DAX-Newsflash: Deutsche Industrie stark, Mercedes schwach, VW dominiert E-Autos
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DAX-Newsflash: Deutsche Industrie stark, Mercedes schwach, VW dominiert E-Autos

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Carlo Schmid

Deutsche Industrie steigert Produktion

Die deutsche Industrie hat im Mai überraschend ihre Produktion um 1.2 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesteigert. Erwartet worden war eigentlich ein Rückgang. Besonders stark legten die Energiebranche (+10.8  Prozent), die Pharmaindustrie (+10 Prozent) und die Autoindustrie (+4.9  Prozent) zu. Die Bauwirtschaft hingegen schwächelte. Auch im Jahresvergleich stieg die Produktion um 1.0 Prozent. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Zahlen am Montag.

Ökonomen werten die Zahlen als mögliches Signal für eine Trendwende, jedoch mit Vorsicht. Der Anstieg folgt auf einen schwachen April, der durch die Ankündigung neuer US-Zölle belastet war. Entscheidend für die Entwicklung im zweiten Halbjahr dürften nun geopolitische Entscheidungen und die Höhe möglicher neuer Strafzölle seitens der USA sein. (Im September hatte Donald Trump gedroht, der deutschen Industrie "ihre Arbeitsplätze wegzunehmen".) Einige Analysten werten den zarten industriellen Aufschwung in Deutschland als Zeichen für Resilienz und Robustheit, andere warnen vor zu viel Optimismus.

EU nähert sich Zoll-Vereinbarung mit den USA

Die EU verhandelt derzeit mit Hochdruck über ein vorläufiges Handelsabkommen mit den USA, um sich vor einem drohenden 50-Prozent-Zoll auf Exporte ab dem 1. August zu schützen. Ziel ist es, einen Basistarif von zehn Prozent festzuschreiben und Ausnahmen für Schlüsselbranchen wie Luftfahrt und Spirituosen durchzusetzen. Die USA hatten zuvor eine Fristverlängerung für neue Zölle gewährt. Nun hofft die EU, noch diese Woche ein Rahmenabkommen abzuschließen.

Hintergrund der Eile ist Donald Trumps Ankündigung, nahezu alle Handelspartner mit Strafzöllen zu belegen, um US-Industrie und Staatskasse zu stärken. Die EU wiederum versucht, Gegenmaßnahmen wie Gegenzölle oder Exportkontrollen vorzubereiten. Parallel wird auch über technische Standards, digitale Handelsregeln und sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse verhandelt. Ein endgültiger Durchbruch bleibt abzuwarten.

Mercedes verkauft weniger Autos

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2025 weltweit rund 600 100 Fahrzeuge verkauft. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders schwach lief das Geschäft in China mit einem Rückgang von acht Prozent, während in Europa und Nordamerika jeweils rund fünf Prozent weniger Autos abgesetzt wurden. Bei den elektrischen Modellen brach der Absatz sogar um 16 Prozent ein. Das geht aus aktuellen Konzernzahlen hervor, die Mercedes am Dienstag veröffentlicht hat.

Der Absatzrückgang hängt laut Unternehmen unter anderem mit Modellwechseln und der wirtschaftlich angespannten Lage in wichtigen Märkten zusammen. Besonders betroffen ist China, wo Mercedes unter dem wachsenden Preisdruck durch aufstrebende Hersteller wie BYD leidet. Auch der E-Auto-Bereich bleibt eine Baustelle: Die schwache Nachfrage nach Stromern trifft Mercedes in einer Phase, in der Milliarden in Elektromobilität investiert werden.

Volkswagen verteidigt deutsche E-Auto-Spitze

Volkswagen hat im ersten Halbjahr 2025 seine Marktführerschaft bei Elektroautos in Deutschland eindrucksvoll behauptet und sogar ausgebaut. Mit einem Marktanteil von über 46 Prozent liegt der Konzern weit vor der Konkurrenz. BMW kommt auf gut elf Prozent, Tesla stürzt auf nur 3.6 Prozent ab. Besonders erfolgreich sind Modelle wie der ID.7 und Skoda Enyaq, die die Topplätze bei Neuzulassungen belegen.

Zeitgleich sorgt ein personeller Paukenschlag für Aufsehen: Personalvorstand Gunnar Kilian verlässt überraschend den Konzern. Als enger Vertrauter von Ex-CEO Diess galt er als einflussreicher Strippenzieher in der VW-Zentrale. Intern wird spekuliert, dass der Abgang Teil einer größeren Machtverschiebung ist – offiziell heißt es, man habe sich „einvernehmlich getrennt“. Die Nachfolge von Kilian soll zügig geregelt werden.

Airbus zieht weitere Großaufträge an Land

Airbus hat zwei neue Großaufträge aus Malaysia gesichert: Malaysia Airlines bestellt 20 Langstreckenjets vom Typ A330-900, die zwischen 2029 und 2031 ausgeliefert werden sollen. Parallel unterzeichnete AirAsia eine Absichtserklärung über 50 Maschinen des Typs A321XLR inklusive Optionen auf 20 weitere. Beide Deals treiben die Airbus-Aktie auf ein neues Hoch. Sie zählt aktuell zu den Top-Werten im DAX.

Die A321XLR ist eine Langstreckenversion des A321 mit Reichweiten bis 8700 Kilometern. Ideal für neue Routen zwischen Asien und Europa. AirAsia denkt dabei sogar über ein europäisches Drehkreuz nach. Die neuen Aufträge festigen die Position von Airbus im internationalen Wettbewerb, besonders gegenüber Boeing. Damit bleibt der Konzern auf Kurs, sein ambitioniertes Ziel von 820 Auslieferungen im Jahr 2025 zu erreichen.

Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Dienstag.

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