Wie steht die EU zu Bitcoin und Ethereum? Die MiCA-Verordnung im Überblick
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Wie steht die EU zu Bitcoin und Ethereum? Die MiCA-Verordnung im Überblick

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Simeon Koch

Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) mag Bitcoin nicht. Und das dürfte persönliche Gründe haben. Im vergangenen November verriet Lagarde, dass sich ihr Sohn mit Kryptowährungen verzockt habe. „Er hat fast alles Geld verloren, das er investiert hat“, konstatierte die besorgte Mutter und Notenbankchefin zerknirscht. Ihren Rat habe der Sohn „königlich ignoriert, was sein gutes Recht ist“. Und doch habe sie ihn am Ende zur Einsicht bewegt: „Als ich ein weiteres Gespräch mit ihm führte, akzeptierte er widerwillig, dass ich recht hatte“. Der Haussegen hing wohl gehörig schief bei den Lagardes – da ist es fast nachvollziehbar, dass die mächtigste Finanzpolitikerin der Europäischen Union „eine sehr geringe Meinung von Kryptowährungen“ hat, wie Lagarde bei der Gelegenheit betonte. Trotz dieser persönlichen Krypto-Ressentiments ist die EU bei digitalen Assets weltweiter Vorreiter – zumindest, was die Regulierung angeht. Die Verordnung mit dem Namen MiCA (engl.: Markets in Crypto-Assets Regulation) ist eine bahnbrechende Innovation, wird im Krypto-Markt aber beargwöhnt. Dabei ist MiCA für Bitcoin und Co. gar nicht so schlecht – im Gegenteil.

Bitcoin und Altcoins: EU will auf eigenen Beinen stehen

Wenn es um die Regulierung von Kryptowährungen geht, stehen zumeist die Vereinigten Staaten im Fokus. Und das ist kein Wunder, schließlich geben sie den wirtschaftlichen Takt im Westen vor. Und das hat konkrete Gründe: Die jährliche Wirtschaftsleistung der USA beläuft sich auf mehr als $25 Billionen, die gesamte Europäische Union bringt weniger als $17 Billionen auf die Waage. Und auch auf dem Finanzmarkt sind die Verhältnisse klar: An der größten europäischen Börse Euronext, die grenzübergreifenden Wertpapierhandel in der EU ermöglicht, sind Aktien mit einer kumulierten Marktkapitalisierung von gut $7 Billionen gelistet. Als größte Börse in den USA beherbergt die New York Stock Exchange Wertpapiere im Gesamtwert von ganzen $28 Billionen und damit das Vierfache der besagten paneuropäischen Börse Euronext. Wegen dieser schieren ökonomischen Macht stehen die Vereinigten Staaten viel stärker im Fokus, wenn es um Wirtschaftsdaten geht, die das Bauchgefühl der Börsianer bestimmen – seien es nun Inflation, die Leitzinsen oder auch Arbeitslosenraten.

Die EU aber will sich aus dem nordamerikanischen Windschatten lösen, in dem die Europäische Zentralbank lange Zeit gefahren war. Ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit demonstriert die Union aktuell mit weitaus besseren Inflationszahlen als in den Vereinigten Staaten und plant nun sogar, sich bei ihrer Zinspolitik von der nordamerikanischen Notenbank Fed (engl.: Federal Reserve) abzunabeln. Auch in Sachen Kryptowährungen enteilt die EU der weltgrößten Volkswirtschaft auf der anderen Seite des großen Teichs zusehends. Der Grund dafür ist die EU-Richtlinie MiCA: Während die Regulierung von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten zu einem der dominanten Wahlkampfthemen vor der Abstimmung über den nächsten Präsidenten wird, hat die EU ihren einheitlichen Rechtsrahmen längst auf den Weg gebracht. MiCA ist zwar kontrovers und wird immer noch heiß diskutiert, als grenzübergreifendes Regelwerk für den institutionellen und privaten Umgang mit Kryptowährungen aber ist die Richtlinie Pionierarbeit. „MiCA ist ein wichtiger Schritt und im internationalen Vergleich wegweisend“, lobt etwa Rupert Schaefer, Exekutivdirektor der deutschen Börsenbehörde BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

„Chance für den Finanzsektor“: EU und Bitcoin

Die Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum, die von der nordamerikanischen Börsenaufsicht im Januar und Ende Mai zugelassen wurden, signalisieren politisches Tauwetter in Sachen Krypto, nachdem die Regulatoren in den Vereinigten Staaten die Thematik jahrelang skeptisch beäugt hatten. Ähnliches ist laut Schaefer auch in Europa zu spüren: Mit der MiCA-Verordnung unterstütze man „legitime Finanzinnovationen“, denn „die Distributed-Ledger-Technologie bietet auch Chancen für Effizienzgewinne im Finanzsektor“. Distributed Ledger ist ein technischer Begriff für die dezentrale Speicherung von Transaktionsdaten auf der Blockchain. Was genau MiCA regelt, ist im Gesetzestext verankert, der 166 eng bedruckte Seiten umfasst. Aber keine Angst, die wichtigsten Punkte sind recht schnell erklärt. Denn im Wesentlichen klärt die Verordnung drei zentrale Fragen: Was Kryptowährungen überhaupt sind, wie sie gehandelt werden dürfen und wie dabei Betrug und Geldwäsche verhindert werden können. Laut der Europäischen Kommission wird „der neue Rechtsrahmen die Marktintegrität und Finanzstabilität fördern, indem er das öffentliche Angebot von Krypto-Assets regelt und dafür sorgt, dass die Verbraucher besser über die damit verbundenen Risiken informiert werden“.

