Trump will Cannabis-Fan als Justizminister: Boom für Cronos, IIP und Curaleaf?
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Trump will Cannabis-Fan als Justizminister: Boom für Cronos, IIP und Curaleaf?

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Simeon Koch

Donald Trump polarisiert, das ist nicht neu. Trotzdem sind Trumps Personalentscheidungen für seine Regierung eine neue Stufe der Provokation. Tesla-Chef Elon Musk bekommt sein DOGE-Ministerium, Verteidigungsminister wird wohl der TV-Moderator und Afghanistan-Veteran Pete Hegseth, der über keinerlei politische Erfahrung verfügt. Als Gesundheitsminister will der designierte Präsident den Bitcoin-Unterstützer Robert F. Kennedy installieren, der in der Vergangenheit ein ums andere Mal mit durchaus kontroversen Thesen aufgefallen war.

Und auch die vorläufige Wahl für den Posten des Justizministers sorgt für Aufsehen: Trumps Favorit Matt Gaetz wurde einst wegen Sexhandels angeklagt, gilt aber als großer Befürworter einer Cannabis-Legalisierung. Sollte Gaetz gewählt werden, könnten für Cannabis-Riesen wie Innovative Industrial Properties, Cronos und Curaleaf goldene Zeiten anbrechen.

Gaetz ist „die unangenehme Person, die wir brauchen“

„Das ist die beste Nachricht für Cannabis, die ich in den letzten drei Jahren gehört habe“, reagierte Boris Jordan, Geschäftsführer von Curaleaf, Anfang der Woche auf die Nominierung von Matt Gaetz. Dabei ist Gaetz alles andere als unumstritten. Vor einigen Jahren erhob das Justizministerium, dem Gaetz bald ironischerweise vorstehen könnte, Anschuldigungen wegen Sexhandels gegen den früheren Abgeordneten des Repräsentantenhauses.

Laut Medienberichten sollen auch Minderjährige im Spiel gewesen sein. Die Untersuchungen wurden mittlerweile eingestellt, im Repräsentantenhaus aber soll ein brisanter Ethikbericht kursieren, der von Republikanischen Abgeordneten wohl unter Verschluss gehalten wird. Die Affäre sorgte dafür, dass hochrangige Cannabis-Befürworter nicht mehr mit Gaetz zusammenarbeiten wollten. An Gaetz‘ cannabisfreundlicher Haltung änderte das nichts.

Matt Gaetz saß von 2017 bis 2024 für Florida im Repräsentantenhaus und spielte eine wichtige Rolle bei der Legalisierung von medizinischem Cannabis in Florida 2016.

Entsprechend zweigespalten blicken wichtige politische Befürworter einer bundesstaatlichen Cannabis-Reform auf Gaetz‘ erwartete Ernennung zum neuen Justizminister. Dem Magazin Politico etwa sagte ein anonymer Berater, der künftig mit Gaetz zusammenarbeiten könnte: „Das ist, verdammt nochmal, schrecklich und hervorragend zugleich. Wir werden alles bekommen, was wir wollen!“

Gemeint ist damit wohl zumindest die lang erwartete Neubewertung von Cannabis in den Vereinigten Staaten, die der gesamten Branche immense steuerliche und finanzielle Erleichterungen bringen würde. „Gaetz hat eine starke Meinung und ist auf unserer Seite“, zeigte sich Curaleaf-CEO Boris Jordan optimistisch: „Manchmal braucht es eben eine unangenehme Person, um etwas Radikales zustande zu bringen.“

Starke Zahlen nach US-Ausstieg: Kommt Cronos zurück?

Die bisher restriktive Cannabis-Politik in den Vereinigten Staaten zwingt immer mehr große Player der Branche, auf andere Kontinente zu expandieren. Ein besonders beliebtes Ziel sind Deutschland und Australien. Dieser Trend dürfte Donald Trump, der wichtige Unternehmen in den USA halten oder ansiedeln möchte, ein Dorn im Auge sein – und mit Matt Gaetz könnte die Lösung schon parat stehen. Gaetz gilt als einer der größten Cannabis-Fans der Republikanischen Partei.

