HKCM-Newsflash: FTX-Komplizin verurteilt, VW-Zoff um Löhne, Razzia bei der Deutschen Börse
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HKCM-Newsflash: FTX-Komplizin verurteilt, VW-Zoff um Löhne, Razzia bei der Deutschen Börse

Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.

VW und IG-Metall starten Tarifverhandlungen

Am heutigen Mittwoch starten die Tarifverhandlungen zwischen VW und der IG Metall in Hannover. Aufgrund der Sparpläne des Konzerns wurden die Gespräche vorgezogen. Die Wolfsburger wollen ihre Personalkosten senken, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Gleichzeitig will die IG Metall gegen Entlassungen und Werksschließungen kämpfen, die VW nicht mehr ausschließt. Die Betriebsratschefin Daniela Cavallo sowie IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger haben nicht verhandelbare Grenzen gezogen, lehnen Kürzungen und die gekündigte Beschäftigungssicherung ab. Außerdem bringen sie Warnstreiks ins Spiel und halten an der Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn fest. Jedoch fordert VW Zugeständnisse, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Andernfalls könnten tausende Stellen gefährdet sein, wenn keine Einigung erzielt wird. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig und der Volkswagen-Konzern muss sich dringend neu aufstellen, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten. Seit einigen Jahren häufen sich die Probleme, die zu einem nicht geringen Teil hausgemacht sind und auch hier erörtert wurden.

Zwei Jahre Haft für Alameda-Chefin und SBF-Exfreundin

Caroline Ellison, die ehemalige Geschäftsführerin von Alameda Research, wurde wegen ihrer Rolle beim Zusammenbruch der Krypto-Börse FTX zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Sie wird ihre Strafe in der Nähe von Boston verbüßen, wo ihre Familie lebt. Als Bundesverbrecherin muss sie mindestens drei Viertel der Strafe absitzen, bevor eine Bewährung möglich ist. Anschließend bleibt sie drei Jahre unter Aufsicht. Ihre Anwälte hatten versucht, eine Haftstrafe zu vermeiden, da sie mit den Behörden kooperiert und gegen ihren Ex-Freund und FTX-Gründer Sam Bankman-Fried ausgesagt hatte. Der Richter folgte diesem Antrag nicht, verhängte jedoch ein vergleichsweise mildes Urteil, da die Verbrechen, derer sie sich schuldig bekannte, mit einer Höchststrafe von 110 Jahren geahndet werden könnten. Ellison leitete von 2021 bis 2022 Alameda Research, einen von Bankman-Fried gegründeten Hedgefonds. Alameda war entscheidend am FTX-Kollaps 2022 beteiligt, da es FTX-Kundengelder für riskante Investitionen nutzte, was zu Liquiditätsproblemen und dem Zusammenbruch beider Unternehmen führte.

Razzia bei Deutscher Börse und Nasdaq 

Die Europäische Kommission hat unangekündigte Razzien bei den Börsenbetreibern Nasdaq und Deutsche Börse durchgeführt, um mögliche Kartellverstöße im Bereich der Finanzderivate zu untersuchen. Im Fokus der Ermittlungen stehen Verdachtsmomente auf Geschäftspraktiken, die gegen das EU-Kartellrecht verstoßen könnten. Beide Unternehmen haben die Untersuchungen bestätigt und ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert. Die Deutsche Börse erklärte: „Wir bestätigen die Untersuchung der EU-Kommission und kooperieren voll und ganz.“ Laut einer der Deutschen Börse nahestehenden Person betrifft die Untersuchung nur einen „sehr begrenzten Bereich des Finanzderivategeschäfts“. Die Untersuchung konzentriert sich auf Finanzderivate, also Kontrakte, die den Preis von Basiswerten wie Anleihen oder Aktien abbilden. Die EU-Kommission betonte auch, dass die Razzien nicht zwangsläufig bedeuten, dass es zu Verstößen gekommen ist. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung wurde nicht genannt.

