HKCM-Wochenrückblick: FTX-Rückzahlungen, X-Rückkehr nach Brasilien, Robotaxi-Präsentation
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HKCM-Wochenrückblick: FTX-Rückzahlungen, X-Rückkehr nach Brasilien, Robotaxi-Präsentation

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Florian Winter

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an

Montag ­– Milliarden-Deal: Ölkonzern Equinor steigt bei Windkraftspezialist Ørsted ein

Der norwegische Ölkonzern Equinor, der zu zwei Dritteln im Besitz des norwegischen Staates ist, baut seine Präsenz im Bereich der Erneuerbaren Energien weiter aus, indem er sich für rund 2.3€ Milliarden 9.8 Prozent der Anteile am dänischen Windkraftspezialisten Ørsted gesichert hat. Durch den Deal schwingt sich Equinor zum zweitgrößten Ørsted-Anteilseigner auf, die dänische Regierung hält weiterhin mit 50.1 Prozent die Mehrheit am Unternehmen. Equinor-CEO Anders Opedal sagte, dass man sich der Herausforderungen bewusst sei, mit denen sich die Windindustrie derzeit konfrontiert sieht – auch Ørsted kämpfte zuletzt mit steigenden Kosten und Zinsen sowie gesunkenen Strompreisen, weshalb man im zweiten Quartal 2024 einen Verlust in Höhe von 225€ Millionen einfuhr – man sei aber sehr zuversichtlich, „was die langfristigen Aussichten des Sektors und die entscheidende Rolle angeht, die Offshore-Windenergie bei der Energiewende spielen wird“. Die großen Ölkonzerne der Welt orientieren sich in den vergangenen Jahren zunehmend um und stoßen in den Sektor der Erneuerbaren Energien vor, so auch übrigens die nordamerikanischen Schwergewichte ExxonMobil und Chevron, deren Aktien wir in unserem US-Titans-Paket wöchentlich analysieren.

Dienstag – FTX: Kunden kriegen Geld zurück – und sind dennoch enttäuscht   

Knapp zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der betrügerischen Krypto-Börse FTX können geschädigte Kunden wohl auf Rückzahlungen hoffen. So hat ein Gericht in den USA einen Plan der Insolvenzverwalter genehmigt, der es ermöglicht, rund $16 Milliarden an Kundengeldern zurückzuzahlen. Die ehemaligen FTX-Nutzer sollen mindestens 118 Prozent des Wertes ihrer Konten vom 11. November 2022 erhalten – dem Tag der Konkursanmeldung. Dies umfasst den damaligen Barwert der Krypto-Bestände in US-Dollar sowie neun Prozent Jahreszinsen für zwei Jahre. Hiermit sind aber bei weitem nicht alle Geschädigten zufrieden, lag der Bitcoin-Kurs doch zum Zeitpunkt der Insolvenz der damals zweitgrößten Krypto-Börse bei rund $16 000 und hat sich somit seither – Stand heute – beinah vervierfacht. Noch stärker fallen die Anstiege der vergangenen knapp zwei Jahre seit dem FTX-Zusammenbruch bei kleineren Kryptowährungen wie beispielsweise Solana ins Gewicht: Wurde SOL im November 2022 für rund $9 gehandelt, notiert der Altcoin heute bei über $140. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sich die Geschädigten deutlich mehr versprochen hatten. Viele geprellte Kunden hatten zudem gehofft, ihre Forderungen in Kryptos statt in Fiat-Währung ausgezahlt zu bekommen, um steuerliche Nachteile zu vermeiden. Wie es hier nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Wie es mit dem des Betrugs überführten FTX-Gründer Samuel Bankman-Fried weitergeht, ist indes klar: Der heute 32-Jährige im März wurde zu einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt, seine Ex-Freundin Caroline Ellison kam da deutlich glimpflicher weg und muss lediglich zwei Jahre ins Gefängnis.

