Guten Morgen,
während der S&P 500 oberhalb von 7500 Punkten notiert und der Nasdaq-100 an der 30 000-Punkte-Marke kratzt, ist Bitcoin über Nacht mal wieder eingeknickt. In den letzten zwei Wochen hat der Krypto-Primus mehr als zehn Prozent an Kurswert verloren und ist von knapp 82 000 auf unter 73 000 Dollar gestürzt. Gleichzeitig explodierten Quantencomputing-Aktien nach dem Einstieg der US-Regierung und folgten damit dem immer heißeren Halbleiter-Sektor. Bitcoin dagegen verliert deutlich an Momentum. Statt frischer Zuflüsse dominieren plötzlich Verkäufe – und das ausgerechnet bei den großen Spot-Bitcoin-ETFs, die den Markt in den vergangenen Monaten noch nach oben getrieben hatten.
Größter Bitcoin-Verkauf von BlackRock: Bricht der ETF-Support?
Besonders im Fokus steht dabei BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT. Bereits am Dienstag sorgte ein einzelner Wal-Verkauf von 1.29 Milliarden US-Dollar für Aufmerksamkeit – laut Marktbeobachtern die größte bekannte Blocktransaktion seit dem Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs. Einen Tag später folgte der nächste Schock: IBIT verzeichnete mit 528 Millionen Dollar den zweithöchsten Tagesabfluss seiner Geschichte. Zusammen verloren die elf US-Spot-ETFs allein am Mittwoch mehr als 733 Millionen Dollar. Über die vergangenen zwei Wochen summieren sich die Abflüsse inzwischen auf mehr als zwei Milliarden Dollar.
Die Verkäufe fallen in eine Phase neuer geopolitischer Unsicherheit. Obwohl zwischen den USA und dem Iran ein Friedensabkommen erwartet wurde, kam es erneut zu gegenseitigen Angriffen. Die USA attackierten laut Medienberichten militärische Ziele nahe der Straße von Hormus, nachdem iranische Drohnen und Raketen amerikanische und zivile Schiffe bedroht haben sollen. Der Iran reagierte wiederum mit Angriffen auf US-Stützpunkte im Golfraum. Prompt stieg der Preis der US-Ölsorte WTI zurück auf rund 95 Dollar, nachdem er gestern auf 90 Dollar zurückgefallen war.
Für Bitcoin ist das ein schwieriges Umfeld. Institutionelle Investoren reduzieren in unsicheren Marktphasen häufig zuerst ihre Positionen in volatilen Risikoanlagen. Gleichzeitig bricht das Handelsvolumen am Kryptomarkt massiv ein. Auf Binance fiel das tägliche Bitcoin-Spotvolumen seit Oktober 2025 von knapp 199 Milliarden auf nur noch rund 36 Milliarden Dollar – ein Rückgang von etwa 81 Prozent. Auch andere große Börsen melden ähnlich schwache Aktivität. Das spricht zunächst für nachlassendes Interesse und eine zunehmend vorsichtige Marktstimmung.
Bitcoin-Handelsvolumen bricht ein: Bärenmarkt oder bullisches Omen?
Ausschließlich negativ muss dieses Signal allerdings nicht sein. Historisch gingen extrem niedrige Handelsvolumina häufig mit den späten Phasen größerer Korrekturen einher. Schon im Herbst 2023 trocknete die Aktivität am Spotmarkt stark aus, bevor Bitcoin wieder in eine Erholungsphase überging. Einige Analysten sehen deshalb erste Hinweise auf eine mögliche Seller Exhaustion – also einen Punkt, an dem der Verkaufsdruck nachlässt, weil viele schwache Hände bereits ausgestiegen sind. Sollte sich die geopolitische Lage beruhigen, könnte genau daraus die Grundlage für die nächste größere Aufwärtsbewegung entstehen.
Dennoch bleibt die Lage fragil und das Interesse an Krypto gering. Große Verkäufe wie zuletzt im IBIT-ETF können damit leicht für Kursverwerfungen sorgen, hinzu kommt die geopolitische Unsicherheit. Hart traf die Risk-off-Reaktion der vergangenen Stunden auch den Altcoin-Sektor. Während Bitcoin unter 73 000 Dollar fiel, knickte Ethereum unter die psychologisch wichtige 2000-Dollar-Marke. Aber auch der Edelmetall-Sektor litt merklich: Gold fiel unter 4400 Dollar, Silber setzte auf gut 71 Dollar zurück.
HKCM-Tops und -Flops
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| NIO | +9.32 |
Keel Infrastructure | +7.31 |
Lumen Technologies | +6.88 |
Estée Lauder | +5.31 |
PDD Holdings | -10.38 |
| Qualcomm | -6.20 |
Earnings
Xpeng (est. EPS: -0.11 USD)
Dell (est. EPS: 2.96 USD)
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