Das Wichtigste in Kürze
- Michael Burry warnt trotz Rekordhochs vor einem Börsencrash wie 1987.
- Nvidia steht wegen KI-Finanzierungen und hoher Bewertungen im Fokus.
- Aber Achtung: Frühere Crash-Prognosen Burrys lagen oft daneben.
Guten Morgen!
Der US-Investor Michael Burry sorgt erneut mit einer drastischen Warnung für Aufmerksamkeit. Trotz neuer Rekordstände an den US-Börsen hält der durch The Big Short berühmt gewordene Hedgefonds-Manager einen scharfen Kurseinbruch weiterhin für möglich und zieht sogar Parallelen zum Börsencrash von 1987. Gleichzeitig sieht er den KI-Boom rund um Nvidia als zunehmend fragiles Finanzierungsmodell, das im Falle eines Abschwungs weitreichende Folgen für den gesamten Technologiesektor haben könnte.
Michael Burry bleibt trotz Rekordrally bei seiner Crash-Prognose
„Ich glaube weiterhin, dass wir nahe an einem großen Top sind und ein Absturz wie 1987 möglich ist“, schrieb Burry am Dienstag auf seiner Substack-Seite. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Nur wenige Stunden zuvor hatte der S&P 500 ein neues Allzeithoch erreicht. Nach Ansicht des Investors sorgt die Rally inzwischen selbst für zusätzlichen Kaufdruck, weil sinkende Volatilität systematische Strategien und Trendfolger zu immer höheren Aktienquoten zwingt und damit eine selbstverstärkende Dynamik entsteht.
Burry wurde weltberühmt, weil er die Immobilienkrise von 2007/2008 früh erkannte und mit Credit Default Swaps erfolgreich gegen den US-Häusermarkt wettete. Seine Geschichte wurde durch das Buch und den Hollywood-Film The Big Short einem Millionenpublikum bekannt. Gleichzeitig lag der Investor in den vergangenen Jahren mit mehreren spektakulären Crash-Prognosen und Short-Wetten gegen den Gesamtmarkt sowie gegen Aktien wie Tesla oder Nvidia wiederholt zu früh oder schlicht daneben. So räumte er nach seiner milliardenschwer wirkenden Index-Wette aus dem Jahr 2023 später selbst ein: „Ich habe mich geirrt".
"Biblische Ausmaße": Ist Nvidia die Achillesferse des KI-Booms?
Unverändert skeptisch bleibt Burry vor allem gegenüber Nvidia. Bereits in den vergangenen Wochen warnte er, die gegenseitige Finanzierung innerhalb des KI-Ökosystems nehme inzwischen „biblische Ausmaße“ an. Als Hinweis verwies er auf deutlich gestiegene Kosten für Credit Default Swaps auf Nvidia. Für ihn deutet das darauf hin, dass Investoren das Ausfallrisiko des Chipkonzerns inzwischen kritischer bewerten als noch vor wenigen Monaten.
Tipp: Lesen Sie hier, was es mit Nvidias gefährlichen Schwachpunkten auf sich hat
Mit seiner Einschätzung steht Burry nicht allein. Auch Tech-Milliardär Mark Cuban zieht Parallelen zur Dotcom-Blase. Seiner Ansicht nach finanziert Nvidia inzwischen indirekt einen erheblichen Teil des KI-Ausbaus selbst und sei dadurch eng mit seinen Kunden verflochten. Ein größerer Rückschlag bei Nachfrage oder Finanzierung könnte deshalb nicht nur Nvidia treffen, sondern den gesamten KI-Sektor belasten. Burry argumentiert zusätzlich, dass viele Investitionen in Rechenzentren und Chips auf langfristigen Erwartungen beruhen, die sich im Falle sinkender Nachfrage als zu optimistisch erweisen könnten.
Burrys leere Warnungen: Warum man jetzt nicht in Panik verfallen sollte
Trotz seines legendären Rufs sollten Anleger Burrys Aussagen differenziert betrachten. Viele Medien berichten bei seinen Short-Positionen regelmäßig über Milliardenbeträge, beziehen sich dabei jedoch auf den Nominalwert der abgesicherten Aktien und nicht auf den tatsächlichen Kapitaleinsatz. Die gezahlten Optionsprämien lagen nach Burrys eigenen Angaben häufig nur im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Gleichzeitig zeigt seine Bilanz der vergangenen Jahre, dass auch renommierte Investoren mit makroökonomischen Einschätzungen über längere Zeit falsch liegen können, selbst wenn sich einzelne Risiken später teilweise bewahrheiten.
An den Finanzmärkten dominiert trotz Burrys Warnungen weiter der Optimismus. Der S&P 500 gewann zuletzt 1.79 Prozent auf 7736 Punkte und markierte ein neues Rekordhoch, während der Nasdaq-100 um 3.32 Prozent auf 29 733 Punkte sprang. Im vorbörslichen Handel legen beide Indizes am Mittwochmorgen weiter zu: Der S&P 500 notiert knapp unter 7800 Punkten, der Nasdaq-100 bei 29 959 Punkten. Bitcoin handelt nahezu unverändert bei 64 200 Dollar, Ethereum bei 1866 Dollar. Gold steigt leicht auf 4233 Dollar, während WTI-Rohöl seine Talfahrt fortsetzt und auf rund 75 Dollar je Barrel fällt.
HKCM-Gewinner und -Verlierer
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| Palantir | +29.45 |
| Marvell Technology | +12.81 |
| Endeavour Silver | +11.51 |
| Zalando | -13.36 |
| Hut 8 | -9.74 |
| Fresenius Medical Care | -7.58 |
Wichtige Earnings heute:
Berkshire Hathaway (erw. EPS: 5.04 USD)
Vonovoia (erw. EPS: 0.40 EUR)
Novo Nordisk (erw. EPS: 5.14 DKK)
Uber (erw. EPS: 0.80 USD)
Aurora Cannabis (erw. EPS: -0.13 USD)
Riot Platforms (erw. EPS: -0.29 USD)
Shopify (erw. EPS: 0.40 USD)
Albermarle Corporation (erw. EPS: 3.20 USD)
eBay (erw. EPS: 1.50 USD)
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