$100-Millionen-Plus für Ethereum-ETFs: Handelsstart schwächer als bei Bitcoin
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$100-Millionen-Plus für Ethereum-ETFs: Handelsstart schwächer als bei Bitcoin

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Simeon Koch

Der erste Handelstag der Ethereum-Spot-ETFs in den Vereinigten Staaten ist vorüber – und die Bilanz ist positiver als vielerorts erwartet. Schon eine Viertelstunde nach Handelsstart generierten die Ethereum-Fonds ein Volumen von rund $110 Millionen, innerhalb der darauffolgenden Stunden wurde sogar die Milliarden-Marke gebrochen. Trotz starker Zuflüsse bei Bitwise und Fidelity sah es lange so aus, als würden die Ethereum-ETFs schon an ihrem ersten Handelstag in die roten Zahlen rutschen: Der Grayscale Ethereum Fund (ETHE) sorgte – wie schon der GBTC bei den Bitcoin-ETFs für starken Verkaufsdruck und drückte die kumulierte Statistik aller ETFs fast den gesamten Tag über ins Minus. Erst am Abend kam mit den deutlich positiven Zahlen von BlackRocks Ishares Ethereum Trust die Erleichterung und der erste Handelstag der Ethereum-ETFs schlug mit einem deutlich positiven Zufluss zu Buche. An den Start der Bitcoin-ETFs kommt die zweitgrößte Kryptowährung freilich nicht heran – und doch dürfte das Anlegerinteresse größer sein als gedacht. Das könnte auch an einer Aufklärungskampagne über die technischen Vorzüge von ETH liegen, die BlackRock gestartet hat.

BlackRock pusht Ethereum – und RWA-Tokenisierung

„Während Bitcoin mit seiner Knappheit besticht, überzeugt Ethereum mit seiner technischen Nutzbarkeit“ – mit diesem Satz leitete der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock ein Werbevideo ein, das gestern erschienen ist. Ethereum müsse man sich wie „eine globale Plattform für Anwendungen und Apps vorstellen, die mithilfe von Smart Contracts und ohne zentralen Mittelsmann funktionieren“, fügte der Sprecher an und setzte fort: „Das Interesse von Investoren am nativen Coin ETH wächst stetig, weil immer mehr Menschen digitale Assets nutzen“. In einer schriftlichen Mitteilung klärte BlackRock seine Investoren dann noch über die konkreten Anwendungsmöglichkeiten der Ethereum-Blockchain auf und nannte vor allem Stablecoins für reibungslose internationale Transaktionen, dezentralisierte Finanzanwendungen (DeFi) für dezentrale Kredite und Tokenisierung in Form von Real World Assets. Dass BlackRock seinen Kunden die Vorzüge von Ethereum näher bringt, hat nicht nur mit dem gestrigen Launch des hauseigenen Ethereum ETFs (ETHA) zu tun.

Zwischenstand vor den BlackRock-Zahlen: Ohne Grayscale ein Plus von $318.8 Millionen, mit dem ETHE hingegen ein deutliches Minus von $165.3 Millionen.

Schon länger hegt der marktführende Vermögensverwalter eine Vorliebe für die zweitgrößte Blockchain der Welt, bereits im März setzte BlackRock auf Ethereum einen digitalisierten Fonds für Real World Assets auf. Dieser Tokenisierungs-Fonds knackte Anfang Juli die Marke von $500 Millionen und verzeichnete seit seinem Start jeden Monat ein Wachstum von rund 100 Prozent. Mehrere auf RWA spezialisierte DeFi-Produkte und Altcoin-Projekte wie Ondo Finance (ONDO) nutzen BlackRocks RWA-Fonds (BUIDL) mittlerweile als Sicherheit bei der Ausgabe von Krediten oder Darlehen. BlackRock kennt sich mit Ethereum also bestens aus – und rettete den neuen ETH-ETFs gestern prompt den ersten Handelstag. Noch kurz vor Handelsschluss sah es so aus, als würden die neun Ethereum-Fonds ihr Debüt im Minus abschließen. Der ETF von Bitwise akquirierte starke $204 Millionen an positiven Zuflüssen, dahinter folgte in den ersten Aufstellungen noch Fidelity mit $71.3 Millionen. Trotz dieser Zuflüsse stand vor der Bekanntgabe der Zahlen von BlackRock und Invesco/Galaxy blieb nach Addition aller Zu- und Abflüsse ein dickes Minus.

