In drei Wochen ist Ostern. Dass hinter dem Fest mehr steckt als Plüschhasen und bunte Eier, wissen sicherlich die meisten, ob gläubig oder nicht. Gäbe es so eine traditionelle Auferstehungsfeier auch im Krypto-Markt, dann müsste Solana wohl im Zentrum der Zeremonie stehen. Denn allein in den letzten zwei Jahren ist der prominenteste Anwärter auf den Titel Ethereum-Killer diverse Male aus dem Reich der Toten (oder eher Totgesagten) zurückgekehrt – zumindest in Sachen Anlegervertrauen und Preisentwicklung. Und das ist auf der Blockchain ja schon mehr als die halbe Miete. Glauben musste man an Solana besonders, als die betrügerische Krypto-Börse FTX von Sam Bankman-Fried im Dezember 2022 zusammenbrach und die engen Verflechtungen zwischen der kollabierten Plattform und dem Solana-Ökosystem für Panik sorgten. Die Solana-Gründer versuchten vergebens, ihr Publikum zu beschwichtigen, Investoren flohen in Scharen und der Preis fiel auf unter $10. Wie bei Glaubensüberzeugungen so üblich, zeigte sich auch bei Solana in der tiefsten Krise, wer dem Projekt wirklich vertraut. Das waren nicht viele; aber die, die geblieben sind, wurden umso fürstlicher belohnt: Wie beim Osterfest nach der Karwoche gab es auch hier am Ende eines langen Leidensweges die glorreiche Rückkehr unter die Lebenden zu feiern. Ironischerweise war es ausgerechnet der SOL-Token, der mit starken Anstiegen kurz vor Weihnachten letzten Jahres den Bullenmarkt einläutete, selten hat die Bezeichnung Disbelief Rallye so gut gepasst. Warum aber ist Solana so stark aus dem Bärenmarkt hervorgegangen. Und wie geht es mit SOL jetzt weiter?
„Krypto hat ein kurzes Gedächtnis“: Solana ist zurück!
„Solana ist definitiv mehr als FTX“, sagte der Plattform-Gründer Anatoly Yakovenko im Dezember 2022 über seine eigene Blockchain. Da war der FTX-Zusammenbruch gerade ein paar Tage her. Nutzer hatten Millionen verloren, Sam Bankman-Fried wurde polizeilich gesucht – und Yakovenko trug mit seinem verzweifelt anmutenden Statement nicht wirklich dazu bei, die Panik im Zaum zu halten. Auf den ersten Blick lasen sich die Zahlen verheerend: Rund zehn Prozent der gesamten SOL-Umlaufmenge hatte der FTX-Hedgefonds Alameda Research zwischen 2020 und 2022 in Finanzierungsrunden eingesammelt, noch war nicht abzusehen, was mit diesen Beständen passieren würde. Bankman-Fried selbst galt als großer Fan von Solana, baute auf der Blockchain eine eigene dezentrale Börse namens Serum auf und arbeitete eng mit dem Entwicklerteam zusammen, um Aktien und andere Anlageprodukte auf Solana zu tokenisieren und bei FTX anzubieten. Sechs Wochen nach dem FTX-Debakel hatte Solana fast die Hälfte seiner Marktkapitalisierung verloren, die mit $3.6 Milliarden zu diesem Zeitpunkt weniger als ein Zwanzigstel dessen betrug, was die Blockchain zum Bullenmarkt-Top 2021 auf die Waage gebracht hatte. Als bekannt wurde, dass jedes fünfte Projekt des Ökosystems mit FTX in Verbindung stand, sackte der Preis pro SOL-Token um 46 Prozent ein und erreichte sein finales Bärenmarkttief. Anatoly Yakovenko sagte fassungslos in einem Interview: "Ich versuche immer noch, das, was ich über ihn denke, mit dem, was tatsächlich passiert ist, in Einklang zu bringen. Es fühlt sich einfach sehr, sehr schockierend an.“
Kaum jemand glaubte mehr an Solana. Unter den verbliebenen Unterstützern fanden sich aber große Namen. Ethereum-Gründer Vitalik Buterin etwa sagte Solana in dieser dunklen Stunde eine „große Zukunft“ voraus – „jetzt, wo all die schrecklich opportunistischen Anleger aus dem Markt gewischt wurden“. Und auch Solanas Mitgründer Raj Gokal gab sich optimistisch, nachdem er versichert hatte, dass „die Sicherheit des Netzwerks nicht beeinträchtigt“ werde „von Dingen wie der Konzentration von SOL-Token in Alamedas Händen“. Man werde stärker zurückkommen, versicherte Gokal: „Krypto hat ein ziemlich kurzes Gedächtnis“. Was blieb ihm auch anderes übrig, hätte man denken können – und doch behielt er recht. Ziemlich genau ein Jahr später war Solana die erste große Kryptowährung, die mit sprunghaften Kursanstiegen den Weg in den aktuellen Bullenmarkt vorzeichnete. Von Mitte Oktober 2023 bis Anfang März 2024 versiebenfachte SOL seinen Kurswert von gut $20 auf knapp $150, neben der Rückkehr ihrer großen Community trug auch eine historische Meme Coin-Rallye erheblich zur plötzlichen Wiederauferstehung der Plattform bei. Hochkarätige Partnerschaften mit Milliarden-Unternehmen wie dem Onlinehandel-Giganten Shopify oder dem Kreditkarten-Weltmarktführer Visa taten ihr Übriges. Denn Solana ist wie gemacht für Massenadaption durch große institutionelle Anwender in der echten Welt. Und das ist alles andere als ein österliches Wunder. Denn genau dafür wurde die Blockchain programmiert.
