Cannabis: Legalisierungswelle in Afrika? Bürokratie-Wirrwarr in Deutschland
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Cannabis: Legalisierungswelle in Afrika? Bürokratie-Wirrwarr in Deutschland

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Simeon Koch

Die Legalisierung von Cannabis gewinnt weltweit an Dynamik, und Südafrika könnte das Land sein, das den Weg für eine umfassende Reform auf dem afrikanischen Kontinent ebnet. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen werden jährlich über 38 000 Tonnen Cannabis illegal über den gesamten Kontinent hinweg produziert. Lesotho und Simbabwe haben bereits den kommerziellen Anbau für medizinische Zwecke zugelassen, mit der Hoffnung, Cannabis als neue Exportpflanze zu etablieren. In Deutschland ringen die neuen Cannabis-Clubs mit bremsender Bürokratie bei der Umsetzung neuer Konsumregeln, während sich der Legalisierungstrend in den Vereinigten Staaten fortsetzt. Laut Schätzungen soll der globale Markt für legales Cannabis wird bis 2024 ein Volumen von fast $43 Milliarden erreichen. Davon möchte auch Afrika profitieren: Für das Jahr 2024 wird der Umsatz im Cannabis-Markt nur in Südafrika auf etwa 289.2€ Millionen geschätzt, was eine erhebliche wirtschaftliche Chance für den Kontinent darstellt. Von afrikanischer Nachfrage und verstärktem Export nach Europa und Nordamerika könnte auch der globale Markt profitieren.

 

Südafrika als Speerspitze: Cannabis-Potenzial in Afrika

Die zurückliegenden Monate waren historisch für den Cannabis-Markt: Erst legalisierte Deutschland das grüne Kraut, dann forderte der Präsident der USA Joe Biden in der wichtigsten Rede seiner Amtszeit die Entkriminalisierung des Rauschmittels – als erstes nordamerikanisches Staatsoberhaupt der Geschichte. Nur wenige Wochen später stufte die nordamerikanische Gesundheitsbehörde Cannabis in ihrem Drogen-Ranking neu ein und löste damit Euphorie im gesamten Marktsektor aus. Nun steht Südafrika an der Spitze einer möglichen Legalisierungswelle in Afrika. Seitdem das dortige Verfassungsgericht 2018 den privaten Gebrauch und Anbau von Cannabis für den Eigenbedarf erlaubte, bewegt sich das Land hin zu einer umfassenderen Regulierung. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für den gesamten Kontinent haben, der traditionell eine restriktive Haltung gegenüber Cannabis eingenommen hat. Historisch gesehen wird Cannabis in Afrika seit Jahrhunderten angebaut. Dennoch ist der Konsum der Pflanze für medizinische oder Freizeitzwecke fast überall auf dem Kontinent verboten. Dies ändert sich jedoch allmählich, da die steigende globale Nachfrage nach medizinischem Cannabis mehrere afrikanische Länder dazu veranlasst hat, ihre Anbaugesetze zu überdenken.

Lesotho war 2017 das erste afrikanische Land, das eine Lizenz für den kommerziellen Anbau von Cannabis für medizinische und wissenschaftliche Zwecke erteilte. Seitdem haben Länder wie Simbabwe, Malawi, Sambia und Ruanda ähnliche Schritte unternommen. Diese Staaten hoffen, dass Cannabis den Tabak als wichtigste Exportpflanze ersetzen kann, insbesondere angesichts der negativen Umweltauswirkungen des Tabakanbaus. Während die meisten Länder, die den Cannabisanbau erlauben, auch den Konsum für medizinische Zwecke genehmigen, bauen Uganda und Ruanda die Pflanze derzeit ausschließlich für den Export an. In Ländern wie Tansania und Kenia, wo der Anbau noch illegal ist, wird Cannabis jedoch weiterhin in großen Mengen gezüchtet und exportiert. Denn Afrikas Klima ist ideal für den Cannabisanbau, und der Kontinent strebt danach, den wachsenden europäischen Markt für medizinisches Cannabis zu beliefern. Während in Kanada und den Niederlanden aufgrund des kalten Klimas Cannabis in ressourcenintensiven Gewächshäusern angebaut werden muss, kann es in Afrika im Freien auf offenen Feldern kultiviert werden.