Grayscale-Dump wie „ein Pflaster, das man abreißt“

Schuld daran war der erwartet starke Abverkauf aus dem ETHE von Grayscale, der allein am ersten Handelstag schwindelerregende $484.1 Millionen und damit rund fünf Prozent seiner gesamten Bestände verlor. Schon vor dem Handelsstart hatte der Kryptomarkt besorgt auf den möglichen Grayscale-Dump geschaut, der auch schon die Bitcoin-ETFs nach ihrem fulminanten Start Mitte Januar schnell in die roten Zahlen gedrückt hatte. Gestern schien sich diese Geschichte zu wiederholen, bis die Zahlen von BlackRock veröffentlicht wurden. Mit einem starken Zufluss von $258.6 Millionen setzte sich der Ishares Ethereum Trust ETF (ETHA) auch bei den ETH-ETFs an die Spitze des Klassements und drehte das Vorzeichen der gesamten Zuflüsse am gestrigen Tag ins Positive. Hatten die Ethereum-ETFs vor den BlackRock-Zahlen noch ein Minus von $165.3 Millionen, so rutschten sie dank BlackRock auf einen Schlag mit $106.8 Millionen ins Plus. Beeindruckend war besonders das Gesamtvolumen aller ETF-Transaktionen, das sich auf rund $1.1 Milliarden belief – fast ein Viertel des Volumens der Bitcoin-ETFs am ersten Handelstag, die am 11. Januar gesammelt $4.54 Milliarden umgesetzt hatten. Was die Netto-Zuflüsse angeht, hinken die Ethereum-Fonds mit ihren $106.8 Millionen dem initialen Plus der Bitcoin-ETFs von gut $750 Millionen aber noch deutlich hinterher. Lässt man Grayscale allerdings außen vor, kommen die restlichen Ethereum-ETFs mit einem Plus von $590.9 Millionen der BTC-Performance des ersten Handelstages schon sehr nahe. Insgesamt halten die Ethereum-ETFs nun $10.2 Milliarden, allein $8.6 Milliarden davon entfallen auf Grayscale.

Finales Ergebnis des ersten Handelstages laut Bloomberg: Ohne ETHE kamen die Ethereum-ETFs auf ein Volumen von $642.9 Millionen und ein Plus von $590.9 Millionen.

Dass die Ethereum-ETFs mit einem deutlichen Plus in den Handel starten, ist besonders mit Blick auf die aktuell schwierige Situation im Altcoin-Markt eine sehr gute Nachricht. Und letztlich ist der Vergleich mit den Bitcoin-ETFs, die reihenweise historische Rekorde brachen, auch nicht ganz fair. Darauf wies auch der Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas hin, der in einem Post darüber aufklärte, dass BlackRocks Ethereum-ETF ETHA nach Volumen-Performance der stärkste aller 600 neuen ETFs war, die in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten zum Handel freigegeben wurden – zumindest, wenn man die BTC-ETFs nicht berücksichtigt. In den Top 10 dieses Rankings (exklusive der BTC-ETFs) finden sich gleich vier der neun ETH-Fonds wieder. Selbst der ETF von 21Shares, der gestern nach Volumen am schlechtesten abschnitt, ist immer noch in den obersten zehn Prozent dieser ETF-Bestenliste zu finden. Für Eric Balchunas ist das „nur ein weiteres Indiz dafür, wie außergewöhnlich das alles ist“. Was Balchunas Kollege James Seyffart als „sehr soliden ersten Tag“ bezeichnete, dürfte dem Altcoin-Sektor mittelfristig guttun. Zwar dürfte der Verkaufsdruck durch Grayscale anhalten, laut Eric Balchunas ist das aber gar keine so schlechte Nachricht. Gestern Abend twitterte der ETF-Experte: „Vielleicht ist es besser so – dann ist es schnell vorbei. Wie ein Pflaster, das man abreißt“.

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Simeon Koch

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