Trump als Trumpf: Wie wahrscheinlich ist ein Solana-ETF?
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Trump als Trumpf: Wie wahrscheinlich ist ein Solana-ETF?

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Simeon Koch

„Here we go again“, tweetete der ETF-Spezialist Nate Geraci vergangenen Freitag, auf Deutsch also: „Alles nochmal von vorn“. Beigefügt war seinem Post der Antrag auf einen Solana-Spot-ETF von 21Shares, einem milliardenschweren Vermögensverwalter mit Spezialisierung auf den Krypto-Markt. Das Schweizer Unternehmen zählt seit Januar zu jenen Vermögensverwaltern, die in den Vereinigten Staaten Bitcoin-ETFs anbieten dürfen – und geht nun auch bei Solana in die Offensive. Wenige Stunden zuvor hatte der Amsterdamer Vermögensverwalter VanEck bereits einen Solana-ETF bei der nordamerikanischen Börsenaufsicht (engl.: Securities and Exchange Commission; kurz: SEC) beantragt. Bis vor wenigen Wochen schienen Altcoin-ETFs noch ausgeschlossen. Bei der Genehmigung der Bitcoin-ETFs, die für sich schon eine kleine Sensation waren, hätte SEC-Chef Gary Gensler noch klar gemacht, dass die meisten Altcoins unregulierte Wertpapiere seien. Nach der überraschenden Zulassung von Ethereum-ETFs Ende Mai scheinen die behördlichen Tore aber plötzlich offen zu stehen. Das Zünglein an der Solana-Waage könnte Donald Trump werden – aber nicht nur er.

Wird Solana die nächste „finanzielle Superautobahn“?

Dass Star-Investorin Cathie Wood mit ihrem Fonds ARK Invest ein großer Bitcoin-Fan ist, ließ sich in den vergangenen Monaten gleich mehrfach beobachten. Bis 2030 erwartet Wood einen Bitcoin-Preis von rund $1.5 Millionen, schließlich sei die größte Kryptowährung nicht weniger als eine „finanzielle Superautobahn“. Auf die Frage, ob sie Ethereum oder Bitcoin bevorzuge, antwortete Wood Ende Mai: „Bitcoin, ohne Frage“. Denn Bitcoin sei „ein globales Währungssystem, eine bahnbrechende Technologie und eine neue Anlageklasse. Das sind drei große Ideen in einer, und nichts anders in der Krypto-Welt kann damit konkurrieren.“ Das heiße aber nicht, dass der Schritt in den traditionellen Finanzmarkt für Altcoins unmöglich sei, ganz im Gegenteil. Ein Solana-ETF werde wahrscheinlich zugelassen, mutmaßte Wood angesichts des plötzlichen behördlichen Kurswechsels rund um den Ethereum-ETF, dessen Handelsstart nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein dürfte. Wie unerwartet die vorläufige Genehmigung der ETH-Fonds kam, unterstrich Wood bei der Gelegenheit auch gleich nochmal: „Wären die ETFs auf normalem Wege genehmigt worden, hätten wir regelmäßige Rückmeldung von der SEC bekommen. Niemand aber wurde im Vorfeld von der SEC kontaktiert.“

Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage lässt sich freilich nicht prüfen – und dennoch deutet das Verhalten der SEC rund um die Ethereum-Frage eine Zäsur bei der behördlichen Handhabe von Kryptowährungen an. Jahrelang wurde spekuliert, ob die Börsenwächter Altcoins pauschal als illegale Wertpapiere einstufen würden – und lange Zeit sah es ganz danach aus. Schließlich hatte der SEC-Vorsitzende Gary Gensler noch rund um die Zulassung der Bitcoin-ETFs unterstrichen, dass es sich „bei der großen Mehrheit der Krypto-Assets um Fälle für das Wertpapier-Gesetz“ handle. Prompt fing er sich harsche Kritik aus den eigenen Reihen ein. Hohe SEC-Beamte traten an die Öffentlichkeit und monierten die unnötig abwehrende Haltung ihrer Behörde gegenüber digitalen Assets. Hester Peirce, eine Kommissarin der SEC, etwa hielt Gensler damals vor, eine „unnötige Saga“ um die Bitcoin-ETFs veranstaltet zu haben. Man habe „ein Jahrzehnt an Möglichkeiten verschwendet, um unsere Arbeit zu erledigen. Hätten wir den gleichen Standard wie bei anderen rohstoffbasierten Anlageprodukten angewandt, hätten wir diese Produkte schon vor Jahren genehmigen können“, bemängelte Peirce.

