Quartalszahlen: Tech-Riesen um Apple und Microsoft mit hohen Gewinnen
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Quartalszahlen: Tech-Riesen um Apple und Microsoft mit hohen Gewinnen

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Simeon Koch

Mit dem iPhone-Entwickler Apple, dem Onlinehandel-Giganten Amazon und der Facebook-Mutter Meta haben in den ersten Februartagen drei der einflussreichsten Unternehmen der Welt ihre Geschäftszahlen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres präsentiert – mit teils dicken Überraschungen. So konnte Apple nach vier Quartalen mit Umsatzrückgängen in Folge ein kräftiges Plus verzeichnen, Amazon verblüffte seine Anleger mit einer Vervielfachung des erwirtschafteten Gewinns. Meta will nach einem kräftigen Profitsprung nun zum ersten Mal Dividende ausschütten und sorgte damit für Euphorie unter den Anlegern. Gedämpfter war die Stimmung beim Suchmaschinen-Primus Google und dem zwischenzeitlich wertvollsten Börsenunternehmen der Welt, Microsoft, die ihre Bilanzen Ende Januar vorgelegt hatten. Beide vermeldeten deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn, Analysten und Aktionäre hatten aber auf mehr gehofft. Unisono kündigten alle fünf Tech-Riesen eine höchst profitable nähere Zukunft an – zuvorderst dank Künstlicher Intelligenz (kurz: KI).

Amazon will in den milliardenschweren KI-Markt

„Dieses vierte Quartal brach in Sachen Feiertagsgeschäft alle Rekorde und beschloss ein solides Jahr 2023“, resümierte Amazon-Geschäftsführer Andy Jassy im Presse-Statement zu den aktuellen Geschäftszahlen. Auf $170 Milliarden und damit um 14 Prozent stieg der Umsatz des Onlinehandel-Giganten im Vergleich zum Vorjahr an, das Geschäft in Nordamerika wuchs um 13 Prozent – ebenso wie die Einnahmen durch den Cloud-Service AWS (Amazon Web Service), welcher sich mittlerweile für $24.2 Milliarden verantwortlich zeichnet. International wuchsen die Verkäufe sogar um 17 Prozent. Der Gewinn vervielfachte sich auf rund $10.6 Milliarden, nach dem enttäuschenden Ergebnis von gerade einmal $300 Millionen im Jahr 2022. Explizit unterstrich CEO Andy Jassy die gesteigerte Effizienz bei Lieferungen, stärkere Einbindung von Künstlicher Intelligenz sowie nachhaltig gesteigerte Werbeeinnahmen. Auch im aktuellen Jahr erwarte man deutliche Zuwächse, schließlich „liefern unsere Teams in rasantem Tempo Ergebnisse und wir haben viel vor uns, vorauf wir uns freuen können“.

Kunden sollen künftig auf die Unterstützung eines hauseigenen KI-Modells für intelligente Kaufempfehlungen zurückgreifen können, generative KI bleibe für das Unternehmen aber ein „relativ kleiner“ Geschäftszweig, bremste die Konzernführung. Trotzdem erwarte man sich davon künftig „Dutzende Milliarden Dollar“ an Einkünften. Allgemein werde man „in neue Dinge und neue Geschäftsbereiche investieren, die unsere Kunden ansprechen“, gab sich Amazons Finanzvorstand Brian Olsavsky ebenso optimistisch wie vage. Künftig werde man „noch effizienter arbeiten und mit weniger mehr erreichen“. Geleitet von diesem Motto hatte der seit bald drei Jahren amtierende Amazon-CEO Andy Jassy zwischen Ende 2022 und Mitte 2023 ganze 27 000 Angestellte entlassen, erst kürzlich wurden Personalkürzungen auf den Streaming-Plattformen Prime Video und Twitch angekündigt. Dabei scheint Amazon in Sachen Werbung gerade eine neue Goldgrube aufgetan zu haben: Vor einigen Wochen begann der Konzern, auf Prime Video Werbeanzeigen zu schalten, Analysten rechnen künftig mit immensen Erlösen, das Interesse sei riesig.

Meta zahlt erstmals Dividende – und feilt am Metaversum

Ebenso groß war die Freude bei Meta-Aktionären, als das Unternehmen am gestrigen Donnerstag ankündigte, erstmals in der eigenen Geschichte eine Dividende auszuschütten. Ermöglicht wurde diese historische Entscheidung durch formidable Geschäftszahlen, allein das Werbegeschäft stieg im vergangenen Quartal, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, um ein Viertel auf $40 Milliarden. Der Gewinn verdreifachte sich nahezu auf rund $14 Milliarden, 2022 waren es $5 Milliarden gewesen. Künftig will Meta seinen Aktionären eine Dividende von 50 Cent pro Quartal zukommen lassen, das würde den Konzern rund $4.4 Milliarden jährlich kosten. Ein finanzielles Problem stellt das wohl kaum dar, schließlich verwaltet die Facebook-Mutter rund $42 Milliarden an Bargeldreserven. Branchenkenner interpretieren Metas profitablen Jahresabschluss als Signal für anhaltende Stärke des digitalen Werbemarkts. Im kommenden Jahr will Meta weiter an Künstlicher Intelligenz und seinem firmeninternen Steckenpferd, dem Metaverse, schrauben. Für entsprechende Infrastruktur plant der Social-Media-Pionier Investitionen von knapp $100 Milliarden in den nächsten Monaten.