2016 war er maßgeblich daran beteiligt, dass Florida als erster Südstaat medizinisches Cannabis legalisierte. Zwar war Gaetz gegen die schließlich gescheiterte Freizeit-Legalisierung in seinem Bundesstaat, für die sich Trump ausgesprochen hatte – dennoch setzte er sich auch für die Entkriminalisierung auf Bundesebene ein, die bereits unter Trumps Vorgänger Joe Biden vorangetrieben wurde.

Explosive Anstiege bei Umsatz und Nettogewinn: Die Cronos Group schlägt sich nach dem Rückzug aus den USA gut und punktet besonders auf dem internationalen Markt.

Sollte der Wind in Sachen Cannabis-Legalisierung drehen, könnten die Vereinigten Staaten wichtige Unternehmen wie die Cronos Group zurückholen, die dem US-Markt erst kürzlich den Rücken gekehrt hat. Mit einer Marktkapitalisierung von fast $800 Millionen gehört Cronos zu den größten Playern des Sektors, konzentriert sich aber lieber auf Kanada, Europa und Israel, was im letzten Quartal von Erfolg gekrönt war: Um 38 Prozent konnte Cronos seinen Umsatz auf $34.3 Millionen steigern – im Sommer waren es noch $27.8 Millionen gewesen, im Vorjahresquartal sogar nur $24.8 Millionen.

Der wichtigste Markt bleibt mit einem Quartalsumsatz von $24.1 Millionen Kanada, das internationale Geschäft wuchs im dritten Quartal insgesamt um beachtliche 66 Prozent auf $10.1 Millionen. Entsprechend gut sieht es beim Nettogewinn aus: Nachdem sowohl das Vorjahres- als auch das vorangegangene zweite Quartal negativ ausfielen, schrieb Cronos nun ein Plus von $7.3 Millionen – keine Selbstverständlichkeit in der umkämpften Branche.

Goldene Zeiten für Infra-Spezialisten wie IIP?

Dass der Cannabis-Markt in den USA alles andere als verwelkt ist, zeigt derweil Innovative Industrial Properties (IIP), der führende Immobilieninvestor der Branche, der sich auf die Vermietung von Produktionsstätten an Cannabisproduzenten konzentriert. Im dritten Quartal 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von $76.5 Millionen und hielt das Geschäftsvolumen trotz eines leichten Rückgangs von zwei Prozent auf hohem Niveau.

Das Geschäftsmodell von IIP beruht auf der langfristigen Vermietung von Produktionsstätten für Cannabisunternehmen in den USA, das Immobilienportfolio wuchs in den letzten zwölf Monaten um rund zwei Prozent auf nun $2.42 Milliarden. CEO Paul Smithers erklärte dazu: „Unsere starke Position im Bereich Cannabisimmobilien und die stetige Nachfrage nach spezialisierten Anlagen für die Cannabisproduktion bieten uns ein robustes Wachstumspotenzial.“

Bei Innovative Industrial Properties zeigt die Kurve leicht nach unten, Umsatz und Gewinn aber bleiben klar positiv. Eine Legalisierung in den USA wäre ein Game Changer.

Mit den jüngsten Quartalsergebnissen gab IIP bekannt, neue Immobilien in den USA erworben zu haben, die an Produzenten von medizinischem und Freizeit-Cannabis vermietet werden. Die Nachfrage nach solchen Immobilien ist auch wegen der Hoffnung auf eine baldige Cannabis-Neubewertung auf Bundesebene historisch hoch. Anders als viele große Unternehmen der Branche erwirtschaftet IIP konstant Gewinn und war in den zurückliegenden drei Monaten trotz eines leichten Rückgangs von vier Prozent mit $39.7 Millionen wieder deutlich im Plus.

Eine neue US-Cannabis-Politik könnte Infrastruktur-Anbietern wie IIP besonders zugutekommen, schließlich brauchen mögliche Rückkehrer wie Cronos nichts dringender als Produktionsstandorte. Aktuell stehen die Zeichen laut David Culver vom US Cannabis Council gut: „Die Wahl von Matt Gaetz signalisiert mir und vielen meiner Kollegen, dass Trump seine Wahlversprechen einhalten wird“ – und die beinhalten einen nachhaltigen Richtungswechsel bei der Bewertung von Cannabis auf Bundesebene.

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Simeon Koch

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