HKCM-Wochenrückblick: Varta-Schuldenschnitt, Ether-ETFs und Porsche-Turbulenzen
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HKCM-Wochenrückblick: Varta-Schuldenschnitt, Ether-ETFs und Porsche-Turbulenzen

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Patrick May

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Varta vor radikalem Neuanfang

Am Montag schockte Varta die Aktionäre: Der schwer angeschlagene Batteriekonzern plant einen drastischen Schuldenschnitt, um die Insolvenz abzuwenden. Gläubiger sollen auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten, während Alt-Aktionäre wahrscheinlich alles verlieren werden. Varta will das Restrukturierungsverfahren nach dem sogenannten StaRUG (Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen) nutzen, das seit drei Jahren in Deutschland operativ lebensfähige Unternehmen vor der Pleite schützt. Der Aktienkurs des einst erfolgreichen Unternehmens fiel von fast 200€ Anfang 2021 bis Mitte dieses Monats auf gute 10€. Am Montag brach die Aktie um weitere 80 Prozent auf rund 2€ ein. Varta kämpft mit hohen Schulden und rückläufigen Geschäften, besonders bei Lithium-Ionen-Batterien und Wallboxen. Eine mögliche Rettung könnte nun durch den Einstieg von Porsche als neuer Aktionär erfolgen. Analysten senkten den fairen Wert der Varta-Aktie auf null Euro, da die geplanten Maßnahmen den aktuellen Aktionären nichts mehr übriglassen.

Dienstag – Ether-ETFs genehmigt: Krypto rückt näher an den Mainstream

Am Dienstag machte die Nachricht Schlagzeilen, dass die nordamerikanische Börsenaufsicht SEC) die ersten börsengehandelten Spot-Ether-ETFs genehmigt hat. Dies folgt auf die Einführung der ersten Spot-Bitcoin-ETFs im Januar und markiert einen weiteren markanten Schritt für Kryptowährungen im traditionellen Finanzwesen. Die insgesamt neun Ether-ETFs, darunter eine Umwandlung des $93 Milliarden schweren Grayscale Investments Trust und Neuzugänge von Branchengrößen wie BlackRock und Fidelity, begannen am Dienstagmorgen mit dem Handel. Matt Hougan von Bitwise kommentierte, dass Krypto als Anlageklasse nicht mehr ignoriert werden könne. Cboe Global Markets, die fünf der neuen ETFs listen, berichtete von einem reibungslosen Handelsstart mit starker Marktteilnahme. Während die Ether-ETFs voraussichtlich nicht sofort so viel Kapital anziehen werden wie die Bitcoin-ETFs, die seit ihrer Einführung über $17 Milliarden eingesammelt haben, prognostiziert Hougan, dass sie in den ersten 18 Monaten etwa $15 Milliarden Dollar anziehen könnten. Mehr zum Handelsstart der ETH-ETFs: $100-Millionen-Plus für Ethereum-ETFs: Handelsstart schwächer als bei Bitcoin.

Mittwoch – Porsche mit Turbulenzen

Am Mittwoch gab Porsche bekannt, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2024 rund 20 Prozent weniger verdient hat als im Vorjahreszeitraum – mit einem Umsatzrückgang von insgesamt 5 Prozent. Für das zweite Halbjahr erwartet Porsche obendrein Produktionsstillstände aufgrund fehlender Aluminiumteile für mehrere Modelle. Porsche erzielte im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 3.1€ Milliarden, was wiederum einem Rückgang um ein Fünftel entspricht. Insgesamt verkauften die Stuttgarter in jenem Zeitraum etwa sieben Prozent weniger Fahrzeuge. Besonders betroffen ist der Absatz in China, wo die Verkäufe um ein Drittel zurückgingen. Währenddessen kämpft auch Autobauer Volkswagen um Marktanteile auf dem chinesischen Markt. Finanzchef Lutz Meschke erklärte, dass trotz eines verhaltenen Starts ins Jahr das Unternehmen finanziell robust aufgestellt sei und Schwankungen in einzelnen Märkten abfangen könne. Porsche plant nun, die Produktion hochzufahren, kann aber nicht alle Ausfälle ausgleichen. Grund für die erwarteten Unterbrechungen sind die erwähnten fehlenden Aluminiumteile, da ein Werk des Zulieferers Novelis im schweizerischen Wallis überflutet wurde. Zusätzlich kündigte Meschke an, dass Porsche aufgrund der aktuellen Marktlage für Elektroautos wieder stärker auf Verbrennungsmotoren setzen will, auch wenn das Ziel von 80 Prozent reinen Elektroautos bis 2030 bestehen bleibt.

Donnerstag – NBA beschließt Rekord-TV-Deal mit Disney und Amazon

Die NBA (National Basketball Association), die höchste Basketball-Profiliga in Nordamerika, hat einen gigantischen TV-Deal abgeschlossen und wird künftig rund $7 Milliarden pro Saison für Übertragungsrechte kassieren. Disney, NBCUniversal und Amazon sicherten sich die Rechte für elf Spielzeiten von 2025/26 bis 2035/36, was die bisherigen Einnahmen der Liga mehr als verdoppelt. „Unsere neuen globalen Medienvereinbarungen werden die Reichweite und Zugänglichkeit von NBA-Spielen für Fans weltweit maximieren“, sagte NBA-Boss Adam Silver. Disney bleibt zentraler Partner und wird die meisten Playoffs und Finalspiele übertragen. Amazon wird zusätzlich Spiele in Deutschland streamen. Die Entscheidung zugunsten von Amazon fiel trotz eines konkurrierenden Angebots des bisherigen Partners TNT. Der Deal umfasst auch die Medienrechte für die WNBA, mit 105 regulären Saisonspielen auf den Plattformen von Disney, NBCUniversal und Amazon. In der NBA spielen zahlreiche deutsche Profis, darunter Dennis Schröder und Franz Wagner. Wagner hat kürzlich einen Fünfjahresvertrag bei den Orlando Magic über 200€ Millionen unterschrieben und ist damit einer der bestverdienenden Sportler Deutschlands.

 

Freitag – Buffett und Gates investieren in Kernenergie

Warren Buffett, der nordamerikanische Starinvestor und Bill Gates, der Mitgründer von Microsoft, setzen gemeinsam auf die Zukunft der Kernenergie. Gates' Unternehmen TerraPower hat den Bau einer $4-Milliarden-Atomanlage im Westen der Vereinigten Staaten, genauer in Wyoming, begonnen – finanziert von Buffett. TerraPower entwickelt kleine modulare Reaktoren (SMRs), die effizient und kostengünstig sind. Diese sollen den wachsenden Energiebedarf, insbesondere durch aufstrebende Technologien wie Künstliche Intelligenz, decken. SMRs von TerraPower zeichnen sich durch ihre Flüssigmetallkühlung und ihre Fähigkeit aus, schnell gebaut zu werden, was sie ideal für die rasche Deckung des Energiebedarfs macht. Der Uranmarkt erlebt dabei aufgrund knapper Vorräte und wachsender Nachfrage nach Kernenergie einen Boom. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass der Strombedarf durch KI-Rechenzentren bis 2026 um das Zehnfache steigen könnte. Buffett und Gates investieren bereits jetzt strategisch in diesen Wachstumsmarkt.

 

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Patrick May

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