„Perfider Anschlag“ gegen Tesla: Extremisten sabotieren Elon Musks Gigafactory
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„Perfider Anschlag“ gegen Tesla: Extremisten sabotieren Elon Musks Gigafactory

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Simeon Koch

„Anschläge auf unsere kritische Infrastruktur sind eine Form von Terrorismus“, verurteilte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke den Sabotageakt einer extremistischen politischen Gruppe gegen die Tesla-Gigafactory in Grünheide von Dienstagnacht. In den frühen Morgenstunden hatten die Täter einen freistehenden Strommasten in der Nähe der Fabrik angezündet, die Stromversorgung in der Tesla-Anlage und umliegenden Wohngebieten wurde dadurch gekappt. Wenige Stunden später bekannte sich ein radikales politisches Kollektiv zum Brandangriff. Seit Wochen schwelt der Streit um die Erweiterung der Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide, bei dem nicht nur die Fabrik erweitert, sondern auch hektarweise Wald gerodet werden soll. Erst kürzlich hatten sich die Bürger des Städtchens in einer Abstimmung klar gegen die ehrgeizigen Ausbaupläne positioniert. Tesla-Chef Elon Musk wollte von diesem Votum zunächst nichts wissen und zeigt weiterhin wenig Verständnis, die Proteste erreichen aber immer neue Eskalationsstufen. Während die Lage in Brandenburg immer heißer wird, bereiten Elon Musk juristische Streitigkeiten Kopfzerbrechen: Entlassene Twitter-Manager um den ehemaligen Geschäftsführer Parag Agrawal fordern millionenschwere Abfindungen für ihre plötzlichen Entlassungen nach der Twitter-Übernahme – der nächste teure Rechtsstreit steht Musk ins Haus.

„Wir haben heute Tesla sabotiert“: Extremisten prahlen nach Anschlag

„Es ist nichts Neues, dass Tesla die Kommunikation verbessern muss“, mahnte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke unlängst mit Blick auf die Zwistigkeiten rund um das Expansionsvorhaben in Grünheide – der jüngste Brandanschlag sei aber keinesfalls zu rechtfertigen und zutiefst zu verurteilen. Seit Tagen halten 80 bis 100 Aktivisten einen Teil des Waldes besetzt, den Tesla roden will, um Platz für neue Produktionskapazitäten und entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Auf mehr als 100 Hektar, die zurzeit noch bewaldet sind, sollen künftig ein Güterbahnhof, Lagerhallen und ein Betriebskindergarten entstehen. Schon länger weist Elon Musk darauf hin, dass die Region durch das Bauprojekt vom LKW-Verkehr entlastet würde – der Transport von Bauteilen und anderen notwendigen Materialien erfolge nach erfolgreichem Ausbau schließlich per Schiene. Laut Ministerpräsident Woidke hege Tesla „Pläne, gegen die man gar nicht sein kann“, der Politiker unterstrich die gute Versorgung von Mitarbeitern durch die geplante Kindertagesstätte und mögliche neue Arbeitsplätze. Gegner der Gigafactory-Pläne überzeugen diese Argumente bisher noch nicht, der Streit scheint nun eine neue Eskalationsstufe erreicht zu haben: In den frühen Morgenstunden des heutigen Dienstags kam es rund um die Fabrik zu massiven Stromausfällen, laut Polizei habe ein brennender Strommast in der Nähe des Werks die Stromversorgung unterbrochen.

Die Ermittler gaben bislang keine Ursachen für den Zwischenfall bekannt, schon wenige Stunden nach dem Brand spekulierten allerdings nicht nur große Medien über einen Sabotageakt. In einer ersten Stellungnahme ging Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen von einem aktivistischen Angriff aus: „Sollten sich erste Erkenntnisse bestätigen, handelt es sich um einen perfiden Anschlag“. Mit „der vollen Härte des Rechtsstaats“ werde man gegen „diesen Sabotageakt vorgehen“. Am frühen Nachmittag sorgten die Täter dann selbst für Gewissheit: Die als linksextrem geltende aktivistische Vulkangruppe bekannte sich in einem Schreiben zum „Anschlag auf die Stromversorgung“, wie es in dem Brief heißt: „Wir haben heute Tesla sabotiert“, prahlten die Mitglieder der Vereinigung. Schon 2021 soll die Vulkangruppe einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der damaligen Tesla-Baustelle für die Gigafactory Berlin-Brandenburg verübt haben, der Verfassungsschutz hatte damals von einem entsprechenden Bekennerschreiben berichtet. In der Bundeshauptstadt ist diese Art des politischen Protests keine Neuheit, laut der Exekutive hatten „in den vergangenen Jahren mehrmals Linksextremisten als Vulkangruppen Brandanschläge in Berlin verübt“. Tesla, dessen Aktie wir in unserem Tech33-Paket neben anderen Börsengiganten wie Apple, Microsoft oder Nivida regelmäßig analysieren, musste infolge des Brandes die Fabrik evakuieren und die Produktion stoppen, bezeichnete den Zustand der Anlage kurz nach Bekanntwerden des Angriffs aber als „sicher“.

