„Wir müssen Marihuana legalisieren!“: US-Vizepräsidentin Kamala Harris pusht Cannabis
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„Wir müssen Marihuana legalisieren!“: US-Vizepräsidentin Kamala Harris pusht Cannabis

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Simeon Koch

Der Wahlkampf um die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten ist in vollem Gange, die voraussichtlichen Kandidaten Donald Trump und Joe Biden versuchen jede mögliche Karte zu spielen, um sich im nervenaufreibenden Rennen ums Weiße Haus einen Vorsprung zu sichern. In den letzten Wochen sorgte Amtsinhaber Joe Biden bereits für Aufsehen, als er Erdgas-Exporte an verbündete Staaten drastisch kürzte und damit primär jungen und ökologisch engagierten Wählerschichten gefallen wollte, wie Kritiker vermuten. Eines der wichtigsten Asse in Bidens Ärmel bleibt aber die Cannabis-Legalisierung, die er schon bei Amtsantritt urgierte und vor etwa einer Woche bei seiner vielbeachteten Rede zur Lage der Nation wieder aufs Tapet brachte. Dabei forderte der amtierende Präsident ausdrücklich, dass „niemand für den Konsum oder Besitz von Marihuana ins Gefängnis kommen soll“. Bidens Vizepräsidentin Kamala Harris legte diese Woche nach und kündigte eine Neubewertung von Cannabis „so bald wie möglich“ an. Laut Insider-Berichten soll Harris in einer nicht öffentlichen Diskussion klar gemacht haben, dass man „Marihuana legalisieren“ müsse. Die politisch wichtige Entscheidung könnte noch vor der Wahl fallen.

Vizepräsidentin Harris: Cannabis-Gesetze „offensichtlich ungerecht“

„Der Krieg gegen Marihuana ist vorbei, Mr. President“, schrieb der weltberühmte Boxer Mike Tyson im Februar in einem offenen Brief an Joe Biden. Dass die Politik aufhören solle, sich bei der Legalisierung querzustellen, signalisieren laut Tyson „Bemühungen um Legalisierung im ganzen Land und Umfragen, die belegen, dass die meisten Amerikaner gegen ein Verbot sind. Es ist Zeit für unser Land, einen Schritt nach vorne zu machen und das Cannabis-Verbot ein für alle Mal aufzuheben“. Tyson bezog sich damit auf die nationale Regelung. In 38 von 50 nordamerikanischen Provinzen ist Cannabis zum medizinischen Gebrauch erlaubt, in 24 auch im privaten Bereich. Auf Bundesebene allerdings stellt die nationale Rauschgiftbehörde (engl.: Drug Enforcement Administration; kurz: DEA) Cannabis auf die höchste Gefahrenstufe ihres Drogen-Rankings, gemeinsam mit Kokain. Der öffentliche Druck scheint Wirkung zu zeigen: Biden bezeichnete die Cannabis-Politik der letzten Jahrzehnte als Fehler, den man „wiedergutmachen“ wolle. Rückendeckung bekamen Tyson, Drake und Co. nun auch von Bidens Vizepräsidentin Kamala Harris, die den aktuellen juristischen Umgang mit Cannabis bei einer Diskussion im Weißen Haus als „absurd“ bezeichnete.

Laut Harris sei es „offensichtlich ungerecht“, dass auf Bundesebene Cannabis als „genauso gefährlich wie Heroin und sogar gefährlicher als Fentanyl eingestuft wird“. Fentanyl ist ein medizinisch genutztes Schmerzmittel, das als hochpotentes Opioid den Drogen-Schwarzmarkt der Vereinigten Staaten zuletzt im Sturm eroberte und für einen Großteil der rund 100 000 Todesfälle durch Drogenmissbrauch im Land verantwortlich ist. Cannabis hingegen war im letzten Jahr für 386 tödliche Überdosen verantwortlich – obwohl es von mehr als 50 Millionen Amerikanern genutzt wird und damit die verbreitetste Droge in den Vereinigten Staaten ist. Wichtig anzumerken ist dabei, dass 258 der 386 Cannabis-Todesfälle und damit etwa zwei Drittel von synthetischen Cannabinoiden hervorgerufen wurden, die teils doppelt bis hundertfach so stark wirken wie natürliches THC, die psychoaktive Substanz der Cannabis-Pflanze. Außerdem waren fast alle Cannabis-Todesfälle entweder auf Vorerkrankungen oder Unfälle zurückzuführen, die unter Drogeneinfluss geschahen. Um für Aufklärung zu sorgen und gesundheitsgefährdende synthetische Cannabinoide zurückzudrängen, will die Biden-Regierung nun die Legalisierung erzwingen. Kamala Harris kündigte an: „Ich bin mir sicher, dass die DEA so schnell wie möglich an der Neubewertung von Cannabis arbeitet und wir freuen uns auf das Ergebnis.“

$40 Milliarden aus dem Nichts: Cannabis-Boom noch dieses Jahr?

Schon vergangene Woche hatten Vertreter der großen Cannabis-Konzerne Canopy Growth und Curaleaf den Legalisierungsvorstoß von Joe Biden begrüßt. Allein der legale nordamerikanische Cannabis-Sektor soll laut Experten bis 2031 auf rund $55 Milliarden anwachsen. Eine Legalisierung könnte laut Schätzungen auf einen Schlag zu einem jährlichen Handelsvolumen von $40 Milliarden in den Vereinigten Staaten führen. Dort sitzen mehr als 30 000 Menschen wegen gewaltlosen Cannabis-Vergehen in Gefängnissen und ähnlichen Strafvollzugsanstalten, was Kamala Harris im Weißen Haus als untragbaren Zustand kritisierte: „Ich glaube, dass das Versprechen von Amerika die Gleichheit vor dem Recht beinhaltet. In zu vielen Fällen ist unser Rechtssystem an diesem Grundprinzip gescheitert“, wobei sie offenbar auf Cannabis-Delinquenten anspielte. Branchenkenner vermuten eine Entscheidung der Gesundheitsbehörde innerhalb der nächsten acht Monate – also bis zur Präsidentschaftswahl Anfang November. Wie immens das Potenzial eines neu entstehenden legalen Cannabis-Marktes ist, dürfte demnächst das Beispiel Deutschland illustrieren. Wer von den zuletzt fulminanten Kursgewinnen der größten Cannabis-Aktien profitieren möchte, ist mit unserem beliebten Cannabis-Analysepaket bestens beraten.

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