„In 10 Jahren ist Geld überflüssig“, sagt Elon Musk. Doch es gibt einen gefährlichen Haken
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„In 10 Jahren ist Geld überflüssig“, sagt Elon Musk. Doch es gibt einen gefährlichen Haken

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elon Musk erwartet bis 2036 eine Wirtschaft, in der Geld überflüssig wird.
  • Experten warnen vor wachsender Ungleichheit trotz technologischem Wohlstand.
  • Fed-Zinsentscheid sorgt heute für Nervosität an Aktien- und Kryptomärkten weltweit.

Guten Morgen!

Heute um 20 Uhr deutscher Zeit entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins. Der Markt ist gespalten wie seit Jahren nicht: Rund 70 Prozent der Beobachter rechnen mit einer Zinspause, etwa 30 Prozent erwarten eine Anhebung. Entsprechend nervös reagieren Aktien- und Kryptomärkte auf die ungewisse Geldpolitik unter Fed-Chef Kevin Warsh. Doch all das könnte schon bald keine Rolle mehr spielen (zumindest, wenn es nach dem reichsten Menschen der Welt geht): Elon Musk glaubt, dass Geld schon in zehn Jahren bedeutungslos wird. Doch diese Vision hat einen gefährlichen Haken – vor allem für normale Arbeitnehmer.

"Was braucht man Geld noch?" – Musks radikale Zukunftsvision

Auslöser der Debatte ist ein rund 90-minütiges Interview mit dem Economist. Darin argumentiert Musk, dass Geld lediglich dazu diene, Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Sobald künstliche Intelligenz und Roboter mehr produzieren könnten, als Menschen überhaupt verbrauchen, verliere Geld seinen eigentlichen Zweck. Inflation werde dann nicht mehr das größte Problem sein – sondern Deflation, also dauerhaft fallende Preise infolge eines nahezu unbegrenzten Angebots.


Elon Musk erwartet, dass Geld in den nächsten zehn Jahren überflüssig wird. Andere KI-Milliardäre warnen vor neuen Dimensionen der sozialen Ungleichheit.


Musk geht noch weiter. Bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre werde künstliche Intelligenz die gesamte menschliche Intelligenz übertreffen. Arbeit werde dadurch zunehmend freiwillig statt notwendig. Gleichzeitig verweist der Tesla- und SpaceX-Chef auf den technologischen Wettlauf zwischen den USA und China. Modelle wie Anthropic Fable oder Chinas Kimi K3 zeigten, wie schnell sich der Wettbewerb beschleunige. Um Risiken zu begrenzen, schlägt Musk sogar vor, führende KI-Labore sollten neue Modelle ihren Konkurrenten ein bis zwei Wochen vor Veröffentlichung zugänglich machen.

Der gefährliche Haken: Überfluss, der viele ärmer macht

Widerspruch kommt ausgerechnet vom bekannten indisch-US-amerikanischen KI-Investor und Milliardär Vinod Khosla. Er hält Musks Vision grundsätzlich für möglich, ergänzt jedoch einen entscheidenden Satz: Geld werde nur dann bedeutungslos, wenn die Politik den entstehenden Wohlstand auch gerecht verteile. Ohne Umverteilung drohe stattdessen eine Welt, in der wenige Eigentümer von Robotern und KI-Systemen nahezu den gesamten Wohlstand kontrollieren, während Millionen Arbeitsplätze verschwinden.

Leseempfehlung: Gratis-Geld für alle? Elon Musk fordert bedingungsloses Grundeinkommen!

Khosla warnt deshalb vor einer möglichen Dystopie. Anders als frühere technologische Revolutionen ersetze künstliche Intelligenz nicht nur menschliche Muskelkraft oder Werkzeuge, sondern erstmals auch geistige Arbeit. Die Produktivität könne dadurch zwar explodieren, gleichzeitig aber Löhne unter Druck geraten und soziale Ungleichheit wachsen. Als mögliche Antwort nennt er unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ob Regierungen diesen Weg tatsächlich einschlagen würden, hält allerdings selbst Khosla für völlig offen.

Märkte warten auf die Fed – Südkorea bleibt unter Druck

Während Anleger über die langfristigen Folgen künstlicher Intelligenz diskutieren, richtet sich der Blick kurzfristig auf den heutigen Fed-Entscheid. Der S&P 500 bewegt sich knapp über 7400 Punkten seitwärts, während der Nasdaq-100 unter 27 800 Punkte gefallen ist. Getrieben sind die Verluste im US-Techsektor vor allem von deutlichen Verlusten der Halbleiter-Aktien: Micron (-8.85 Prozent), Dell (-8.2 Prozent), AMD (-8.1 Prozent) und Marvell (-7.77 Prozent) gehören heute zu den größten Verlieren.

Besonders angespannt bleibt die Lage in Südkorea (auch hier wegen starker Halbleiter-Abverkäufe): Der KOSPI rutschte nach erneuten Abverkäufen im von Samsung und SK Hynix dominierten Halbleitersektor auf rund 6000 Punkte ab und liegt damit mehr als 35 Prozent unter seinem Rekordhoch von etwa 9400 Punkten im Juni. Bitcoin steigt leicht auf rund 64 400 Dollar, Ethereum notiert bei gut 1900 Dollar, während viele Altcoins vor der Fed-Entscheidung schwächer tendieren. Gold hält sich knapp über 4000 Dollar, der WTI-Ölpreis klettert wieder in Richtung 82 Dollar.


HKCM-Gewinner und -Verlierer

Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent

 

Xiaomi

+9.02

Accenture

+6.88

Booking Holdings

+6.70

Micron

-8.85

Dell

-8.20

AMD

-8.15

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Heute veröffentlichen wir Analysen zu folgenden Titeln aus unserem KI-Paket: Tesla, Micron Technology, CrowdStrike und Intuitive Surgical.

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