Joe Biden ist raus: Was plant Kamala Harris für Uran, Öl und Erdgas?
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Joe Biden ist raus: Was plant Kamala Harris für Uran, Öl und Erdgas?

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Simeon Koch

Es war eine historische Sensation – und hat am Ende dann doch nicht mehr viele überrascht. Am späten Sonntagabend hat Joe Biden seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen der Vereinigten Staaten selbstständig zurückgezogen. „Es war die größte Ehre meines Lebens, als Ihr Präsident zu dienen“, schrieb Biden in einem schriftlichen Statement auf X und fügte an: „Obwohl ich die Absicht hatte, mich zur Wiederwahl zu stellen, glaube ich, dass es im besten Interesse meiner Partei und des Landes ist, wenn ich zurücktrete und mich für den Rest meiner Amtszeit ausschließlich auf die Erfüllung meiner Pflichten als Präsident konzentriere.“ Es war ein nüchternes, aber aufrüttelndes Statement, das mit einem ausdrücklichen Dank an Vizepräsidentin Kamala Harris schloss. Und das war ein erster Fingerzeig in Richtung der neuen demokratischen Nominierung, die in alsbald erfolgen muss, damit die Partei des amtierenden Präsidenten ihrem neuen Kandidaten im Wahlkampf gegen Donald Trump noch ernsthafte Chancen erstreiten kann. Die Juristin und ehemalige Senatorin Kamala Harris gilt als heißeste Kandidatin – auch, weil Biden sie nun ausdrücklich unterstützt. Sollte sie Präsidentin werden, würde sich wirtschaftlich einiges ändern, vor allem im Rohstoffsektor.

Gegen Trump – für China?

Kamala Harris hat während der ersten demokratischen Präsidentschaftsdebatte im Jahr 2019 die Wirtschaftspolitik von Präsident Donald J. Trump scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Steuersenkungen von Trump als ein Geschenk an die Reichen und argumentierte, dass der boomende Aktienmarkt die Mittelschicht zurücklässt und die Handelspolitik Trumps den Bauern im Herzen Amerikas schadet. Ihrer Ansicht nach funktionierte die Wirtschaft nicht für die arbeitenden Menschen, sondern nur für diejenigen mit dem größten Vermögen. Als potenzielle Nachfolgerin von Präsident Biden muss Harris nun ihre eigene Vision für die US-Wirtschaft darlegen, die immer noch mit Inflation zu kämpfen hat. Ihre Wirtschaftspolitik steht im scharfen Kontrast zu Trumps Versprechen weiterer Steuersenkungen und Zölle. Und das zeigte sie auch in den letzten knapp vier Jahren. Während ihrer Zeit als Vizepräsidentin hat Harris die Wirtschaftspolitik der Biden-Regierung unterstützt und sich gemeinsam mit dem Präsidenten für den Ausbau der Nuklearenergie und auch für populäre politische Schritte wie die Neubewertung von Cannabis eingesetzt.

Harris hat auch eine starke Position in Bezug auf den Handel und die Regulierung von Technologie eingenommen. Sie kritisierte die Handelspolitik von Trump, insbesondere die negativen Auswirkungen seiner Zollkriege auf amerikanische Landwirte, und erklärte, dass sie keine protektionistische Demokratin sei. Harris betonte, dass China zur Rechenschaft gezogen werden müsse für den Diebstahl geistigen Eigentums und das Dumping stark subventionierter Exporte auf ausländischen Märkten. Sie warnte auch davor, dass Trumps Vorschlag, hohe Zölle auf alle Importe zu erheben, die Kosten für Alltagsausgaben wie Benzin, Lebensmittel und Kleidung in die Höhe treiben würde. Insgesamt dürfte sich Harris, ähnlich wie Joe Biden, im Falle einer Wahl als US-Präsidentin für die Entspannung der internationalen Handelsbeziehungen einsetzen. Mit Blick auf China zeigte sich Harris als Vizepräsidentin zwar resolut gegen Dumping und den Diebstahl von geistigem Eigentum für chinesische Billig-Kopien von Technologie, Mode oder anderen Produkten. Dennoch bemühte sie sich um Dialog mit der chinesischen Staatsführung und versuchte, einem offenen Handelskrieg vorzubeugen.

