Platinmarkt kommen. So wurde in dem Bericht herausgearbeitet, dass 2024 die Nachfrage das Angebot um 476 000 Unzen und somit um sechs Prozent übersteigen werde. Zurückzuführen sei dies unter anderem darauf, dass anhaltende Stromausfälle im führenden Förderland Südafrika für starke Produktionsrückgänge gesorgt haben. WPIC-Forschungsdirektor Edward Sterck geht davon aus, dass „das anhaltende Defizit […] die Marktbedingungen verschärfen“ werde. Bereits 2023 sah sich die Industrie mit einem massiven Angebotsdefizit konfrontiert, anders als von Fundamentalanalysten prognostiziert, stieg der Platinpreis im letzten Jahr aber nicht stark an, sondern verzeichnete gar ein leichtes Minus. Ob die fundamentalen Gegebenheiten mit unserer Analyse auf Basis des Elliott-Wellen-Konzepts einhergehen, erfahren unsere Kunden in den täglichen Updates.

Dienstag – Uber beteiligt sich bei Delivery Hero und übernimmt Taiwan-Geschäft 

2009 startete Uber, damals noch unter dem Namen UberCab, in San Francisco als reiner Fahrdienstvermittler. In den Folgejahren hat das Unternehmen seinen Tätigkeitsbereich kontinuierlich weiter ausgebaut – und das sowohl geografisch als auch „inhaltlich“: Heute bietet Uber in Hunderten Städten weltweit mehr als zehn unterschiedliche Dienstleistungen an, welche seit 2014 mit der Einführung von UberEats auch Essenslieferungen umfassen. In diesem Bereich möchte das Unternehmen weiter expandieren und übernimmt zu diesem Zweck nun das Taiwan-Geschäft der deutschen Unternehmensgruppe Delivery Hero mit dem Markennamen Foodpanda, Kostenpunkt: $950 Millionen. Darüber hinaus stockt Uber seine Anteile an Delivery Hero um $300 Millionen auf. Hierbei bezahlt das Unternehmen je Aktie etwa $35.88, was deutlich über dem Schlusskurs vom Montag liegt ($27.53). Laut Delivery Hero-Gründer und -CEO Niklas Östberg möchte der Konzern seine Ressourcen zukünftig „auf andere Teile“ seines „globalen Netzwerks konzentrieren“. Die Erlöse aus den Aktienverkäufen möchte man derweil dazu verwenden, um wandelbare Anleihen zurückzukaufen und so letztlich „die Kapitalstruktur zu verbessern“. Uber hingegen will sein Geschäft in Taiwan, wo man bereits mit UberEats aktiv ist, über die großen urbanen Zentren hinaus auf die kleineren Städte und südlichen Regionen, in denen Foodpanda präsent ist, erweitern. Der Deal solle dabei helfen, „mehr Auswahl und die besten Preise für Verbraucher, stärkere Nachfrage für Restaurants und mehr Verdienstmöglichkeiten für Lieferpartner“ zu bieten.

Mittwoch – Rüstungsboom: Rheinmetall steigert Gewinn um über 50 Prozent 

Wenngleich dies natürlich äußerst makaber klingt – und letztlich auch ist –, ist das Geschäft mit dem Krieg ein äußerst lukratives, die Big Player der Rüstungsindustrie setzen jährliche Hunderte Milliarden um. Auch deutsche Unternehmen exportieren seit der Eskalation im Ukraine-Konflikt nochmals deutlich mehr Waffen ins Ausland als zuvor. Zudem möchte die deutsche Politik, allen voran Verteidigungsminister Pistorius, das Land „kriegstüchtig“ machen und die Bundeswehr auf Vordermann bringen. Hierzu wurde bereits ein Sondervermögen – zu Deutsch: Schulden – in Höhe von $100 Milliarden aufgenommen. Massiv von den Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre profitieren konnte natürlich Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall, was sich auch in den jüngsten Zahlen des Düsseldorfer Unternehmens widerspiegelt: Im ersten Quartal generierte Rheinmetall 16 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, insgesamt flossen 1.58€ Milliarden in die Kassen des DAX40-Konzerns. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen stieg gar um etwa 60 Prozent an, sodass hier 134€ Millionen verbucht werden konnten.  Und auch die Auftragsbücher sind mit Kundenvereinbarungen in Höhe von 40.2€ Milliarden praller gefüllt als je zuvor. Für das Gesamtjahr peilt CEO Papperger einen Umsatz von 10€ Milliarden an, 2023 lag dieser noch bei 7.2€ Milliarden.