 

Boom in den USA, Bürokratie-Chaos in Deutschland

Auch in den Vereinigten Staaten schreitet die Entkriminalisierung privaten Cannabis-Konsums voran. 38 Bundesstaaten erlauben die medizinische Nutzung von Cannabis, 24 davon den Freizeitgebrauch. Fast drei Viertel aller Amerikaner leben also bereits in einem Bundesstaat, in dem Cannabis entweder für den medizinischen oder den Freizeitgebrauch legal ist. In Florida und South Dakota, wo medizinisches Cannabis bereits erlaubt ist, wird in den nächsten Monaten über die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch abgestimmt. Ebenso in Nebraska. Befürworter loben die Öffnung der nordamerikanischen Gesetzgebung für Cannabis und sehen darin eine Möglichkeit, besser über Drogen aufzuklären und Missbrauch zu verhindern. Präsident Biden selbst bezeichnete die jahrzehntelang restriktive Cannabis-Politik der Vereinigten Staaten jüngst als Fehler, den man nun wiedergutmachen wolle. Dieses Umdenken trägt auch der Realität im Land Rechnung: Laut einer kürzlich erschienenen Studie des National Survey on Drug Use and Health hat sich der tägliche Cannabiskonsum in den USA drastisch erhöht, wobei 17.7 Millionen Menschen angaben, täglich Cannabis zu konsumieren, im Vergleich zu 14.7 Millionen täglichen Alkoholkonsumenten. Dies markiert eine bemerkenswerte Verschiebung im Konsumverhalten über die letzten Jahrzehnte hinweg, mit einer 15-fachen Steigerung der täglichen oder fast täglichen Cannabiskonsumenten zwischen 1992 und 2022.

Während sich in den USA und Südafrika Fortschritte abzeichnen, kämpft Deutschland mit bürokratischen Hürden bei der Umsetzung von Cannabis-Clubs. Diese Clubs sollen ab dem 1. Juli Anbauvereinigungen gründen können, um gemeinschaftlich Cannabis anzubauen und an ihre Mitglieder abzugeben. Allerdings fehlen den meisten Vereinen derzeit die notwendigen Genehmigungen. "Mir persönlich sind keine Clubs bekannt, die zum jetzigen Zeitpunkt Gewächshäuser oder andere Gebäude bauen", sagt Jana Halbreiter vom Verband Cannabis Anbauvereinigungen Deutschland (CAD). Das Problem liege in der fehlenden Planungssicherheit, da die Bundesländer bislang keine klaren Regelungen für die Lizenzen aufgestellt haben. Torsten Dietrich vom Cannabis Social Club Berlin hofft dennoch, Anfang des kommenden Jahres das erste Gras an die Clubmitglieder auszugeben, obwohl er zugibt, dass die Zeit knapp wird. "Ich hatte persönlich die Hoffnung, dass wir es hinkriegen," erklärte Dietrich. Doch auch in Berlin sei bislang nicht klar, welche Behörde zuständig ist. Die Berliner Gesundheitsverwaltung teilte mit, dass intensiv daran gearbeitet werde, eine Zuständigkeitsverordnung zu erstellen: „Es wird mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet – auch mit Blick auf die Regelungen für Anbauvereinigungen.“

 

Was machen die Cannabis-Aktien?

Die Zähigkeit der Umsetzung in der deutschen Legalisierung spiegelte sich zuletzt im Kursverlauf der wichtigsten Cannabis-Aktien. Die größten Werte des Sektors hatten in den letzten Monaten teils fulminant auf die positiven Nachrichten aus Deutschland und den Vereinigten Staaten reagiert. In den letzten Wochen aber stagnierten die meisten Titel oder verkauften langsam ab. Umso lukrativere Einstiegschancen könnten sich aktuell bieten. Denn gleich mehrere in unserem Cannabis-Paket analysierte Aktien befinden sich auf wichtigen Preisniveaus, die für Spot-Käufe oder Handelspositionen genutzt werden könnten. Der deutsche Branchenführer SynBiotic etwa dürfte kurz vor einem Korrekturtief und einem anschließenden impulsiven Ausbruch stehen. Die Aktie des nach Marktkapitalisierung weltgrößten Cannabis-Konzerns Curaleaf ist kürzlich ebenfalls in unsere aktuelle Zielzone gelaufen, um bald ein Tief zu bilden und die bullische Trendwende zu starten. Ähnliches gilt für die Weltmarktführer bei medizinischem Cannabis um OrganiGram und Curaleaf. Kurz vor dem Eintritt in die konkreten Handelszonen, die wir regelmäßig an unsere Abonnenten kommunizieren, stehen etwa der kanadische Cannabis-Riese Canopy Growth oder das zweitgrößte Unternehmen des Sektors, der Chicagoer Edibles-Spezialist Green Thumb. Bei all diesen Aktien stehen laut unserer Analyse Kurssprünge um teils mehrere Dutzend Prozent unmittelbar bevor.

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Simeon Koch

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