US-Präsident Donald Trump hat erneut Notenbankchef Jerome Powell heftig kritisiert und könnte bald einen Nachfolger für die Spitze der Federal Reserve verkünden. Donald Trump hat seine Kritik an Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, in den letzten Wochen intensiviert. Der US-Präsident ist unzufrieden mit Powells Weigerung, die Leitzinsen zu senken, und hat dies in einer handschriftlichen Notiz an Powell deutlich gemacht. Trump beschuldigt Powell, den USA ein Vermögen zu kosten, und fordert eine deutliche Zinssenkung. Diese Kritik reiht sich in eine Serie von Beleidigungen ein, bei denen Trump Powell als "dumm", "schrecklich" und "inkompetent" bezeichnet hat.
Die geldpolitische Unsicherheit in den USA drückt auf den US-Dollar-Index (DXY). Das allerdings ist historisch gesehen gut für Risiko-Assets wie Kryptowährungen.
Jerome Powell, dessen Amtszeit noch bis Mai 2026 läuft, hat wiederholt betont, dass die Fed die Auswirkungen von Trumps Handelspolitik abwarten will, bevor sie Zinsentscheidungen trifft. Die US-Notenbank hat den Leitzins zuletzt im Dezember 2024 gesenkt und zögert seitdem, weitere Schritte zu unternehmen. Trumps aggressive Rhetorik gegen Powell und die Fed könnte jedoch Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank wecken, was weitreichende Konsequenzen für die Stabilität der globalen Finanzmärkte haben könnte.
Trumps Pläne für einen neuen Fed-Chef
Berichten zufolge plant Trump, möglicherweise schon bald einen Nachfolger für Powell zu benennen. Laut dem Wall Street Journal könnte dies bereits im September oder Oktober geschehen, eventuell sogar früher im Sommer. Trump hat während des NATO-Gipfels in Den Haag angedeutet, dass er bereits mehrere Kandidaten im Auge hat, darunter den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh und den Direktor des National Economic Council, Kevin Hassett. Auch Finanzminister Scott Bessent und der ehemalige Weltbankpräsident David Malpass werden als mögliche Nachfolger gehandelt.
Die Möglichkeit, dass Trump Powell durch einen Schatten-Fed-Chef ersetzt, könnte die Unabhängigkeit der Federal Reserve gefährden. Die Fed gilt als nahezu unantastbar in ihrer Unabhängigkeit, ein Status, der für die Stabilität des Dollars als Weltreservewährung entscheidend ist. Sollten Zweifel an dieser Unabhängigkeit aufkommen, könnten die globalen Börsen erheblich erschüttert werden, was die USA in ihrer Fähigkeit, ihre hohe Staatsverschuldung zu refinanzieren, schwächen könnte.
Historische Parallelen und rechtliche Hürden
Die Geschichte zeigt, dass politische Einmischung in die Notenbankpolitik schwerwiegende Folgen haben kann. In den 1970er Jahren führte der Druck von Präsident Nixon auf Fed-Chef Arthur Burns zu einer drastischen Inflation. Erst in den 1980er Jahren konnte der neue Fed-Chef Paul Volcker mit drastischen Zinserhöhungen die Inflation eindämmen. Trumps Versuche, Powell zu entlassen, sind rechtlich umstritten. Der Oberste Gerichtshof der USA hat in der Vergangenheit entschieden, dass ein Präsident ein Mitglied einer unabhängigen Behörde nicht ohne wichtigen Grund entlassen darf.
Hohe Zinsen wiederum sind schlecht für Risiko-Assets, vor allem für Altcoins. Der bisher längste Krypto-Bärenmarkt geht einher mit der aktuell straffen Geldpolitik.
Trotz dieser rechtlichen Hürden hat Trump wiederholt mit der Idee gespielt, Powell zu feuern. Powell selbst hat unlängst jedoch argumentiert, dass eine solche Entlassung "gesetzlich nicht zulässig" sei. Bislang hat kein US-Präsident einen Fed-Vorsitzenden entlassen, und es gibt gute Gründe zu glauben, dass der Supreme Court den Sonderstatus der Fed als unabhängige Behörde bestätigen würde.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Trumps Kritik an Powell und die Spekulationen über einen möglichen Nachfolger haben die Zins-Spekulationen an den Finanzmärkten angeheizt. Laut dem Fed Watch Tool der CME Group erwarten die meisten Marktteilnehmer eine Zinssenkung im September. Diese Spekulationen setzen den Dollar unter Druck, während der Euro im Gegenzug an Wert gewinnt. Ein starker Euro könnte kurzfristig die Spritpreise in Europa senken, doch die langfristigen Folgen einer geschwächten Fed könnten weitreichender sein.
Sollte das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed erodieren, könnte dies die Stabilität des globalen Finanzsystems gefährden. Der Dollar als Weltreservewährung und US-Staatsanleihen als sicherer Hafen sind entscheidend für die globale Finanzstabilität. Trumps politisches Taktieren um die Fed-Führung könnte daher nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch die Weltwirtschaft destabilisieren.
Ausblick: Mögliche Entwicklungen in der Fed-Führung
In den kommenden Monaten könnte Trump einen Nachfolger für Jerome Powell benennen, was die Märkte weiter verunsichern könnte. Ein solcher Schritt würde die Unabhängigkeit der Fed infrage stellen und könnte das Vertrauen in die US-Wirtschaft beeinträchtigen. Die Finanzmärkte werden die Entwicklungen genau beobachten, da jede Veränderung in der Fed-Führung weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben könnte.




