Nvidia verliert KI-Markt in China – Huawei drückt NVDA-Aktie
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Nvidia verliert KI-Markt in China – Huawei drückt NVDA-Aktie

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Simeon Koch

Eigentlich wollte Donald Trump mit seinen exorbitanten Strafzöllen die US-Wirtschaft stärken. Die Idee: ausländische Unternehmen mit den hohen Einfuhrkosten vom heimischen Markt drängen und damit den Binnenkonsum auf amerikanische Marken konzentrieren. Bei Nvidia geht dieser Schuss jetzt nach hinten los. Fast 15 Prozent des jährlichen Umsatzes generiert der Chip-Weltmarktführer in China, das Trump am härtesten mit Strafzöllen bombardiert. Das schadet Nvidias Geschäft.

Kaum zieht sich der Halbleiter-Gigant aus dem wichtigen Absatzmarkt im Reich der Mitte zurück, stößt bereits die Konkurrenz in das entstandene Milliarden-Vakuum. Huawei, der Handy-Hersteller aus der Industrie-Metropole Shenzen, will zum wichtigsten Chip-Produzenten Asiens aufsteigen. Da kommt Nvidias erzwungener Rückzieher wie gerufen. Schon jetzt hat Huawei ernsthafte Konkurrenzprodukte auf dem Markt. An den US-Börsen wächst die Angst vor einem Machtwechsel an der Halbleiter-Weltspitze, die Nvidia-Aktie setzt ihre Talfahrt fort.

Warum fällt die Nvidia-Aktie?


Nvidia-Anleger hatten es in den letzten Monaten wahrlich nicht leicht. Zwar hat der Konzern Milliarden-Pläne für seine weitere Expansion in Sachen KI und reiht ein Blockbuster-Quartal ans nächste; die chinesische Konkurrenz aber sitzt dem mittlerweile drittgrößten Börsenunternehmen der Welt im Nacken. Ein erstes erschütterndes Indiz dafür lieferte der Börsen-Schock rund um die Veröffentlichung der vermeintlichen chinesischen Wunder-KI Deepseek, die angeblich mit viel weniger Chips auskommt als herkömmliche Modelle.


Die Nvidia-Aktie befindet sich in einer tiefen Korrektur und könnte den Abverkauf deutlich verlängern. Primär erwarten wir bald die nächste Rallye.
Das stellte sich recht schnell als Übertreibung heraus, die Sorge um die Nachhaltigkeit von Nvidias Geschäftsmodell blieb aber. Zu allem Überdruss hatte Nvidia im vierten Quartal des Vorjahres trotz rekordverdächtiger Geschäftsergebnisse mit sinkenden Margen zu kämpfen. Und dann verschärfte das Weiße Haus auch noch die Export-Beschränkungen nach China. Schon unter Joe Biden hatte Nvidia Restriktionen für Chipverkäufe nach Fernost auferlegt bekommen. Damals baute der Konzern extra einen abgespeckten, leistungsschwächeren Chip, um weiterhin nach China verkaufen zu können. Nun stoppte Trump aber auch dieses Modell vorläufig.

Nvidia reagierte auf die Entscheidung des Weißen Hauses mit einer Warnung: Im ersten Quartal seien Einnahmen von 5.5 Milliarden Dollar akut gefährdet. Außerdem bangt der Konzern um seine starke Position im milliardenschweren chinesischen KI-Markt. Und tatsächlich sind diese Sorgen berechtigt, wie sich nun herausstellt: Huawei bastelt laut übereinstimmenden Medienberichten an einem KI-Chip, der es mit den schwachen China-Chips von Nvidia aufnehmen kann. Bei Yahoo Finance sagte Brian Colello, Aktien-Stratege beim Nasdaq-notierten Analysehaus Morningstar: „In China ist für Nvidia mit den neuen Exportbeschränkungen so ziemlich Game-Over.“

Verliert Nvidia das KI-Monopol?