Donnerstag – Cisco, Walmart, Home Depot & JD.com  

Auch der nordamerikanische Netzwerkausrüster Cisco präsentierte seine jüngsten Quartalszahlen – und diese waren alles andere als berauschend: Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum erwirtschaftete der Konzern mit $12.7 Milliarden 13 Prozent weniger Umsatz, und auch der Nettogewinn sackte von $3.2 auf $1.9 Milliarden ab. Jedoch gab das Management einen positiven Ausblick für das Gesamtjahr, statt mit bisher $51.5 bis $52.5 Milliarden rechnet es nun mit einem Umsatz in einer Spanne zwischen $53.6 und $53.8 Milliarden. Ebenfalls die Bücher öffnete am Donnerstag der Einzelhandelsgigant Walmart. Der lag mit seinem Umsatz in Höhe von $161.51 Milliarden sowohl deutlich über dem des Vorjahresquartals ($152.3 Milliarden) als über den Schätzungen der Experten ($159.58 Milliarden). Je Aktie generierte das Unternehmen einen Gewinn von $0.60 (2023: $0.49) und somit ebenfalls deutlich mehr als die von den Analysten prognostizierten $0.53. Ebenfalls positiv: Walmart hob sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Gelinde gesagt eher durchwachsene Zahlen für das erste Quartal lieferte indes die Baumarktkette Home Depot. Hier gingen die Erlöse im Vergleich zum ersten Quartal 2023 um 2.3 Prozent auf $36.42 Milliarden zurück, beim operativen Gewinn in Höhe von $5.08 Milliarden stand gar ein Minus von 8.5 Prozent zu Buche. Zur illustren Quartalszahlen-Runde der nordamerikanischen Börsenschwergewichte, die wir allesamt im Rahmen unseres US-Titans-Paket analysieren, gesellt sich abschließend noch das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com, welches wir wiederum in unserem China-Titans-Paket führen: Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zeichnen hierbei ein äußerst positives Bild, so konnte der Umsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf $36.016 Milliarden gesteigert werden, die Analysten hatten mit rund $320 Millionen weniger gerechnet. Der Gewinn je Anteilsschein lag bei $0.78 und somit 13 Prozent höher als im ersten Quartal 2023, die Experten hatten hier „lediglich“ $0.64 prognostiziert.

Freitag – Microsoft bietet Cloud-Kunden AMD-Alternative zu Nvidia AI-Prozessoren

Auch in diesem Wochenrückblick kommen wir nicht an der Künstlichen Intelligenz vorbei: Microsoft hat bekanntgegeben, dass man seinen Cloud-Computing-Kunden zukünftig eine Plattform mit KI-Chips von AMD anbieten werde, die mit den Komponenten von Nvidia konkurrieren sollen. Somit soll für die Kunden eine Alternative zu den aufgrund der hohen Nachfrage schwer erhältlichen Nvidia-Chips der H100-Familie geschaffen werden, die derzeit den Chipmarkt für Rechenzentren im Bereich Künstliche Intelligenz weltweit dominieren. AMD hat angegeben, dass die MI300X AI-Chips leistungsstark genug sind, um große KI-Modelle zu trainieren und auszuführen. Zudem ließ Microsoft verlauten, dass man zeitnah seine neuen Cobalt-100-Prozessoren einführen werde. Diese sollen Unternehmensangaben zufolge eine bis zu 40 Prozent bessere Leistung bieten als die Prozessoren, die bislang auf dem Markt sind. Weitere Details werden auf einer Entwicklerkonferenz in der nächsten Woche vorgestellt. Übrigens: Im Rahmen unseres beliebten TECH33-Aktienpakets analysieren wir die Wertpapiere von Microsoft, Nvidia, AMD und 30 weiteren Hochkarätern des nordamerikanischen Technologiesektors.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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