US-Bodentruppen im Iran? Vorsicht bei diesem Bitcoin-Anstieg!
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US-Bodentruppen im Iran? Vorsicht bei diesem Bitcoin-Anstieg!

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Donald Trump denkt laut über US-Bodentruppen im Iran nach
  • Bitcoin ist so schwach wie 2018; damals folgten fünf grüne Monate
  • Aber Achtung: Zuletzt waren starke Wochenstarts immer eine BTC-Falle

Donald Trump spielt mit dem Feuer. Oder besser gesagt: mit den wichtigsten Brennstoffen für die Weltwirtschaft. Seit dem Kriegsbeginn im Iran sind die Öl- und Gaspreise explodiert, weil die Finanzmärkte Lieferausfälle aus dem Nahen Osten befürchten. Jetzt geht Trump noch ein Stück weiter und denkt laut über eine Bodenoffensive mit US-Soldaten im Iran nach. Bitcoin startet die Woche zwar grün, die jüngste Vergangenheit hat aber gezeigt: Allzu viel sollte man auf starke Montage nicht geben. Hoffnung für den Kryptomarkt macht der Vergleich mit dem Bärenmarkt 2018.

US-Militär für „ein bis zwei Jahre im Iran“?

Wie lange geht der Iran-Krieg noch? Wie lange bleibt der Ölpreis auf dem bedrohlichen Niveau nahe der 100-Dollar-Marke, die nachhaltiges Wirtschaften in allen Teilen der Welt quasi verunmöglicht? US-Vizepräsident JD Vance versuchte am Wochenende, die immer heißer laufenden Energiemärkte zu besänftigen, erzielte mit seiner Aussage in einem Fernseh-Interview aber das genaue Gegenteil: „Wir sind nicht daran interessiert, ein oder zwei Jahre im Iran zu bleiben“.


Seit dem Beginn des Iran-Kriegs hält sich Bitcoin relativ zu Gold und Aktien wacker. Wäre das bei einer Bodenoffensive der USA immer noch der Fall?


Auf Social Media überschlugen sich die Kommentare: „So schnell werden aus vier bis sechs Wochen also ein bis zwei Jahre!“ Bezogen ist die Kritik auf Donald Trumps Ankündigungen kurz nach Beginn der US-Bombardements auf den Iran Ende Februar. Damals versicherte der US-Präsident, man werde innerhalb weniger Tage siegen und das iranische Regime aus dem Amt jagen. Anders als von Trump versprochen stellte sich der Iran aber als deutlich zäherer Gegner heraus.

Mittlerweile hat der Iran-Krieg die Monatsmarke überschritten. Aus ein paar Tagen wurden in Trumps Ankündigungen wenige Wochen. Aus wenigen Wochen nun bei JD Vance offenbar ein bis zwei Jahre – auch, wenn der US-Vizepräsident sie als Worst-Case-Szenario titulierte. Und auch Donald Trump räumte am Wochenende ein: „Es könnte sein, dass wir eine Weile dort bleiben müssen“. Dabei ging es um eine mögliche Bodenoffensive, die Trump am Wochenende in den Raum stellte.

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Von vornherein wollte das US-Militär den Einsatz heimischer Soldaten im Iran vermeiden. Zu schwer lasten die bösen Erinnerungen an den Irakkrieg im kollektiven Gedächtnis der USA. Zu frisch sind die Wunden des blamablen Rückzugs aus Afghanistan. Und zu kompliziert ist laut Experten die Einnahme eines so großen und bergigen Landes wie des Iran. Und doch stellt Trump gezielte Bodenoperationen in Aussicht – etwa, um iranische Atomanlagen auszuschalten oder die Kontrolle über Energie-Infrastruktur auf der iranischen Insel Charg zu übernehmen.

Bitcoin so schwach wie 2018: Grund zur Hoffnung?

Aktuell ist Bitcoin im März mit hauchzarten 0.31 Prozent im Plus. Sollte der März negativ schließen, hätte BTC ganze sechs rote Monate aneinandergereiht. Das passierte Bitcoin zum letzten Mal im Jahr 2018, wohlgemerkt im tiefsten Bärenmarkt. Damals fiel Bitcoin auf Monatsbasis von August 2018 bis Januar 2019 durchgehend. Danach aber stieg der Kurs für fünf Monate ununterbrochen – vier davon mit zweistelligen Prozentwerten. Zu euphorisch sollte man deshalb aber noch nicht werden.


Bisher hatte Bitcoin nur einmal sechs rote Monate in Folge: 2018 folgte auf diese Durststrecke eine Serie von fünf positiven Monaten. Quelle: Coinglass.


