Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Auf KI-Shoppingtour: SoftBank kauft Nvidia-Rivalen Graphcore
Die SoftBank Group hat den britischen Chiphersteller Graphcore übernommen. Nachdem der japanische Tech-Investor bereits den (ebenfalls britischen) Chiphersteller Arms aufgekauft hatte, ist diese jüngste Akquise nun ein weiterer Schritt, um das eigene KI-Portfolio zu stärken. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen gewahrt, bestätigt wurde jedoch, dass Graphcore als hundertprozentige Tochtergesellschaft weiterhin unter eigenem Namen arbeiten und auch CEO Nigel Toon seine Position beibehalten werde. Einst wurde das 2016 gegründete Unternehmen aufgrund seines stärkeren und günstigeren KI-Prozessors als ernsthafter Konkurrent von Nvidia gehandelt und hatte sogar einen Auftrag vom Software-Riesen Microsoft an der Angel. Allerdings kam Graphcore dann zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, und konnte die für den Wettbewerb notwendigen Investitionen nicht mehr stemmen, sodass letztlich auch der Microsoft-Deal platzte. Während der Chipproduzent Ende 2020 noch mit $2.77 Milliarden bewertet worden war, fehlten danach häufig Geldmittel zum Erreichen der Gewinnschwelle. Die Firma mit Sitz in Bristol musste ein Fünftel ihrer Angestellten entlassen und Betriebe in Norwegen, Japan und Südkorea schließen. Der Deal mit SoftBank soll Graphcore jetzt die nötigen Ressourcen verschaffen, um auf globaler Ebene wieder konkurrenzfähig zu sein.
Ethereum-ETFs kommende Woche?
Die nordamerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat mindestens drei der acht Vermögensverwalter, die Ethereum-ETFs auflegen wollen, eine vorläufige Genehmigung für den Handelsbeginn am kommenden Dienstag erteilt. Diese Information ließen drei Quellen aus der Branche an die Nachrichtenagentur Reuters durchsickern. Die Genehmigung setze voraus, dass die Antragsteller bis Ende der Woche die endgültigen Angebotsunterlagen bei den Aufsichtsbehörden einreichen, so die Quellen. Zu den Vermögensverwaltern, deren Anträge voraussichtlich am kommenden Montagnachmittag, den 22. Juli, genehmigt werden, gehören BlackRock, VanEck und Franklin Templeton, wobei der Handel mit den Produkten voraussichtlich am folgenden Tag beginnen wird. Die Einführung von Ethereum-ETFs wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Mainstream-Adaption von digitalen Vermögenswerten. Im Januar hatte die SEC neun nordamerikanische Bitcoin-ETFs genehmigt und damit den Startschuss für diese Entwicklung gegeben. Die formale Zulassung der Ethereum-ETFs erfolgte bereits Ende Mai. Die Freigabe zum Handel steht noch aus.
Bayer-Befreiungsschlag durch Krebs-Medikament?
Der Bayer-Konzern erfreut die Anleger mit positiven Nachrichten: Heute hat der Leverkusener Pharmakonzern vielversprechende Ergebnisse zu einer Phase-III-Studie (größere Studie an Patienten) für sein Krebsmedikament Nubeqa bekannt gab. Die Studie zeigte, dass Nubeqa in Kombination mit einer Standardtherapie das Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs signifikant verbesserte. Diese positive Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Bayer mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert ist, darunter rechtliche Probleme im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat und Schwierigkeiten in der Agrarsparte. Analysten sehen in Nubeqa ein potenzielles Blockbuster-Medikament, das dem Unternehmen helfen könnte, seine Position im Onkologie-Markt zu stärken. Die erfolgreichen Studienergebnisse könnten den Weg für eine erweiterte Zulassung des Medikaments ebnen und somit zu einer Steigerung der Umsätze führen. Trotz der positiven Nachrichten bleibt die Einschätzung einiger Finanzexperten vorsichtig. Goldman Sachs hat die Bayer-Aktie nun auf "neutral" eingestuft und das Kursziel auf 30€ festgelegt. Dies unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, denen sich das Unternehmen aus dem DAX40 gegenübersieht, trotz des Potenzials neuer Medikamente wie Nubeqa.
