Der Krypto-Bullenmarkt ist da: Coinbase schreibt wieder Gewinn
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Der Krypto-Bullenmarkt ist da: Coinbase schreibt wieder Gewinn

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Simeon Koch

Im Winter 2022 ging im Krypto-Markt die Angst um. Gerade war FTX nach illegaler Zockerei mit Kundengeldern kollabiert. Keine zentrale Handelsplattform schien mehr sicher, selbst um den Musterschüler Coinbase gab es Untergangsgerüchte. Die Coinbase-Aktie verzeichnete wenige Tage nach dem FTX-Fiasko ihr Allzeittief bei guten $30. Ein gutes Jahr später ist die Stimmung rund um die viertgrößte Krypto-Börse der Welt kaum wiederzuerkennen: Der Kurs steigt rasant, vielerorts wird Coinbase der triumphale Aufstieg zur Krypto-Börse Nummer 1 prophezeit. Nach der Genehmigung der Bitcoin-ETFs und den absurden SEC-Turbulenzen kurz zuvor sorgten hervorragende Quartalszahlen gestern für weitere Euphorie: Zum ersten Mal seit zwei Jahren schreibt Coinbase wieder Gewinn. Zumindest hier scheint der Bärenmarkt also offiziell beendet. Für die Coinbase-Aktie dürften die starken Zuwächse der letzten Wochen aber erst der Anfang gewesen sein. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Lieblingsbörse der Institutionellen nach Jahren wieder im Plus

Wenn auf Coinbase das Handelsvolumen steigt, ist das Signal für die Krypto-Community klar: Die Institutionellen kommen! Zwar ist das Volumen des Marktführers Binance, der nach Vorwürfen gegen seinen ehemaligen Geschäftsführer Changpeng Zhao, kurz CZ, unlängst in juristische Bredrouille kam, um ein Vielfaches größer. Coinbase gilt aber als eine der am strengsten regulierten Krypto-Börsen des Planeten – was Investoren mit tiefen Taschen und kommerziellem Hintergrund zugutekommt. Entsprechend fleißig wurde im vergangenen Quartal eingekauft: Mit Handelsgebühren erzielte Coinbase in den letzten drei Monaten einen Umsatz von $529 Millionen, steigende Kurse der größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum und der wichtigsten Altcoins spielten der Börse in die Karten. Die ersten Anzeichen einer möglichen Altcoin-Season steigerten die Einnahmen zusätzlich. Inklusive der Marktdaten- und Dienstleistungsangebote, die Coinbase kostenpflichtig zur Verfügung stellt, beliefen sich die Erlöse auf $954 Millionen. Das entspricht einer Steigerung um 51.6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertrifft die Analystenschätzungen um ganze $135 Millionen. Ebenjene Analysten hatten für das vergangene Quartal einen Gewinn von einem Cent pro Aktie vorhergesagt – Coinbase erzielte mit $1.04 pro Anteilsschein mal eben das Zehnfache.

Ein erster wichtiger Grund für den Hype um die Coinbase-Aktie war die Zulassung der Bitcoin-ETFs durch die SEC, die Mitte Januar erfolgte – wie bereits Monate vorher branchenweit erwartet. Acht von elf Antragsstellern, darunter der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock, wählten Coinbase als offiziellen Verwahrer ihrer hinterlegten Bitcoins. Was das bedeutet, vermuteten Experten schon vor der historischen Zulassung: Nicht nur könnte Coinbase durch den Handel in Milliardenhöhe immense Gebühren einstreichen und auf diese Weise seine Bilanzgewinne und den eigenen Börsenwert um ein Vielfaches steigern. Auch könnte die Börse zum Symbol des Krypto-Marktes im allgemeinen Finanzsektor avancieren, was der Marktmacht und dem Wachstum des Kundenstamms äußerst zuträglich sein dürfte. Bevor die Begeisterung rund um die Börse dann aber überhandnahm – zwischenzeitlich wurde gar prognostiziert, Coinbase werde zum wertvollsten und einflussreichsten Unternehmen der gesamten Krypto-Branche aufsteigen – wiesen kritische Marktbeobachter darauf hin, dass der rechtliche Status des Handels auf der Plattform alles andere als einwandfrei sei.

Handelt Coinbase illegal mit Wertpapieren? 

Schon länger schlagen sich Krypto-Börsen mit dem Vorwurf der nordamerikanischen Börsenaufsicht (engl.: Securities and Exchange Commission; kurz: SEC) herum, illegal mit Wertpapieren zu handeln. Die Argumentation der Börsenwächter: Bis auf Bitcoin sei kein Krypto-Projekt dezentral. Vielmehr stehe hinter jedem Altcoin ein Unternehmen mit Gewinnabsicht. Ein Investment in die jeweilige Währung sei also eine Spekulation auf den Erfolg der entsprechenden Firma, etwa bei Ripples XRP oder dem ETH-Coin der Ethereum Foundation rund um Vitalik Buterin. Zudem sei die Kapitalbeschaffung durch den Verkauf von Coins beim öffentlichen Start eines neuen Projekts (engl.: Initial Coin Offering; kurz: ICO) faktisch ein Börsengang – nur eben ohne behördliche Genehmigung. Im Sommer verwarnte die SEC Coinbase und forderte zumindest informell, den Handel mit einem guten Dutzend Kryptowährungen einzustellen, unter anderem sollten Solanas SOL-Token, Cardanos ADA und MATIC von Polygon von der Börse genommen werden. Der Markt reagierte panisch. In einem Interview verriet Coinbase-Geschäftsführer Brian Armstrong später, dass die Börsenaufsicht gar verlangt habe, den Handel mit fast allen Kryptowährungen auszusetzen.