Denn bei militärischen Konflikten gibt es im Finanzmarkt ein klassisches Muster: Typischerweise fallen die Börsen in Vorbereitung auf eine sich anbahnende kriegerische Eskalation, um Risiko einzupreisen. Der Tief- und Wendepunkt wurde in der Vergangenheit meistens (und paradoxerweise) genau dann erreicht, wenn der Krieg tatsächlich losging. Im Fall des Irakkriegs etwa bedeutete das den Einsatz von US-Bodentruppen. Oder, wie man auf Englisch sagt: Boots on the ground (Stiefel auf dem Boden).

Freilich ist dieses Marktmuster keine Notwendigkeit. In der Regel aber fühlt sich der Finanzmarkt wohler mit Gewissheiten – seien sie nun positiv oder negativ, etwa im Fall eines Krieges. Was Bitcoin und Aktien gar nicht leiden können, ist die Ungewissheit vor einem möglicherweise eskalierenden Konflikt. Dennoch startete Bitcoin diese Woche positiv. Und auch das passt in ein Muster, diesmal ein kurzfristigeres. Und dieses Muster könnte für Krypto-Anleger zur Falle werden.


Seit Beginn des Iran-Kriegs wiederholt sich bei Bitcoin ein Muster: Starker Montag, zum Wochenende hin immer schwächer.


Betrachtet man die letzten fünf Wochen seit Beginn des Iran-Krieges, wird deutlich: Der stärkste Tag für Bitcoin war im Durchschnitt der Montag. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Donald Trump machte es sich in den letzten Monaten zur Gewohnheit, schlechte Nachrichten aufs Wochenende zu schieben. Seien es Zölle, der Angriff auf Venezuela oder auch das Bombardement im Iran. Damit will Trump die klassische Börse schützen, Krypto geriet dabei regelmäßig unter die Räder.

Der Markt hat diese Taktik mittlerweile verstanden – und atmet am Beginn der neuen Woche auf, wenn nichts Gravierendes passiert ist. Über die Woche hinweg kommt die Verunsicherung aber zurück. Schließlich könnte Trump am Wochenende wieder schlechte Nachrichten produzieren und die (Krypto-) Märkte erschüttern. Da sichern sich vor allem große institutionelle Investoren lieber ab.

Der Markt weiß mittlerweile: Während der Woche hält Trump die Füße eher still. Am Wochenende könnte es brenzlig werden. Und genau deshalb wiederholte sich in den vergangenen Wochen bei Bitcoin stets dasselbe Muster: Starker Montag, abnehmendes Momentum zur Wochenmitte und Verkäufe am Donnerstag und Freitag, wenn institutionelle Investoren ins Wochenende gehen. Auch der aktuelle Anstieg zum Wochenstart ist deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Nächste Eskalation im Iran: Wie geht es für Bitcoin weiter?

Bei Bitcoin treffen gerade zwei Muster aufeinander. Auf der einen Seite das (kurzfristig) negative Muster der nicht nachhaltigen Montags-Anstiege und auf der anderen Seite der (langfristig) positive Vergleich mit der sechsmonatigen Verlustserie aus dem Jahr 2018, worauf volle fünf grüne Monate folgten. Bis Trump und das US-Parlament (das über Kriege mitentscheiden muss) eine finale Entscheidung zur Entsendung von Bodentruppen in den Iran getroffen hat, bleibt der Markt in Unsicherheit gefangen.


Ist der Energie-Sektor unruhig (Rohöl-Volatilität in der Mitte und Momentum der Unsicherheit unten), gerät Bitcoin unter Druck.


Mit Argusaugen wird der (Krypto-) Markt in dieser Zeit beobachten, wie sich der Ölpreis verhält. Zuletzt stieg die Unruhe im Ölmarkt (Spike im Volatilitätsindex OVX) durch die Iran-Krise auf den höchsten Stand seit dem Corona-Crash. Für Bitcoin wirkt das typischerweise belastend – ein Zusammenhang, der sich auch dieses Mal wieder bewahrheitet (siehe Korrelation zwischen dem Bitcoin-Momentum und der Stimmung am Ölmarkt im unteren Teil des Charts).

Damit Bitcoin wieder nachhaltig steigen kann (und nicht nur starke Wochenstarts hinlegt, die dann wieder abverkauft werden), muss im Energiesektor zunächst wieder Ruhe einkehren. Der zweite Faktor ist Klarheit über den weiteren Verlauf des Iran-Kriegs. Bitcoin hat sich zwar bisher stärker gehalten als Aktien und Gold (wofür es konkrete Gründe gibt), die Ungewissheit lastet aber weiterhin schwer auf dem Kryptomarkt. Vage Aussagen von Donald Trump oder JD Vance über die Dauer des Krieges und mögliche Bodentruppen machen das nicht besser. Im Gegenteil.

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Simeon Koch

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