700 000 Transaktionen pro Sekunde: Effizienz-Monster Solana
Ebenso wie Ethereum ist Solana eine Blockchain, die zentral auf dezentralisierte Apps (dApps) und sogenannte Smart Contracts setzt, also intelligente Verträge, die geschäftliche oder anderweitige Interaktion zwischen Netzwerk-Teilnehmern automatisieren. In Konkurrenz steht Solana dabei mit wissenschaftlich fundierten Projekten wie Cardano, oder dem größten Orakel-Protokoll Chainlink. Verglichen mit seinem mächtigsten Widersacher Ethereum ist Solana aber um ein Vielfaches schneller, kostengünstiger und skalierbarer, was besonders für private Nutzer interessant ist, die bei starker Blockchain-Auslastung keine zwei- bis dreistelligen Transaktionskosten bezahlen wollen. Solana wurde bereits 2017 und damit kurz nach Ethereum von Anatoly Yakovenko, einem ehemaligen Qualcomm-Vorstand, gegründet, ging 2020 ans Netz und basiert auf einem hybriden System aus Konsensmechanismen, das auf Proof of Stake und Proof of History setzt, um über 700 000 Transaktionen pro Sekunde durchführen zu können. Zum Vergleich: Ethereum will durch massive technische Ausweitung seiner Kapazitäten in den nächsten Jahren 20 000 bis 100 000 Transaktionen pro Sekunde erreichen, momentan liegt der Durchschnittswert irgendwo zwischen 20 und 30. Auch auf Solana können also Knotenpunkte zur Validierung eingerichtet werden, indem man eine gewisse Menge an SOL hinterlegt.
Jedem Knotenpunkt ist eine Art kryptographische Uhr zugeordnet, die Transaktionen mit Zeitstempeln versieht und gemeinsam mit der Zustimmung der einzelnen Knotenpunkte für die Prüfung und Freigabe der Transaktionen verantwortlich ist. Der Vorteil dabei ist, dass Validatoren zeitlich weitgehend unabhängig sind und nicht aufeinander warten müssen wie in anderen Proof-of-Stake-Protokollen. Außerdem nominiert ein automatischer Mechanismus einen tonangebenden Knotenpunkt, der Transaktionen organisiert und abwickelt, wodurch das gesamte Netzwerk entlastet wird und Zeitunterschiede zwischen den einzelnen Validatoren zusätzlich überbrückt werden. Die hohe Durchsatzrate birgt aber auch erhebliche Risiken: Bis zu den starken Preisanstiegen im Oktober fiel Solana im vergangenen Jahr zweimal aus, 2022 ging die Blockchain noch fünfzehnmal vom Netz, teils für mehrere Tage. Grund dafür waren häufig Spam-Attacken durch automatisierte Transaktionen, die das Netzwerk fluten und überlasten. Aufgrund der geringen Gebühren sind solche Attacken bei Solana deutlich leichter als etwa bei Ethereum – hohe Skalierbarkeit und günstige Transaktionskosten werden also mit verringerter Sicherheit und Instabilität bezahlt. Das ist für Entwickler, die ihre Anwendungen konstant laufen lassen wollen, natürlich ebenso problematisch wie für institutionelle Nutzer, die ihre Gelder auf der Blockchain parken oder wichtige Prozesse über sie koordinieren.
Wie teuer wird der SOL-Token im Bullenmarkt?
Und doch gilt Solana als eins der beliebtesten Krypto-Projekte – sowohl unter privaten Blockchain-Enthusiasten als auch bei professionellen Investoren und Unternehmen, die in ihrem Tagesgeschäft auch abseits reiner Geldanlage auf Blockchain-Protokolle zurückgreifen, so wie Visa und Shopify. Obgleich Solana in diesem Bullenmarkt schon fleißig vorangeschritten ist, dürfte das Potenzial bis zum nächsten zyklischen Top aus Sicht unserer technischen Elliott-Wellen-Analyse noch immens sein. Kurzfristig befindet sich SOL in einem impulsiven aufwärtsgerichteten Fünfteiler, dessen erste Zwischenkorrektur bereits abgeschlossen wurde, als der Bitcoin kurz über sein altes Allzeithoch linste und im anschließenden plötzlichen Rücksetzer die großen Altcoins mit hinab zog. Schon im aktuellen Aufwärtsimpuls könnte allerdings die $200-Marke fallen, eine mittelfristige Korrektur sollte den Coin aber noch einmal unter diese Marke drücken. Für die Abonnenten unseres beliebten Altcoin-Pakets hinterlegen wir auch für Solana in nächster Zeit neue Zielzonen für lukrative Einstiege, sobald die Chartstruktur entsprechende Prognosen zulässt. Auf Mehrmonatsebene befindet sich Solana schon seit seinem Bärenmarkttief bei rund $8 in einer impulsiven Aufwärtsbewegung und dürfte diese bei einem neuen Allzeithoch zwischen rund $600 und gut $800 abschließen. Ob Solana zum Ethereum-Killer wird, steht derweil in den Sternen, schließlich ist die Marktkapitalisierung von Ethereum aktuell siebenmal größer. Entscheidend wird sein, welche Blockchain in den nächsten Jahren von institutionellen Nutzern bevorzugt wird. Dabei punktet Solana mit seiner immensen Effizienz, Ethereum aber mit dem Vorsprung als First Mover und deutlich höheren Sicherheitsstandards. Ethereum und Solana stehen aber trotzdem keineswegs auf Kriegsfuß: Nach dem FTX-Crash schrieb Vitalik Buterin auf X, vormals Twitter: „Ich hoffe, die Solana-Community bekommt ihre faire Chance, um zu gedeihen.“ Diese Chance ist endlich gekommen.