Twitter-Manager fordern Millionen – Anwälte wollen Milliarden von Tesla

Alles andere als sicher ist derweil der Ausgang eines Gerichtsprozesses, den ehemalige Topmanager der Social-Media-Plattform Twitter kürzlich angestoßen haben. Sie fordern millionenschwere Abfindungen. Elon Musk hat sich bei Twitter nämlich nicht nur Freunde gemacht – eher im Gegenteil: Nachdem der mittlerweile zweitreichste Mann der Welt die Plattform 2022 nach unschönen juristischen Scharmützeln mit der Führungsriege für $44 Milliarden übernommen hatte, wurden Tausende Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Dabei sollen die Kündigungen so eingefädelt worden sein, dass den geschassten Angestellten Millionen an Abfindungen durch die Lappen gingen – so zumindest argumentiert eine Reihe ehemaliger Twitter-Topmanager unter der prominenten Führung des ehemaligen Geschäftsführers Parag Agrawal eine gegen Musk eingebrachte Klage. Demnach sei der neue Twitter-Besitzer den Klägern $128 Millionen schuldig, als Beweismittel sollen unter anderem Auszüge aus Musks kürzlich erschienener Biografie dienen, in denen die Vorgehensweise detailliert beschrieben wird. Die Entlassungen sollen zeitlich so geplant worden sein, dass Bonuszahlungen, Aktienoptionen und Abfindungen nicht ausgeschüttet werden mussten, schon damals war das Konstrukt rechtlich aber fragwürdig. Allein Parag Agrawal, den Elon Musk als Twitter-CEO absetzte, fordert dem Vernehmen nach rund $57 Millionen, der frühere Finanzchef Ned Segal verlangt eine Nachzahlung von rund $45 Millionen.

Schon Monate vor der Übernahme hatte Musk sich mit dem Twitter-Management vor Gericht in den Haaren gelegen. Mit der Begründung, dass Twitter über seine tatsächlichen Nutzerzahlen falsche Angaben gemacht habe, drohte Musk zwischenzeitlich, den Deal auf Eis zu legen oder sogar platzen zu lassen. Ein dazu eröffnetes Gerichtsverfahren endete mit einer außergerichtlichen Einigung, Musk fügte sich in die Bestimmungen des bereits unterschriebenen Kaufvertrages mit einem Volumen von $44 Milliarden. Mit dem Twitter-Clinch setzt Elon Musk eine ganze Reihe millionenschwerer Gerichtsprozesse fort: Erst vor wenigen Tagen verklagte Musk dann OpenAI, weil die Firma seiner Ansicht nach gegen ihre gemeinwohlorientierten Grundsätze verstoßen habe, als Sam Altmans ehemaliges Start-up die milliardenschwere Partnerschaft mit Microsoft einging und einen profitorientierten Arm gründete. Ende Januar bereits hatte ein Gericht entschieden, dass Musk auf ein Tesla-Aktienpaket in Höhe von $56 Milliarden verzichten muss, nachdem ehemaligen Mitarbeiter geklagt hatten. Dieser Streit dürfte für Musk nun noch deutlich teurer werden, denn die Anwälte, die Musks Aktienoptionen erfolgreich anfochten, fordern nun ein Honorar von $6 Milliarden. Den geforderten Stundenlohn von knapp $300 000 rechtfertigten die Juristen damit, dass Tesla von der Rückgabe des Aktienpakets profitiert habe. Ausgezahlt werden soll das Honorar in Form von Tesla-Aktien. Musk bezeichnete die Gehaltsvorstellungen als „kriminell“.

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Simeon Koch

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