Elon Musk gehen $56 Milliarden durch die Lappen
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Elon Musk gehen $56 Milliarden durch die Lappen

Author

Simeon Koch

Monatelang dauerte das Gerichtsverfahren um ein umfassendes Paket erfolgsabhängiger Boni, das Tesla-Geschäftsführer Elon-Musk vorrangig Aktienoptionen im Gesamtwert von $56 Milliarden zugestanden hätte, jetzt ist klar: Wenn es nach der Richterin geht, soll Musk auf seine Vergütungen verzichten. Kürzlich erst war der Gerichtsprozess wieder in den öffentlichen Fokus gerückt, weil eine Ausschüttung der Vergütung auch zu deutlich gesteigertem Mitspracherecht Musks bei wegweisenden Unternehmensentscheidungen geführt hätte. Auch angesichts der absehbaren Niederlage vor Gericht hatte Musk vor einigen Tagen auf X, vormals Twitter, eine Ausweitung seines Einflusses verlangt, um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz im Unternehmen mit gutem Gewissen vorantreiben zu können. Aktionäre fühlten sich unter Druck gesetzt und witterten einen Machtkampf auf Teslas Führungsebene.

Richterin kritisiert „unfassbare Summe“

Mit dem Gerichtsentscheid dürften die Kontroversen um das Vergütungspaket erstmal abebben – Musk kann aber noch in Berufung gehen. Die kontroversen Bonuszahlungen waren an damals sehr hoch gesteckte, mittlerweile aber vollumfänglich erreichte operative Ziele geknüpft, etwa das Erreichen einer Marktkapitalisierung von etwa $600 Milliarden, die Tesla mittlerweile auf die Börsenwaage bringt. Das Paket sei aber nicht nur das größte, das jemals für eine Führungskraft geschnürt worden sei, sondern beinhalte auch eine „unfassbare Summe“, wie die zuständige Richterin in der Provinz Delaware konstatierte. Auch deshalb wurde das Paket für ungültig erklärt. Musk selbst, der kürzlich erst vermeldete, mit Neuralink den ersten Computerchip in einem menschlichen Hirn implantiert zu haben, rechtfertigte sich auf ungewöhnliche Weise.

Dass überhaupt so ein großes Paket geschnürt worden sei, liege in den Befürchtungen der Anleger begründet, die 2018 dachten, „dass wir scheitern und bankrott gehen werden“, erklärte Musk vor Gericht. „Wir waren damals in einer ziemlich harten Lage, wir verloren viel Geld. Die Wahrscheinlichkeit eines Überlebens war extrem niedrig.“ Nach dem Urteil twitterte Musk gestern bedient: „Gründe niemals deine Firma im Bundesstaat Delaware.“ Angestoßen wurde das Gerichtsverfahren von einem Tesla-Aktionär, der vor Gericht argumentierte, die vorgegebenen Ziele seien allzu leicht erreichbar gewesen. Zudem sei Musk nicht einmal dazu gezwungen gewesen, seine volle Aufmerksamkeit und Arbeitskraft dem ehemaligen E-Auto-Marktführer zu widmen.

Bekommt Tesla von Musk zu wenig Aufmerksamkeit?

Während des Prozesses hatten die Direktoren von Tesla erklärt, warum Musk so hohe Boni in Aussicht gestellt bekam. Demnach wollte man sicherstellen, dass er als einer der dynamischsten Unternehmer der Welt Tesla in seinen Bemühungen weiterhin priorisiere. Der Kläger hielt dagegen, dass Musk schon damals seine Aufmerksamkeit nur phasenweise dem Elektroauto-Hersteller geschenkt und gleichzeitig übermäßig viel Zeit in seine Raumfahrtfirma SpaceX investiert habe. Antonio Gracias, ehemaliger Tesla-Direktor und Vertrauter von Elon Musk, bezeichnete das Gehaltspaket als „großartiges Geschäft für die Aktionäre“ – schließlich hätten die ambitionierten Ziele erst zum nachhaltigen Erfolg und rasanten Aufstieg des Unternehmens selbst und damit zum rapiden Kursgewinn der Aktie geführt.

Als Musk gestern einen Tweet über den ersten Computerchip absetzte, den sein Startup Neuralink einem menschlichen Patienten eingesetzt hat, dürfte sich der Kläger aus dem Vergütungsprozess bestätigt gefühlt haben. Denn wieder einmal steht Musk auf einem der zahlreichen unternehmerischen Nebenschauplätze im Rampenlicht, die mit Tesla um seine Zuwendung konkurrieren. Vergangenes Jahr hatte die nordamerikanische Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht für eine erste Testreihe des Implantats am Menschen gegeben. Künftig sollen über die Chips von Neuralink nicht nur kognitive Fähigkeiten der Nutzer gesteigert, sondern auch deren Hirnströme an Computer übertragen werden. So könnten körperlich beeinträchtigte Patienten Geräte mithilfe ihrer Gedanken steuern, auch neurologische Erkrankungen wie Alzheimer sollen behandelt werden können. Die unternehmerischen Projekte von Elon Musk können in Form der Tesla-Aktie in unseren täglichen Analysen des beliebten TECH33-Pakets verfolgt werden – genauso wie über 30 weitere Wertpapiere weltweit führender Tech-Giganten.

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Simeon Koch

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