Mittwoch – X lenkt ein: Plattform in Brasilien wieder verfügbar   

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat die Nutzung der Plattform X wieder freigegeben, nachdem sich das Unternehmen nun doch den gerichtlichen Forderungen gebeugt hatte. Zuvor war die Plattform im südamerikanischen Land Ende August gesperrt worden, weil X sich weigerte, Inhalte zu entfernen, die laut der brasilianischen Regierung dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen seien. X-Besitzer Elon Musk hatte den verantwortlichen Richter Alexandre de Moraes daraufhin wiederholt kritisiert, ihm „Zensur“ unterstellt, ihn als „bösen Diktator“ bezeichnet und seine Absetzung gefordert. Neben der Löschung umstrittener Konten stimmte Musk nun auch zu, einen gesetzlichen Vertreter für X in Brasilien zu benennen – zuletzt hatte man die Frist hierzu verstreichen lassen. Übrigens: Die vom Gericht ausgesprochene Geldstrafe in Höhe von $4.8 Millionen hatten die Verantwortlichen des Kurznachrichtendienstes laut de Moraes zunächst auf das falsche Konto überwiesen, inzwischen sei das Geld aber bei der richtigen Bank angekommen. Vor der Sperre nutzten rund 22 Millionen Brasilianer die Plattform. Wie X verlauten ließ, sei man „stolz“, ins größte Land Südamerikas zurückzukehren und werde „im Rahmen der Gesetze weiterhin die Redefreiheit verteidigen“.

Donnerstag – BMW und Mercedes mit schwachen Zahlen: vor allem das China-Geschäft schwächelt 

Umsatzeinbruch, Stellenabbau, Werksschließungen – die deutschen Automobilschwergewichte um Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz geraten nach Jahrzehnten des Erfolgs zunehmend ins Wanken. Wie nun bekannt wurde, entwickelte sich das Geschäft im dritten Quartal 2024 weiter rückläufig. Während BMW in den Monaten Juli bis September weltweit rund 540 000 Fahrzeuge verkaufte und somit etwa 13 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, fiel der Rückgang bei Mercedes mit 503 600 abgesetzten Autos weniger drastisch aus, dennoch zeigt die Tendenz auch beim Unternehmen mit dem Stern klar abwärts. Enttäuschend waren die Zahlen der beiden DAX40-Konzerne vor allen Dingen auf dem wichtigen chinesischen Markt: BMW meldete für das ostasiatische Land im Jahresvergleich einen Rückgang der Verkäufe um 30 Prozent auf rund 148 000 Fahrzeuge, bei Mercedes steht ein Minus in Höhe von 13 Prozent auf 170 700 Fahrzeuge zu Buche. Laut Mercedes bestehe in China „eine insgesamt geringere Nachfrage, insbesondere für Luxusgüter“, zudem habe die chinesische Konkurrenz durch „anhaltende Preisnachlässe vor allem im EV-Segment“ einen großen Wettbewerbsvorteil. Dies spiegelt sich auch in den Absatzzahlen des chinesischen Platzhirschs BYD wider, der seine Verkäufe allein im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um etwa 45 Prozent auf knapp 418 000 Wagen steigern konnte. Übrigens: Bei Mercedes-Benz gingen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen um ganze 31 Prozent zurück. BMW hingegen konnte in diesem Segment tatsächlich ein Plus von zehn Prozent verzeichnen.

Freitag – Musk über Robotaxis: „Das größte Produkt aller Zeiten“

Tesla-CEO Elon Musk stellte gestern Abend in Los Angeles mit viel Tamtam zwei selbstfahrende Fahrzeuge vor: das Cybercab und den Robovan. Das Cybercab, ein futuristisches Coupé mit Flügeltüren, basiert auf dem Tesla Model 3 und soll in den Vereinigten Staaten für unter $30 000 zu haben sein. Beim Robovan handelt sich um einen Minibus, der bis zu 20 Passagiere befördern soll. Musk plant, die Produktion der Robotaxis im Jahr 2026 zu starten, ließ jedoch verlauten, dass hierfür regulatorische Genehmigungen entscheidend seien und es entsprechend auch noch zu Verzögerungen kommen könnte. Die beiden vollautonomen Fahrzeuge sollen ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Teslas Fahrsoftware, die keine menschliche Überwachung benötigt, soll bereits ab 2025 in Texas und Kalifornien getestet werden. In Sachen autonomer Fahrdienste hinkt Tesla der Konkurrenz aber deutlich hinterher: So bietet beispielsweise der Konkurrent Waymo seine Dienste bereits in mehreren Städten der USA an, pro Woche führt die Google-Schwester mehr als 100 000 Fahrten durch. Experten kritisieren im Zusammenhang mit der Robotaxi-Präsentation zudem den Mangel an Details zur Technologie und den Zeitplänen. Musk hatte die Einführung der autonomen Taxis in der Vergangenheit bereits mehrfach verschoben. Die Tesla-Aktie, die wir regelmäßig in unserem TECH33-Paket analysieren, sackte nachbörslich um bis zu sieben Prozent ab.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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