Die grundlegende MiCA-Regelung besteht in der Typologisierung von Kryptowährungen. Demnach gibt es drei Arten von Blockchain-Assets: E-Geld-Token, vermögensbezogene Token und Utility-Token. Was sich komplex anhört, ist eigentlich recht einfach: Als Utility-Token gelten die meisten Altcoins, weil sie Zugang zu Dienstleistungen ermöglichen, die von den Unternehmen hinter den Coins angeboten werden. Das sind etwa Smart Contracts auf Solana, Bargeld-Transaktionen auf der XRP-Blockchain oder Orakel-Funktionen auf Chainlink. Vermögensbezogene Token sind Coins mit stabilem Gegenwert, die an Vermögenswerte wie Gold oder andere Kryptowährungen gebunden sind. Eines der jüngsten Beispiele dafür ist der Altcoin Ethena, der mit Bitcoin-Reserven gedeckt ist, algorithmisch funktioniert und durch Spekulation auf den Bitcoin-Kurs Rendite abwerfen soll. E-Geld-Token schließlich sind nichts weiter als klassische Stablecoins wie Tether (USDT) oder Circle (USDC), die an Fiat-Währungen wie den Euro oder den US-Dollar geknüpft sind. Nicht jede Kryptowährung muss allerdings in eine dieser Kategorien fallen. NFTs und DeFi-Leistungen wie etwa Staking werden übrigens nicht von der MiCA-Verordnung abgedeckt.

Strenge Regeln, viel Bürokratie: Was bringt MiCA wirklich?

Die Frage danach, wie Kryptowährungen gehandelt werden dürfen, beantwortet MiCA zunächst mit ihrer Definition von Cryptographic Service Providers (kurz: CASP). Das sind Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen anbieten dürfen, etwa die Verwahrung oder den börslichen Handel. Möchte eine Plattform den Handel von Kryptowährungen ermöglichen oder eine Bank digitale Assets für ihre Kunden verwalten, müssen bestimmte MiCA-Auflagen erfüllt werden. Von CASP-Unternehmen muss etwa ein offizielles Whitepaper ausgegeben werden, das vor dem öffentlichen Verkauf einer Kryptowährung einzureichen ist. Darin geht es um die Währung selbst, den Herausgeber und auch Dinge wie den Energieverbrauch der Blockchain. Damit soll verhindert werden, dass Anleger von unlauteren Akteuren am Krypto-Markt um ihre Anlagen gebracht werden. In der Regel muss dieses Whitepaper von den Emittenten der Kryptowährung selbst aufgesetzt werden, laut MiCA kann aber auch eine Handelsbörse diese Aufgabe übernehmen. Auch Herausgeber von Stablecoins müssen strenge Regeln befolgen – etwa risikoarme Investitionen mit dem verwalteten Geld oder erhöhte Anforderungen an das liquide Eigenkapital, um den ausgegebenen Stablecoin zu decken.

Die MiCA-Richtlinie tritt erst Ende 2024 in Kraft, ist aber jetzt schon umstritten. Zwar wurde die kontroverseste Klausel, nämlich ein de-facto-Verbot für Bitcoin-Mining wegen Umwelt-Bedenken, noch vor der Verabschiedung der Verordnung gestrichen. Dennoch bleiben viele Marktbeobachter skeptisch. Kritisiert werden etwa Geldwäsche-Regeln, die Hardware-Wallets unattraktiv machen könnten oder auch der bürokratische Aufwand, der Krypto-Dienstleister abschrecken und zur Flucht ins Ausland bewegen könnte. Dennoch schafft MiCA etwas, das Krypto-Dienstleistern in den meisten Teilen der Welt bisher fehlt, nämlich regulatorische Klarheit. Und die ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Investoren wichtig, sowohl privat als auch institutionell. Eindeutige Regeln fördern die Krypto-Adaption in der breiten Wirtschaft und erleichtern es Banken und anderen Institutionen des Finanzmarktes, in Bitcoin und Altcoins zu investieren. Wenn auch Sie in dieser Asset-Klasse Fuß fassen wollen, können Sie in unsere Analysepakete zu Bitcoin/Ethereum und den Altcoins jetzt zum Sonderpreis hineinschnuppern! Ab heute erhalten Sie mit dem Code Europawahl20 für einen begrenzten Zeitraum 20 Prozent Rabatt auf beide Pakete sowie alle anderen Märkte, die wir für Sie tagtäglich aufbereiten. Ganz besonders laden wir Christine Lagardes Sohn dazu ein, unsere Krypto-Pakete zu buchen. Dann läuft das nächste Investment bestimmt besser!

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