Öl und Gas wie bei Joe Biden

Ähnlich wie Donald Trumps rechte Hand J.D. Vance, der vor wenigen Tagen als Kandidat auf die Vizepräsidentschaft von den Republikanern in den Wahlkampf geschickt wurde, dürfte Kamala Harris klare Kante gegenüber großen Tech-Unternehmen zeigen. Als Generalstaatsanwältin von Kalifornien hat Harris sich stark auf den Verbraucherschutz konzentriert und erfolgreiche Klagen gegen Unternehmen wie eBay geführt. Mehrere große Unternehmen bezahlten damals millionenschwere Strafen oder Vergleiche. Feindlich ist Harris den großen Vertretern des Technologie-Sektors gegenüber aber keinesfalls eingestellt: Die aktuelle Vizepräsidentin unterhält enge Beziehungen zu prominenten Vertretern der größten Tech-Giganten und namhaften Investoren. In ihren Wahlkampagnen erhielt sie Unterstützung von großen Namen der Branche, darunter der damalige Facebook-COO Sheryl Sandberg und Salesforce-Geschäftsführer Marc Benioff. Als sie sich für die Stelle als Generalstaatsanwältin von Kalifornien bewarb, betonte Harris gegenüber möglichen Spendern, dass sie „eine Kapitalistin“ sei. Primär geht es ihr laut eigener Aussage aber um die Entlastung der Mittelschicht und finanziell schwacher Haushalte. Schon mehrfach kritisierte Harris etwa Öl- und Gasunternehmen für gesteigerte Verbraucherpreise.

Kamala Harris twitterte im März: "Es ist falsch, dass Öl- und Gasfirmen ihre Profite steigern, während arbeitende Familien an der Zapfsäule zahlen"

So startete Harris kürzlich eine landesweite Economic Opportunity Tour, um die Fortschritte der Regierung bei Investitionen in kleine Unternehmen, der Bekämpfung der Inflation und der Entschuldung von Studentenkrediten zu fördern. Ihre eigenen Vorschläge zur Unterstützung der Mittelschicht umfassen erstattungsfähige Steuerkredite für Personen und Paare mit niedrigen bis mittleren Einkommen. Harris setzte sich auch für höhere Unternehmenssteuern ein und kritisierte die Steuersenkungen von Trump. Wichtigen Einfluss hat diese Haltung auch auf Harris‘ Rohstoffpolitik, schließlich sind auch steigende Öl- und Gaspreise wichtige Treiber der Inflation. In Bezug auf die Umwelt- und Rohstoffpolitik hat Harris eine ähnliche Haltung wie Biden eingenommen, wobei sie den Schwerpunkt auf saubere Energie und Umweltgerechtigkeit legt. Sie führte Klagen gegen große Ölunternehmen sowohl als Bezirksstaatsanwältin von San Francisco als auch als Generalstaatsanwältin von Kalifornien. Als Vizepräsidentin war sie in die Politik der Umweltschutzbehörde eingebunden. In dieser Funktion war sie auch an der Drosselung der Flüssiggas-Exporte Anfang des Jahres beteiligt, die dem Weißen Haus internationale Kritik einbrachten. Kurz darauf wurde auch die Förderung von Erdöl in den USA deutlich gekürzt – erneut auf Initiative staatlicher Behörden.

Uran-Boom mit Kamala Harris?

In diesen und weiteren Rohstofffragen dürfte Harris ebenso wie ihr Vorgänger Joe Biden in Konflikt mit China geraten. Betreffen würde das auch den nationalen Bedarf an Uran. Der Nuklear-Brennstoff steht seit Monaten wieder ganz oben auf der nordamerikanischen Rohstoff-Einkaufsliste, sogar die Handelsbeziehungen mit Russland wurden dafür lange trotz der harten Sanktionen aufrechterhalten. Harris‘ Unterstützung für Atomenergie wäre in den USA aber nichts Ungewöhnliches: Seit Jahrzehnten setzt die nordamerikanische Wirtschaft auf Nuklearenergie, fast 20 Prozent der produzierten Energie entfiel im letzten Jahr auf diesen Sektor. Harris würde als Präsidentin Joe Bidens Ziel einer kohlefreien Energiewirtschaft vorantreiben und dafür auf erneuerbare Energie setzen – und den größten Anteil in diesem Sektor macht die Atomindustrie aus, die in den Vereinigten Staaten rund 60 000 Arbeitnehmer beschäftigt. Die milliardenschwere Uran-Nachfrage aus Nordamerika dürfte also auch unter Harris nicht abreißen, ganz im Gegenteil. Wer vom wachsenden Uran-Bedarf finanziell profitieren will, bekommt in unserem Analysepaket die wichtigsten Prognosen für lukrative Einstiege bei entsprechenden Anlageprodukten und Fonds. Dasselbe gilt für Rohöl und Erdgas, die wir ebenfalls regelmäßig analysieren.

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Simeon Koch

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