Aufschließen möchte Meta damit zu Microsoft, das in den letzten Jahren zum KI-Vorreiter unter den Tech-Giganten avancierte. Allein in den Chatbot ChatGPT von OpenAI hat der Software-Spezialist mittlerweile $13 Milliarden investiert. Die ersten Milliarden des Windows-Entwicklers flossen bereits 2019 ins Startup von Geschäftsführer Samuel Altman, seither hat sich die Microsoft-Aktie in ihrem Wert vervierfacht, der Börsenwert knackte die magische $3-Billionen-Marke und kurzzeitig überflügelte man sogar Apple als wertvollstes Börsenunternehmen der Welt. Laut Experten hat Microsoft einen beträchtlichen Teil dieses rasanten Wertzuwachses seinem Engagement in der KI-Sparte zu verdanken, aufgrund des kaum bezifferbaren Potenzials auf diesem Markt fielen die externen Prognosen für Microsofts Quartalszahlen allerdings auch entsprechend ambitioniert aus. Zwar stieg der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Dezember um ein Fünftel auf $62 Milliarden und auch der Gewinn legte beachtlich um ein Drittel auf fast $22 Milliarden zu – Anleger hatten sich aber noch ein bisschen mehr erhofft.

Googles Zukunftspläne gedeihen – Apple überrascht

Geschäftsführer Satya Nadella war trotzdem guter Dinge: „Wir sind dazu übergegangen, nicht mehr nur über KI zu sprechen, sondern KI in großem Maßstab anzuwenden“, ließ er sich in einer Presseaussendung zitieren. Auch die konzerneigene Suchmaschine Bing soll weiter verbessert werden, um in ernsthafte Konkurrenz zum Marktführer Google zu treten, der selbst in Sachen Geschäftszahlen vorlegte. Ebenso wie Meta stellte Google die Profitabilität des digitalen Werbemarktes unter Beweis und akquirierte Werbeeinnahmen in Höhe von $65.5 Milliarden, was einem Wachstum von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Analysten hatten zwar mit ein paar Millionen mehr gerechnet, insgesamt gab die Google-Mutter Alphabet aber ein solides Bild ab: Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf $86.3 Milliarden, der Gewinn stieg sogar um mehr als die Hälfte auf gute $20 Milliarden. Selbst Zukunftsprojekte wie selbstfahrende Autos und Lieferdrohnen, die in der Vergangenheit tiefrote Zahlen geschrieben hatten, konnten ihren Umsatz von $226 Millionen auf $657 Millionen mehr als verdoppeln, wodurch sich der operative Verlust von $1.24 Milliarden auf $863 Millionen reduzierte.

Für eine Überraschung unter den Wallstreet-Analysten sorgte derweil Microsofts größter Konkurrent um den ersten Platz im Rennen um den weltweit höchsten Börsenwert: Apple konnte seinen Quartalsumsatz in Relation zum Vorjahr von gut $117 Milliarden auf $120 Milliarden steigern, Experten waren im Schnitt von “nur” $108 Milliarden ausgegangen. Zum ersten Mal nach vier Quartalen mit Rückgängen kann Apple also wieder ein Umsatzwachstum vermelden. Das Weihnachtsgeschäft schlug dank der starken Nachfrage nach iPhones mit einem satten Gewinn von fast $34 Milliarden zu Buche, der Umsatz mit den Geräten stieg um rund sechs Prozent auf knapp $70 Milliarden. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Apple seinen ewigen Kontrahenten Samsung als größter Smartphone-Anbieter der Welt entthront hat. Im Dienstleistungsgeschäft, bei Mac-Computern und dem iPad verfehlte Apple indes die Markterwartungen, auch im wichtigsten Absatzmarkt China hat das Konzern mit rückläufigen Einnahmen zu kämpfen: Kumuliert gingen die Erlöse auf dem chinesischen Festland, in Taiwan und Hongkong um 13 Prozent auf nun $21 Milliarden zurück.

Was passiert mit den großen Tech-Aktien?

Am Ende war es das schwächste China-Quartal seit 2020, zuletzt versuchte die chinesische Regierung, ihre Bürger zum Kauf von inländischen Produkten zu bewegen, anstatt Importware nachzufragen. Im Januar erst hatte Apple seine iPhones in China deutlich verbilligt, um die Verkäufe zum chinesischen Neujahrsfest anzukurbeln. Apple-Geschäftsführer Tim Cook wollte die Quartalsbilanz dadurch aber nicht getrübt wissen: „Wir sind seit 30 Jahren in China“, er bleibe „optimistisch auf die langfristige Perspektive“, auch im laufenden Quartal werde man viele Kunden im Reich der Mitte gewinnen. Es bleibt also spannend bei den großen Playern im Technologie-Markt, dessen kollektive Entwicklung in Nordamerika engmaschig und topaktuell von unseren Analysen zum Technologie-Index Nasdaq begleitet werden. Apple, Microsoft und Google sowie auch Amazon und Meta finden sich in der Einzelanalyse nebst weiteren knapp 30 Technologie-Hochkarätern in unserem beliebten TECH33-Paket wieder – inklusive regelmäßigen Preisprognosen und Signalen zu lukrativen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Am Wochenende steigt außerdem das große Finale der diesjährigen HKCM-Sonderberichtssaison. Zum Abschluss bringen wir neben dem Bericht zum Krypto-Markt exklusive mittel- und langfristige Ausblicke im Technologie-Sektor, die unsere regelmäßigen Analysen transzendieren. Die Sonderberichte zu sämtlichen analysierten Märkten sind frei zugänglich für alle unsere Abonnenten, unabhängig vom gebuchten Paket.

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