Das Wichtigste in Kürze:
- Mercedes-Benz verfehlt den Umsatzkonsens um 39 Millionen Euro.
- Das bereinigte EBIT steigt um 16 Prozent auf 2299 Milliarden Euro.
- Der industrielle Free Cash Flow fällt um 41 Prozent.
| Q2 2026 Quartalsergebnisse | Ist-Wert | Schätzung |
|---|---|---|
| Umsatz | €32.061B | €32.1B |
| EPS | €1.14 | €1.29 |
| Mercedes-Benz Pkw | €22.987B | €23.0B |
| Mercedes-Benz Transporter | €4.455B | €4.4B |
| Mercedes-Benz Finanzdienstleistungen | €6.180B | €6.3B |
Mercedes-Benz verfehlt im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen
Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen bei den zentralen Kennzahlen knapp beziehungsweise deutlich verfehlt. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 3.3 Prozent auf 32 061 Milliarden Euro. Analysten hatten 32.1 Milliarden Euro erwartet, womit Mercedes-Benz den Konsens um 39 Millionen Euro unterschritt.
Das Ergebnis je Aktie lag bei 1.14 Euro und damit 0.15 Euro unter der Prognose von 1.29 Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg das EPS dennoch um 20 Prozent. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 13 Prozent auf 1086 Milliarden Euro, während das EBIT um 22 Prozent auf 1547 Milliarden Euro zulegte.
Auf bereinigter Basis verbesserte sich das EBIT um 16 Prozent auf 2299 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge erreichte 7.2 Prozent, die ausgewiesene operative Marge lag bei 4.8 Prozent. Damit zeigt Mercedes-Benz trotz rückläufiger Erlöse eine bessere Ergebnisentwicklung, der Konsensmiss beim EPS bleibt jedoch ein Warnsignal.
Pkw belasten Mercedes-Benz, Transporter und Finanzdienste stützen
Das Pkw-Geschäft blieb der zentrale Belastungsfaktor. Der Umsatz von Mercedes-Benz Cars sank um 4.9 Prozent auf 22 987 Milliarden Euro und verfehlte die Erwartung von 23 Milliarden Euro um 13 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT brach um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro ein, die bereinigte Umsatzrendite fiel von 5.1 auf 4.0 Prozent. Der Absatz sank um acht Prozent auf 417 765 Fahrzeuge. Ein Minus von 30 Prozent in China überwog Zuwächse von vier Prozent in Europa und zehn Prozent in den USA. Positiv war der BEV-Absatz: Er stieg um 51 Prozent auf 52 852 Fahrzeuge, in Europa sogar um 87 Prozent.
Die Pkw-Sparte blieb hinter den Erwartungen zurück, während der Elektroauto-Absatz deutlich zulegte.
Mercedes-Benz Vans übertraf mit 4455 Milliarden Euro die Erwartung von 4.4 Milliarden Euro um 55 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 5.1 Prozent, das bereinigte EBIT um drei Prozent auf 454 Millionen Euro. Die Marge sank leicht von 10.4 auf 10.2 Prozent. Bei 94 075 verkauften Transportern stieg der Absatz in Nordamerika um 23 Prozent, in Europa um fünf Prozent und bei eVans um 46 Prozent.
Analyse für Mercedes-Benz
Die Ergebnisqualität fällt gemischt aus. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts sank um 41 Prozent auf 1102 Milliarden Euro und entwickelte sich damit deutlich schwächer als EBIT und Konzernergebnis. Ein operativer Cashflow wurde nicht angegeben; auch zur Bruttomarge machte Mercedes-Benz keine Angabe. Für Investoren erschwert dies die Beurteilung, wie nachhaltig die Ergebnisverbesserung in liquide Mittel überführt werden kann.
Stärkster Ergebnistreiber war Mercedes-Benz Financial Services. Das bereinigte EBIT sprang um 70 Prozent auf 492 Millionen Euro, während die bereinigte Eigenkapitalrendite von 8.9 auf 15.3 Prozent stieg. Das Vertragsvolumen erhöhte sich gegenüber Ende 2025 um 2.2 Prozent auf 131.6 Milliarden Euro. Der Segmentumsatz sank allerdings um 1.1 Prozent auf 6180 Milliarden Euro und verfehlte die Erwartung von 6.3 Milliarden Euro um 120 Millionen Euro.
Die höheren Konzerngewinne zeigen Fortschritte bei Kosten und Finanzierungsergebnis. Die niedrige Pkw-Marge, die China-Schwäche und der rückläufige Free Cash Flow begrenzen jedoch den fundamentalen Spielraum.
Ausblick und Prognose für Mercedes-Benz
Mercedes-Benz erwartet für 2026 nun einen Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau, zugleich aber ein EBIT deutlich über dem Vorjahr. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts soll leicht unter 2025 liegen. Damit signalisiert der Vorstand weitere Ergebnisverbesserungen, ohne eine schnelle Erholung von Umsatz und Liquiditätszufluss in Aussicht zu stellen.
Für Pkw prognostiziert Mercedes-Benz einen leicht rückläufigen Absatz und eine bereinigte Umsatzrendite von drei bis fünf Prozent. Die bereinigte Cash Conversion Rate soll 1.0 bis 1.2 erreichen. Wegen der kräftigen Elektroauto-Nachfrage hob das Management die Prognose für den xEV-Anteil von zuvor 21 bis 23 Prozent auf 23 bis 25 Prozent an.
Bei Transportern werden ein leicht höherer Absatz, ein xEV-Anteil von acht bis zehn Prozent, eine bereinigte Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent und eine Cash Conversion Rate von 0.1 bis 0.3 erwartet. Für Financial Services erhöhte Mercedes-Benz die Prognose der bereinigten Eigenkapitalrendite auf zwölf bis vierzehn Prozent.
📚 LeseempfehlungAlphabet-Aktie: Cloud-Wachstum stellt alles in den Schatten
Mercedes-Benz steht trotz China-Schwäche und verfehlter Erwartungen mit steigenden Gewinnen und starkem Elektroauto-Absatz im Fokus. Im Euro-Titans-Paket beobachten wir den Autobauer gemeinsam mit europäischen Schwergewichten wie BMW, Volkswagen, Porsche, ASML und SAP. So erhalten Anleger gebündelte Analysen zur Elite des europäischen Aktienmarkts. Zum Euro-Titans-Paket geht es HIER.