Eine stichhaltige Begründung habe es nicht gegeben, schilderte Armstrong: „Wir sagten: ‚Wie kommt ihr zu diesem Schluss? Das ist nicht unsere Auslegung des Gesetzes‘. Und die Leute von der SEC sagten: ‚Wir werden es euch nicht erklären, ihr müsst jedes Asset außer Bitcoin von der Börse nehmen“. Bis dato ist in dem Fall noch kein Urteil gesprochen. Auch die Coins der großen betroffenen Krypto-Projekte sind nach wie vor auf Coinbase handelbar, denn die Börse weigerte sich, der SEC-Forderung nachzukommen – schließlich hätte das „im Grund das Ende der Krypto-Branche in den USA bedeutet”, wie Brian Armstrong resümierte. Coinbase jedenfalls hält dagegen – und das zur Freude der Anleger, denn was ein Delisting auf Coinbase für eine Kryptowährung bedeuten kann, zeigt der Fall Ripple: Das Unternehmen durchlief einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Börsenaufsicht, im Januar 2021 setzte Coinbase den Handel mit dem unternehmenseigenen Coin XRP aus, der daraufhin im letzten Bull Run sein Allzeithoch nicht wieder erreichen konnte. Als der Prozess zugunsten von Ripple ausging und Coinbase den Coin wieder anbot, kam es zu deutlichen Kursgewinnen.

Langfristig fast $800? So geht es mit der Coinbase-Aktie weiter

Die Macht von Coinbase auf dem Krypto-Markt ist schon jetzt spürbar, das zeigt nicht nur der Fall Ripple. Auch für Analysten ist das sogenannte Coinbase-Premium ein wichtiger Indikator für Kaufdruck aus dem institutionellen Sektor: Der Begriff bezeichnet einen leicht erhöhten Bitcoin-Preis auf Coinbase, der aufgrund potenter Nachfrage auf der Plattform zustande kommt – häufig von institutionellen Investoren. Immer höhere Preise wurden in den letzten Tagen auch für die Coinbase-Aktie bezahlt, die sprunghaften Anstiege kommen aus technischer Analysesicht aber nicht überraschend. Schließlich befindet sich die Coinbase-Aktie unserer Ansicht nach bereits seit knapp zwei Wochen in einem mittelfristigen Aufwärtsimpuls, der auf Mehrmonatsebene bis in die Bereiche um $300 vorstoßen könnte. Allein in den letzten zehn Tagen legte das Wertpapier um rund 50 Prozent zu, von Anfang bis Mitte dieser Woche waren es rund 25 Prozent. Den gestrigen Handelstag schloss Coinbase bei einem Preis von gut $165, vorbörslich steht der Kurs schon bei knapp $190. In etwas mehr als einem Jahr seit dem FTX-Crash hat sich die Coinbase-Aktie also mehr als versechsfacht. Langfristig sehen wir das Papier in einer starken Aufwärtsbewegung, im Zuge welcher Kurswerte im Bereich der $700 bis $800 erreicht werden dürften.

Mögliche Chancen für Handelspositionen und Einstiege teilen wir unseren Kunden im TECH33-Paket regelmäßig mit – für Coinbase und 32 weitere Tech-Titel wie Apple, Microsoft und Google oder auch PayPal, Nvidia und Palantir. Zwar ist der Weg für Coinbase an die Spitze des Krypto-Marktes noch weit – umso lukrativer kann sich aber ein Investment zum richtigen Zeitpunkt entwickeln. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zunächst dürften die rekordverdächtigen Bitcoin-ETFs für Coinbase in Sachen Rendite und Reputation ein eminenter Wachstumstreiber bleiben. Durch die Ungereimtheiten um den ehemaligen Binance-Chef Changpeng Zhao wurde außerdem der stärkste Konkurrent geschwächt. Nicht zu vergessen die hervorragenden Geschäftszahlen und Prognosen fürs kommende Quartal: Der Umsatz der Dienstleistungsschiene soll weiter wachsen, womit Coinbase unabhängiger von Transaktionsgebühren wird – ein weiterer Schritt hin zu Diversifikation und Stabilität. Es bleibt spannend um die (noch) viertgrößte Krypto-Börse der Welt. Denn auch im Streit mit der SEC ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die langfristigen Aussichten für die Coinbase-Aktie sollte das aus unserer technischen Analysesicht aber kaum trüben.

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Simeon Koch

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