Hilfe für die Auto-Branche: EU will US-Zölle auf null kürzen
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Hilfe für die Auto-Branche: EU will US-Zölle auf null kürzen

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Arcan Askin

Die wichtigsten Punkte

In einem überraschenden Vorstoß zur Deeskalation des schwelenden Handelskonflikts hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Zölle auf US-Industriegüter komplett zu streichen. Im Gegenzug sollen die USA ihre Zölle auf europäische Autos von 27,5 Prozent auf 15 Prozent senken. Dieser Schritt ist Teil des im Juli zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Deals, der einen drohenden Handelskrieg abwenden soll. Für die kriselnde deutsche Automobilindustrie ist der Vorschlag ein Hoffnungsschimmer, könnte er doch den wichtigen US-Markt wieder zugänglicher machen. Doch der Deal ist umstritten: Während die EU einseitig auf Zölle verzichtet, behalten die USA ihre Abgaben auf 70 Prozent der EU-Exporte. Kritiker warnen vor einer Schwächung der europäischen Industrie und einem Einknicken vor Trumps Drohungen.

Ein unerwartetes Friedensangebot aus Brüssel

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag einen weitreichenden Vorschlag auf den Tisch gelegt, der den festgefahrenen Handelsstreit mit den USA beenden könnte. Brüssel ist bereit, die Zölle auf alle aus den USA importierten Industriegüter auf null zu senken. Im Gegenzug sollen die USA ihre Zölle auf europäische Autos von 27,5 Prozent auf 15 Prozent reduzieren. Dieser Schritt ist das Kernstück des im Juli zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump geschlossenen Abkommens, das eine weitere Eskalation des Konflikts verhindern soll.

Die Krise ohne Ende für die deutsche Autoindustrie könnte damit ein Ende finden. Für die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW, die stark vom US-Markt abhängig sind, ist der Vorschlag eine willkommene Nachricht. Die hohen US-Zölle haben in den letzten Jahren massiv auf die Bilanzen gedrückt und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Eine Senkung der Zölle würde den Export von in Europa gefertigten Fahrzeugen wieder deutlich attraktiver machen und könnte der gesamten Branche dringend benötigten Sauerstoff verschaffen. Die Hoffnung ist, dass die massiv unterbewerteten deutschen Auto-Aktien davon profitieren werden.

Ein asymmetrischer Deal mit Risiken

Doch der Deal hat auch eine Kehrseite. Während die EU einseitig auf Zölle verzichtet, behalten die USA ihre Abgaben auf 70 Prozent der EU-Exporte. Kritiker sehen darin ein Einknicken vor der aggressiven Handelspolitik von Donald Trump, der die EU immer wieder als unfairen Handelspartner bezeichnet und mit noch höheren Zöllen gedroht hatte. Der Day of Ruination, der Tag des Ruins, den Trump für den Welthandel prophezeit hatte, scheint abgewendet, aber der Preis dafür ist hoch.

Besonders umstritten ist, dass die EU auch auf Zölle für Produkte verzichten will, die von den USA mit hohen Strafzöllen belegt sind. Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), kündigte bereits Widerstand an. „Für mich steht außer Frage, dass diejenigen Industriegüter, die die USA nun mit Zusatzzöllen von bis zu 50 Prozent belegen, nicht auch noch zollfrei in die EU importiert werden dürfen", sagte er dem Handelsblatt. Die Sorge ist, dass die europäische Industrie im Wettbewerb mit den USA benachteiligt wird, wenn sie auf dem Heimatmarkt Zölle zahlen muss, während die US-Konkurrenz zollfrei in die EU liefern kann. Die Panik und große Depression, die US-Zölle in der Vergangenheit ausgelöst haben, sind eine historische Warnung.

Ein Hoffnungsschimmer mit Fragezeichen

Trotz der Kritik überwiegt in der deutschen Wirtschaft die Erleichterung. Die EU-Kommission hat mit ihrem Vorschlag einen Weg aufgezeigt, wie der seit Jahren schwelende Handelskonflikt beigelegt werden kann. Die Verschiebung der 50-prozentigen EU-Zölle durch Trump hatte bereits für eine kurzfristige Entspannung gesorgt, doch eine dauerhafte Lösung ist dringend nötig. Der Vorschlag der Kommission muss nun von den 27 EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament gebilligt werden, was noch einige Wochen dauern kann.  Für die deutsche Autoindustrie wäre eine Einigung ein Befreiungsschlag. Die Branche befindet sich in einem tiefen Umbruch und kämpft mit sinkenden Absatzzahlen, der teuren Umstellung auf die Elektromobilität und der harten Konkurrenz aus China. Ein offener Zugang zum wichtigen US-Markt wäre ein entscheidender Faktor, um die Krise zu überwinden und die Zukunft der deutschen Schlüsselindustrie zu sichern. Doch die Frage bleibt, ob Donald Trump dem Deal am Ende wirklich zustimmen wird. Seine unberechenbare Handelspolitik hat in der Vergangenheit immer wieder für böse Überraschungen gesorgt.

FAQ

Welche Zölle hat die EU auf US-Produkte?
Die EU erhebt unterschiedliche Zölle auf US-Produkte. Der durchschnittliche Zollsatz für US-Waren liegt bei 1.35 Prozent. Für Autos beträgt der Zoll 10 Prozent. Zwei Drittel der US-Industriegüter können bereits zollfrei in die EU importiert werden.

Wie hoch ist der US-Einfuhrzoll aus der EU?
 Die USA erheben ebenfalls unterschiedliche Zölle auf EU-Produkte. Im Rahmen des neuen Abkommens hat die EU einem breiten Zoll von 15 Prozent auf ihre Exporte in die USA zugestimmt. Für Autos wurde der Zoll von 27,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. Stahl, Aluminium und Kupfer bleiben mit 50 Prozent belegt.

Wie hoch ist der Zoll auf EU-Autos in den USA?
 Der Zoll auf in der EU gebaute Autos wurde im Rahmen des neuen Abkommens von 27.5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. Diese Regelung gilt seit dem 1. August 2025.

Welche Zölle gibt es aktuell für die USA?
 Die USA haben im Rahmen des Handelsabkommens mit der EU ihre Zölle auf europäische Autos auf 15 Prozent gesenkt. Auf 70 Prozent der EU-Exporte werden jedoch weiterhin Zölle erhoben. Für Stahl, Aluminium und Kupfer gelten sogar Zölle von 50 Prozent.

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Arcan Askin

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