Bitcoin-Miner Riot scheitert bei Übernahme von Bitfarms

Riot Platforms beendet sein ungebetenes Übernahmeangebot für Bitfarms. Durch eine Einigungsvereinbarung zog Bitfarms die Forderung nach einer Aktionärsversammlung zurück, während Amy Freedman in den Vorstand berufen wurde.  Das frühere Vorstandsmitglied Andrés Finkielsztain musste hingegen zurücktreten, was ein Bestandteil der Absprachen war. Riot besitzt nun 19.9 Prozent der Bitfarms-Aktien, plant aber keine baldige Übernahme mehr. Im Mai machte Riot Bitfarms ein Angebot in Höhe von $950 Millionen, um den Konkurrenten übernehmen zu können, es ist nicht auszuschließen, dass Riot in Zukunft einen weiteren Versuch starten wird. Immerhin könnte Riot von der bestehenden Infrastruktur und den Mining-Einrichtungen bei Bitfarms profitieren. Dadurch könnte der BTC-Miner seine eigenen Mining-Kapazitäten erhöhen, die Produktionskosten optimieren und vorteilhafte Skalierungseffekte erzielen.

 

Zinssenkung in Peking: China dreht den Geldhahn auf

Die chinesische Zentralbank hat am Dienstag ihr größtes Konjunkturprogramm seit der Pandemie angekündigt, um die Wirtschaft aus der Deflationsflaute zu holen und dem Wachstumsziel der Regierung näherzukommen. Zentralbankchef Pan Gongsheng erklärte, dass die Zentralbank die Menge an Bargeld, die Banken als Reserven halten müssen (RRR), um 50 Basispunkte (bps) senken wird, was etwa 1 Billion Yuan ($142 Mrd.) für neue Kredite freisetzt. Abhängig von der aktuellen Liquiditätslage könnte der RRR im Laufe des Jahres um weitere 0.25 bis 0.5 Prozentpunkte gesenkt werden. Die chinesische Zentralbank wird zudem den Sieben-Tage-Reverse-Repo-Satz um 0.2 Prozentpunkte auf 1.5 Prozent senken. Analysten betonen, dass eine aggressive Fiskalpolitik nötig ist, um die wirtschaftliche Nachfrage zu steigern. Die Zinssenkungen könnten sich auch auf die internationalen Märkte auswirken, indem sie den Kapitalfluss ankurbeln, was insbesondere zyklische Sektoren wie die Metall- und Bergbauindustrie in den USA stärken könnte, die besonders sensibel auf China reagieren.

Behörden verklagen Kreditkarten-Gigant Visa

Das Justizministerium der USA hat eine Kartellklage gegen den Zahlungsdienstleister Visa eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung im Debitkarten-Geschäft missbraucht und den Wettbewerb unfair unterdrückt zu haben. Visa kontrolliert über 60 Prozent der Debitkarten-Transaktionen in den USA und erzielt jährliche Gebühreneinnahmen von über $7 Milliarden. Laut der Klageschrift soll Visa seit über einem Jahrzehnt exklusive Vereinbarungen mit Händlern und Banken getroffen haben, um den Großteil der Transaktionen über sein eigenes Zahlungsnetzwerk zu leiten. Zudem wird dem Unternehmen vorgeworfen, den Markteintritt von Konkurrenten wie PayPal und Square verhindert zu haben. Visa wies die Vorwürfe zurück. Julie Rottenberg, die Chefjuristin des Unternehmens, bezeichnete die Klage als „unbegründet“ und betonte, dass der Markt für Bankkarten ein „sich ständig erweiterndes Universum von Unternehmen“ sei. Die bevorstehende Klage könnte ein bedeutender Schritt im Rahmen der strengeren Kartellpolitik der Biden-Regierung sein. Visa steht nicht allein im Fokus: Auch Mastercard geriet zuletzt unter Druck und war mit Vorwürfen der illegalen Einflussnahme auf Händler konfrontiert.

Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!

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