Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Johnson &Johnson: $260 Millionen-Strafe wegen Babypuder
Der nordamerikanische Pharma-Riese Johnson & Johnson wurde von einer Jury in Portland zu einer Strafschadenersatzzahlung von $260 Millionen verurteilt. Die Klägerin, eine 48-jährige Frau, machte ein Produkt des Unternehmens für ihren Krebsausbruch verantwortlich. Das asbestbelastete Babypuder des Pharmakonzerns sei ihrer Meinung nach der Grund für eine schwere Erkrankung, an der sie leide. Ein Anwalt des Unternehmens dementiert die Vorwürfe. Der Konzern sieht sich mit über 61 000 ähnlichen Klagen konfrontiert. Verbraucher werfen dem Unternehmen vor, dass sein Talkumpuder Krebs verursachen soll. Um die Klagen abzuwickeln, machte sich J&J eine spezielle Norm der texanischen Gesetzgebung zunutze und gründete eine Tochterfirma Namens LTL, die Insolvenz anmeldete. LTL versucht nun mit einer Vergleichszahlung von $6,48 Milliarden an die Beklagten den Rechtstreit zu beenden und zukünftige Klagen zu verhindern. Dazu wird jedoch die Zustimmung von 75 Prozent der verbliebenen Kläger benötigt. Bisher wurden zwei Versuche von Gerichten abgelehnt. J&J bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten und will gegen das jüngste Urteil Berufung einlegen.
Tesla: Doch nicht alles grün in Grünheide?
Tesla fährt abermals die Produktion in seinem einzigen Werk in Europa, in Grünheide bei Berlin, zurück. Für fünf Tage werden die Fließbänder im Juni stillstehen. Tesla-Sprecher begründen den „kurzen Boxenstopp“ mit der Absicht, die Fertigungsanlagen zu optimieren und die Effizienz der Fabrik zu steigern. Mitarbeiter sollen während des Produktionsstopps weiterhin voll bezahlt werden. Die vorgesehene partielle Stilllegung betreffe die Bereiche der Fahrzeug- und Antriebsfertigung. Alle anderen Sektionen bleiben offenbar im Betreib. Es ist nicht die erste Produktionsunterbrechung in Grünheide in diesem Jahr. Zuvor musste Tesla die Fertigung Ende Januar für rund zwei Wochen ruhen lassen, da Bauteile wegen Angriffen auf Schiffe im Roten Meer fehlten. Im März führte ein Anschlag auf die Stromversorgung zu einem einwöchigen Stopp. Die Produktionspause jetzt deutet eher auf interne Schwierigkeiten bei Tesla hin. Im ersten Quartal 2024 sanken die Auslieferungen des Unternehmens nämlich deutlich. Ein geplanter Stellenabbau von 14.000 Stellen weltweit könnte auch 400 der 12.000 Mitarbeiter in Grünheide betreffen.
Krypto im Mainstream! Deutsche Bank arbeitet mit Bitpanda
Die Deutsche Bank will mit der österreichischen Krypto-Börse Bitpanda zusammenarbeiten, um zukünftig Kundeneinzahlungen und -auszahlungen abzuwickeln. Bitpanda-Nutzer in Deutschland erhalten dann ein lokales Bankkonto bei der Deutschen Bank, um über dieses dann Fiat-Geld-Transaktionen mit der Krypto-Börse abwickeln zu können. Mit dieser Partnerschaft kommt der Kryptomarkt dem Mainstream nun wieder ein Stückchen näher. Banken waren bisher oft zurückhaltend, wenn es um die Zusammenarbeit mit Krypto-Unternehmen ging. Die Deutsche Bank betont, dass sie einen "sehr vorsichtigen" Ansatz verfolge und nur mit ausgewählten, regulierten Partnern zusammenarbeiten würde. Die Bank selbst sei nicht direkt in den Krypto-Transaktionen involviert. Vielmehr unterstützt sie Bitpanda beim Zahlungsverkehr und der Geldverwahrung. Laut Mitarbeitern der Deutschen Bank will diese "die Bank der Wahl" im Bereich der virtuellen Vermögenswerte werden. Neben Bitpanda hat die Deutsche Bank eine ähnliche Partnerschaft mit der Hongkonger Krypto-Börse Hashkey.
Läutet die EZB die Zinswende ein?
Am Donnerstag dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) zum ersten Mal seit 2016 die Leitzinsen senken. Im breiten Finanzmarkt wird lockere Geldpolitik positiv gewertet, Ökonomen warnen vor erneuter Befeuerung der Inflation. Auch von drohender Stagflation ist immer öfter die Rede. Beobachter gehen davon aus, dass die EZB das aktuelle Zinsniveau von 4.5 auf 4.25 Prozent verringert. So hoch wie aktuell waren die europäischen Leitzinsen zuletzt nach der Weltwirtschaftskrise 2008, von 2016 bis 2022 lag die europäische Zinsrate bei null Prozent. Schon in den vergangenen Wochen zeichnete sich ein Kurswechsel der EU-Währungshüter an, in einem Interview mit der Zeitung Financial Times sagte EZB-Direktoriumsmitglied Philip Lane: “Wenn es keine größeren Überraschungen gibt, reicht das, was wir derzeit sehen, aus, um das maximale Maß an Straffung aufzuheben”. Will heißen: Die wirtschaftliche Situation erlaubt eine Zinskürzung. Folgt die EZB dieser Vorhersage, würde sie in ihrer Zinspolitik von der Marschrichtung der nordamerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) abweichen, die bisher den fiskalpolitischen Takt vorgegeben hatte.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!





