US-Newsflash: Senat beschließt Big Beautiful Bill, Dollar historisch schwach, Jeff Bezos verkauft Amazon-Aktien
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US-Newsflash: Senat beschließt Big Beautiful Bill, Dollar historisch schwach, Jeff Bezos verkauft Amazon-Aktien

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Carlo Schmid

US-Senat votiert für Trumps Big Beautiful Bill

Der US-Senat hat nach einer zähen Marathonsitzung Trumps umstrittenes innenpolitisches Milliardenpaket verabschiedet – mit einer Patt-Situation von 50 zu 50 Stimmen. Den Ausschlag gab Vizepräsident JD Vance, der laut US-Verfassung bei einem Gleichstand im Senat das entscheidende Votum abgeben darf. Die sogenannte One Big Beautiful Bill umfasst massive Steuersenkungen, Investitionen in die nationale Sicherheit und wird teilweise durch die größten Kürzungen im Sozialbereich seit Jahrzehnten finanziert. Nun steht ein Showdown im Repräsentantenhaus bevor: Bereits am Mittwoch oder Donnerstag soll über das Gesetz abgestimmt werden, damit Trump es wie geplant bis zum 4. Juli unterzeichnen kann.

Der Ausgang ist ungewiss: Die Republikaner verfügen im Repräsentantenhaus nur über eine hauchdünne Mehrheit und können sich maximal drei Gegenstimmen leisten. Zusätzlich erschweren Unwetter an der Ostküste die Rückkehr mehrerer Abgeordneter nach Washington – gestrichene Flüge und wetterbedingte Verspätungen könnten den entscheidenden Stimmenverlust bedeuten. Außerdem ruft Tesla-Chef Elon Musk seit Wochen lautstark dazu auf, das Gesetz zu boykottieren. Der reichste Mann der Welt drohte Abgeordneten sogar unlängst, sich gegen ihre Wiederwahl einzusetzen, sofern sie für den Entwurf stimmen.

US-Dollar so schwach wie seit 50 Jahren nicht

Der US-Dollar hat im ersten Halbjahr 2025 rund 10.8  Prozent an Wert verloren – das schlechteste Halbjahresergebnis seit 1973. Verantwortlich für den Einbruch sind Donald Trumps aggressive Zollpolitik, anhaltende Unsicherheiten rund um die US-Verschuldung und zunehmende Zweifel an der Stabilität amerikanischer Finanzpolitik. Auch Spekulationen über mögliche Zinssenkungen und ein drohender Wechsel an der Spitze der US-Notenbank sorgten für Druck auf die Währung.

Der Dollar gilt traditionell als sicherer Hafen für Anleger weltweit. Doch Trumps Wirtschaftspolitik, inklusive der sogenannten Liberation Day-Zölle, hat das Vertrauen erschüttert. Analysten warnen, dass die Mischung aus wachsender Staatsverschuldung, politischen Alleingängen und globalen Spannungen den Dollar dauerhaft schwächen könnte. Während europäische Börsen zulegen, setzen viele Investoren inzwischen lieber auf Gold, dessen Preis seit Jahresbeginn um 25 Prozent gestiegen ist.

Next Nvidia? Surge AI sammelt dank Google und Meta Milliarden

Das aufstrebende KI-Unternehmen Surge AI hat in seiner ersten Finanzierungsrunde sechs Milliarden Dollar eingesammelt und strebt nun eine Bewertung von 15 Milliarden Dollar an. Angeführt wird die Runde von den Investmentarmen von Google und Meta, beteiligt sind zudem Tiger Global, Thrive Capital und weitere Tech-Giganten. Surge AI entwickelt spezialisierte KI-Chips und will damit Unternehmen wie Nvidia Konkurrenz machen.

Surge AI kümmert sich um Data Labeling, also das manuelle Annotieren von Trainingsdaten für KI‑Modelle, ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen wurde 2020 von Edwin Chen, einem ehemaligen Google/Meta‑Ingenieur, gegründet und hat im vergangenen Jahr über eine Milliarde Dollar Umsatz erwirtschaftet, womit es bereits profitabel agiert.

Jeff Bezos verkauft 700 Millionen Dollar in Amazon-Aktien

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat Ende Juni rund 3.3 Millionen Amazon-Aktien verkauft und dabei 736.7 Millionen US-Dollar erlöst. Die Transaktionen wurden im Rahmen eines bereits im März festgelegten 10b5-1-Plans durchgeführt, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Bezos besitzt nach dem Verkauf immer noch etwa 905 Millionen Amazon-Aktien und bleibt damit einer der größten Anteilseigner des Tech-Giganten.

Bezos hatte bereits im vergangenen Jahr Aktien im Wert von knapp fünf Milliarden Dollar verkauft. Solche Verkäufe sind bei Großaktionären üblich, um ihr Vermögen zu diversifizieren oder größere private Investitionen zu tätigen. Ähnlich agierte vor Kurzem Jensen Huang, der CEO von Nvidia: Er hat laut Financial Times rund 700 Millionen USD in mehreren Tranchen verkauft, ebenfalls im Rahmen eines 10b5‑1-Plans, bei dem er im Juni mehr als 500 Millionen US-Dollar umsetzte, nachdem Nvidia-Aktien auf Rekordniveau gestiegen waren.

OpenAI setzt jetzt auf KI-Chips von Google

OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, nutzt erstmals KI-Chips von Google. Laut Insiderinformationen mietet das Unternehmen seit Kurzem sogenannte Tensor Processing Units (TPUs) über Googles Cloud-Plattform. Zuvor setzte OpenAI ausschließlich auf die Grafikprozessoren (GPUs) von Nvidia und die Rechenzentren des Großinvestors Microsoft. Die neue Partnerschaft mit Google markiert damit einen bedeutenden Schritt hin zu einer diversifizierten Infrastrukturstrategie.

OpenAI erhofft sich von den TPUs vor allem geringere Kosten bei der sogenannten Inferenz. Das ist der Moment, in dem ein trainiertes KI-Modell tatsächlich zum Einsatz kommt, etwa wenn ChatGPT auf eine Frage reagiert. Solche Prozesse benötigen erhebliche Rechenleistung und verursachen entsprechend hohe Betriebskosten. Durch die Nutzung der Google-Chips könnte OpenAI diese Ausgaben deutlich senken. Gleichzeitig bringt die Entscheidung Bewegung in den Markt: Google positioniert sich damit als ernst zu nehmende Alternative zu Nvidia im Rennen um die Vorherrschaft bei KI-Hardware.

Das war's schon mit dem US-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Mittwoch.

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