Sind der SEC die Hände gebunden?

Während die Peirce-Aussagen damals nur ein erstes Anzeichen für Unstimmigkeiten innerhalb der SEC war, scheint sich diese Fraktion innerhalb der Behörde nun sukzessive durchzusetzen. Beschleunigt wird dieser Prozess augenscheinlich von politischen Interventionen der höchsten legislativen Ebene in den Vereinigten Staaten: Dass die Ethereum-ETFs in einer solchen Hau-Ruck-Aktion zugelassen wurden, ließ Spekulationen über kurzfristige Einflussnahme aus dem Weißen Haus hochkochen. Das Parlament der USA zumindest wendet sich der Blockchain-Branche immer freundlicher zu: Mitte Mai wurde ein Gesetz abgeschmettert, das es Banken und großen Finanzinstitutionen erschwert hätte, selbstständig im Krypto-Markt zu agieren. Kurz darauf einigte sich eine Kammer des Parlaments auf eine Regelung, die Kryptowährungen unter die Kontrolle der nordamerikanischen Behörde für den Handel von Rohstoffen (engl.: Commodity Futures Trading Commission; kurz: CFTC) stellen und damit dem Einfluss der SEC entziehen soll. Beide politischen Signale wurden als herbe Rückschläge für die Börsenaufsichtsbehörde gedeutet, die erst vor wenigen Tagen ein Untersuchungsverfahren gegen Ethereum einstellte. Ein großer Streitpunkt bei den Ethereum-ETFs bleibt das Staking, also die Sperrung von ETH-Beständen innerhalb des Netzwerks, um Rendite zu erwirtschaften.

Die Ethereum-Blockchain basiert seit Herbst 2022 auf diesem Prinzip, das sich Proof of Stake nennt. Die Solana-Blockchain setzt seit ihrer Entstehung darauf. Aus technischer Sicht könnte das ein Knackpunkt sein, die Zulassung der ETH-Fonds aber scheint der SEC dieses Argument bereits zu nehmen. Und auch darüber hinaus könnte der Ethereum-Präzedenzfall Solana zugutekommen. Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass die Solana-ETF-Anträge von 21Shares und VanEck eine Art Wette auf den möglichen Wahlsieg des designierten republikanischen Kandidaten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl sein könnte. Seit Wochen setzt Trump seinen Konkurrenten und Amtsinhaber Joe Biden durch kryptofreundliche Statements unter Druck und macht vollmundige Versprechungen in Richtung Krypto-Markt. Auch hier ist kaum abzusehen, inwieweit derartige Zusagen am Ende auch eingehalten werden – klar scheint aber, dass Behörden wie die SEC mit einer umfangreichen Neubesetzung rechnen müssten, sollte Trump Präsident werden.

Trump könnte zum Trumpf werden

Das könnte für die beantragten Ethereum- und Solana-ETFs aber auch schon vor der Wahl zum Trumpf werden. Wie bereits beim ETH-ETF gemunkelt, könnte die Regierungsbehörde SEC auch bei Solana ein Auge zudrücken, um die Stimmung zugunsten des strauchelnden Präsidenten Joe Biden im Land hochzuhalten. Gerade nach der verunglückten TV-Debatte Ende letzter Woche könnten solche Maßnahmen ein paar Wählerstimmen für die Demokraten zurückerobern. Der Druck von Donald Trump, das Vorbild Ethereum und auch das Krypto-Tauwetter in der nordamerikanischen Politik scheinen die Zulassung von Solana-ETFs zu begünstigen. Sicher ist sie aber noch lange nicht. Neben den großen Marktführern Bitcoin und Ethereum wäre ein Solana-ETF eine Art Dammbruch für den Altcoin-Sektor. Unweigerlich würde sich dann nämlich die Frage stellen: Wenn Solana einen ETF bekommt – warum dann nicht auch Chainlink, Polkadot oder Cardano? Zweifelsohne würde eine SEC-Genehmigung nicht nur rund um Solana Euphorie entfachen. Wenn Sie schon jetzt auf die nächste Krypto-Rallye spekulieren wollen, bekommen Sie die wichtigsten Infos für lukrative Einstiege in unseren Analysepaketen zu Bitcoin/Ethereum sowie den wichtigsten Altcoins rund um Solana.

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Simeon Koch

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