Philip Morris im Visier von Gesundheitsaktivisten
Gesundheitsaktivisten haben sich an die nordamerikanischen Regulierungsbehörden gewandt und Philip Morris International „trügerische Angaben“ bei der Darstellung seines Flaggschiff-Produkts IQOS vorgeworfen. Damit wollen sie die Markteinführung der neuesten Variante des Tabakerhitzers in den Vereinigten Staaten verhindern. Das nach Marktwert größte Tabakunternehmen der Welt hat Milliarden von US-Dollar in die Entwicklung der neuen IQOS-E-Zigarette gesteckt. Anleger und Marktbeobachter betrachten sie als wichtigen Schlüssel für künftiges Wachstum. Um sie in den USA, dem zweitgrößten Tabakmarkt der Welt zu verkaufen, benötigt Philip Morris die Genehmigung der nordamerikanischen Food and Drug Administration (FDA). Doch nun bezichtigen sechs Anti-Tabak- und Gesundheitsgruppen den Konzern in einem Schreiben an die FDA, „wiederholt irreführende und trügerische Aussagen gemacht” zu haben, die “fälschlicherweise suggerieren, dass die FDA festgestellt hat, dass IQOS das Krankheitsrisiko reduziert". Die Vermarktung des Produkts als weniger schädlich im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten könnte Philip Morris nicht nur zu einer größeren Kundschaft verhelfen, sondern in einigen US-Bundesstaaten auch Steuervorteile verschaffen. Der Tabakkonzern bereitet sich darauf vor, ein älteres IQOS-Gerät in vier Städten der USA zu verkaufen, erklärte jedoch, dass es eine vollständige Markteinführung erst nach der Zulassung des neuen Geräts anstreben werde.
Trump plötzlich TikTok-Fan
Der republikanische Präsidentschaftskandidat für die diesjährigen Wahlen in den USA, Donald Trump, hat erklärt, dass er TikTok unterstützt und ein mögliches Verbot der Plattform nicht befürwortet. „Wenn man TikTok nicht hat, hat man Facebook und Instagram“, sagte Trump in einem Interview mit Bloomberg BusinessWeek, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Trump hatte die Plattform früher in diesem Jahr als Bedrohung bezeichnet, eröffnete dann aber im vergangenen Monat ein Konto. Der Grund für seine Meinungsänderung könnte seine Abneigung gegen die zu Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram sein, die ihn nach dem Sturm auf das Kapitol im Jahr 2021 für zwei Jahre gesperrt hatten. Der gegenwärtige Präsident Joe Biden versucht derzeit, gegen die chinesische Kurzvideo-Plattform vorzugehen. Ein von Biden am 24. April unterzeichnetes Gesetz gibt der chinesischen Muttergesellschaft ByteDance bis zum 19. Januar Zeit, TikTok zu verkaufen – andernfalls wird die Plattform in den Vereinigten Staaten verboten. Die Breitseite gegen ByteDance dürfte mit den sich zuspitzenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China zusammenhängen.
Rally der Nebenwerte: Russell und Dow Jones pumpen
Eine bemerkenswerte Verschiebung der Anlegergelder zeichnet sich an den US-Aktienmärkten ab. Investoren setzen verstärkt auf Small Caps (Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung) im Russell 2000, was in den vergangenen Tagen zu einer signifikanten Rallye führte. Der Russell 2000-Index, der kleinere US-Unternehmen repräsentiert, erlebt einen glorreichen Aufschwung, während Tech-Giganten, wie Apple, Amazon und Microsoft aus den Großartigen Sieben (engl. Magnificent Seven), unter Druck gerieten und Verluste verzeichneten. Der Russell 2000 übertraf den Nasdaq 100 am Donnerstag um 5,8 Prozentpunkte, die stärkste Outperformance seit November 2020. Die Rally hält weiter an. Experten sehen in der nachlassenden US-Inflation einen möglichen Auslöser für diese Rotation, da sie den Weg für frühere Zinssenkungen ebnen könnte, was den Indexmitgliedern im Russell 2000 besonders in die Karten spielt. Diese Entwicklung deutet auf eine mögliche Trendwende hin, bei der Anleger weitere Gelder aus den hochbewerteten Tech-Aktien abziehen und in kleinere, möglicherweise unterbewertetere Unternehmen umschichten könnten. Auch der große Bruder im Indexverbund, der Dow Jones-Index, performt aktuell im direkten Vergleich besser als die bekannteren Indizes wie der S&P 500 und Nasdaq. Trotz der positiven Dynamik warnen Analysten vor möglichen saisonalen Schwächen im Russell 2000 in den kommenden Monaten.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!