Dass Huawei dem großen US-Konkurrenten tatsächlich den Rang in China abläuft, ist laut Colello nicht unwahrscheinlich. Im Interview sagte der Experte: „Ich denke, das Exportverbot für den H20 hat den letzten Strohhalm für Nvidia gekappt, um irgendetwas halbwegs Konkurrenzfähiges in China zu verkaufen.“ Zur Erklärung: Der H20-Chip ist die leistungsschwächere Chip-Reihe, die Nvidia 2023 baute, um die Exportbeschränkungen der Biden-Regierung zu umgehen. Die Regierung wollte damit verhindern, dass China in Sachen KI die USA überholt. „Ich würde erwarten, dass Huaweis Produkte letztlich besser sind – wenn nicht jetzt, dann sehr bald.“

Akut gefährdet sei Nvidias Position als globaler Marktführer laut dem Morningstar-Strategen Colello aber noch nicht: „In den USA und Europa gibt es immer noch großes Potenzial auf dem KI-Markt, große Möglichkeiten für Wachstum. Diese Märkte sind aktuell interessanter.“ Auf die Frage, ob Nvidia das China-Geschäft vollständig aufgeben könnte, meinte der Analyst: „Nvidia hat jetzt schon 5.5 Milliarden Dollar an Einnahmen abgeschrieben und die Exportbeschränkungen schneiden den Konzern Stück für Stück vom chinesischen Markt ab. Ich denke, sie verlassen China und verstärken dafür ihren Fokus auf den US-Markt.“

Wie steht die Nvidia-Aktie: Jetzt kaufen?


Die Preisentwicklung der Nvidia-Aktie dürfte so manchem Investor zuletzt den Schweiß auf die Stirn getrieben haben. Vom letzten Allzeithoch bei gut 150 US-Dollar im Januar fiel der Kurs bis Anfang April um mehr als 40 Prozent und notierte zwischenzeitlich unter 90 US-Dollar pro Anteilsschein. Laut unserer Analyse dürfte damit ein längerfristiges lokales Tief erreicht worden sein. Wir hatten für unsere Abonnenten bereits im Vorfeld eine Zielzone für mögliche Einstiege hinterlegt, die bei der Korrektur infolge der Strafzoll-Ankündigungen von Donald Trump erfolgreich abgearbeitet wurde.


Kurzfristig dürfte die Nvidia-Aktie den korrektiven Anstieg der beigen Welle X fortsetzen, bevor das avisierte Tief der blauen (IV) angesteuert wird.
Aktuell notiert die Nvidia-Aktie nach dem Rücksetzer der vergangenen Stunden knapp unterhalb der runden 110-Dollar-Marke. Kurzfristig rechnen wir trotz des aktuellen Abgabedrucks mit einer Fortsetzung der jüngsten Anstiege auf ein Zwischenhoch der beigen Welle X, bevor der finale Abverkauf zum übergeordneten Tief der blauen Korrekturwelle (II) beginnen kann. Deren Tief sollte ein gutes Stück oberhalb der Unterstützung bei 81.98 Dollar erreicht werden.

Anschließend dürfte die nächste blaue Impulswelle (V) auf neue Allzeithochs ausbrechen. Steigt der Kurs direkt über die beiden Widerstände bei 143.44 und 153.13 US-Dollar, so beginnt die blaue alt.(V) früher als erwartet. Die Wahrscheinlichkeit für diese Alternative beträgt 33 Prozent. Wie es mit Nvidia und weiteren Tech-Giganten wie Tesla, Apple oder Palantir weitergeht, erfahren Sie in unserer technischen Elliott-Wave-Analyse des Tech33- und KI-Pakets. Abonnenten erhalten regelmäßige schriftliche Analysen und detaillierte Charts inklusive konkreter Zielzonen für lukrative Einstiege.

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Simeon Koch

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