- Workday zeigt: KI ersetzt SaaS nicht, sondern verstärkt Plattformmodell
- US-Sammelklage gegen Workday wegen KI-Recruiting wirft Haftungsfragen auf
- HKCM nimmt Workday neu ins HYPE-Paket auf
Im Software-Sektor geht die Angst um: Ersetzt KI klassische Software und macht etablierte SaaS-Modelle überflüssig? Während viele Geschäftsmodelle unter Druck geraten, liefert Workday eine Gegenposition. Das Unternehmen zeigt, dass KI nicht zwangsläufig ersetzt, sondern bestehende Software-Strukturen verstärken kann – insbesondere dann, wenn sie tief in geschäftskritische Prozesse wie HR und Finanzwesen eingebettet sind.
Gleichzeitig öffnet sich eine deutliche Lücke zwischen Markt und Fundamentaldaten. Die Aktie hat nach starken Vorjahren deutlich korrigiert, obwohl Umsatzwachstum, hoher Cashflow und stabile Margen weiterhin ein robustes Bild zeichnen. Genau dieser Widerspruch macht Workday spannend. Vor diesem Hintergrund wird der Titel ab Mittwoch, dem 27.05., neu in unser HYPE-Analysepaket aufgenommen – getrieben von der strategischen Wende hin zu KI-Agenten.
Werden wir von KI bei der Jobsuche diskriminiert? Workday im Kreuzfeuer
Workday verdient sein Geld vor allem über Abonnements für seine Software, die Unternehmen bei der Personalplanung hilft. Kunden zahlen keine Einmalgebühr, sondern regelmäßig, um die Plattform für HR, Finanzen und Planung zu nutzen.Zusätzlich kann Workday durch neue Module, Erweiterungen und künftig auch KI-Funktionen zusätzliche Umsätze bei bestehenden Kunden erzielen. Mit gut 20 000 Mitarbeitern und Jahresumsätzen von knapp neun Milliarden Dollar gehört Workday zu den Marktführern in der HR-Software-Branche, in der es zuletzt ungemütlich wurde.
Werden gewisse Bewerber bei der Jobsuche von KI diskriminiert? Workday kämpft seit Jahren mit einer Sammelklage in den USA.
Über die letzten Jahre litt die HR-Branche in den USA und vor allem Workday als einen der Marktführer unter eine Klagewelle. Im Zentrum der steht der Fall Derek Mobley von 2023, ein IT-Spezialist aus den USA. Er hatte sich über 100 Mal auf Jobs beworben – jedes Mal mit einer Absage. Der entscheidende Punkt: Viele dieser Absagen kamen extrem schnell, teilweise nachts oder innerhalb von weniger als einer Stunde. Die Kläger argumentieren deshalb, dass nicht Menschen entschieden haben, sondern automatisierte KI-Systeme.
Vergangenes Jahr wurde der Fall als Sammelklage zugelassen. Sollten Gerichte entscheiden, dass Softwareanbieter wie Workday für KI-gestützte Auswahlprozesse im Recruiting mitverantwortlich sind, hätte das weitreichende Folgen. Dann stünde nicht nur der Arbeitgeber in der Haftung, sondern auch die Plattform selbst, potenziell für Tausende Arbeitnehmer. Für die gesamte HR-Tech-Branche würde das den regulatorischen Druck deutlich erhöhen und den Einsatz von KI in Bewerbungsprozessen erschweren.
Gegen die SaaS-Apokalypse: So reitet Workday die KI-Welle
Die juristische Unsicherheit rund um die Zukunft der automatisierten HR-Software sorgte für Unsicherheit um die WDAY-Aktie und platzte in eine historische Rallye: Nach dem Corona-Tief lag der Kurs zeitweise knapp über 100 Dollar, stieg dann bis über 300 Dollar im Jahr 2024. Inzwischen ist er wieder deutlich zurückgekommen und bewegt sich erneut nahe der Corona-Tiefs bei gut 100 Dollar.
Harte Zeiten für WDAY-Investoren: Die Aktie ist auf dem Level vom Corona-Crash angekommen. Workday will mit einer neuen KI-Strategie den Turnaround schaffen.
Operativ bleibt Workday jedoch ein stabiler SaaS-Konzern. Für 2026 lag der Umsatz bei rund 9.5 Milliarden Dollar, überwiegend aus wiederkehrenden Abonnements. Besonders wichtig für Investoren ist der hohe Cashflow, der fast 3 Milliarden Dollar erreicht. Das zeigt: Trotz Kursvolatilität ist das Geschäftsmodell finanziell robust. Die Herausforderung liegt weniger in der Vergangenheit als in der Zukunft.
Der Markt fragt sich, ob klassisches Software-Wachstum im KI-Zeitalter überhaupt noch funktioniert – oder ob neue KI-Tools traditionelle Systeme verdrängen. Und auf diese zentrale Frage hat Workday eine der stärksten Antworten im gesamten Software-Sektor: Statt von KI verdrängt zu werden, will Workday selbst zur Plattform für KI-Agenten werden. Diese Agenten erledigen Aufgaben wie Recruiting oder Planung, aber immer innerhalb der bestehenden Workday-Infrastruktur.
Hype um KI-Agenten: Workday erfindet sich neu
Workdays Strategiewechsel liegt in der Idee der KI-Agenten. Workday entwickelt sich weg vom klassischen Softwareanbieter hin zu einer Plattform, auf der digitale Assistenten für Unternehmen arbeiten – ähnlich wie digitale Mitarbeiter. Diese Agenten bekommen klare Rollen, Rechte und Kontrollmechanismen. Sie dürfen handeln, aber nur innerhalb definierter Unternehmensregeln.
Gleichzeitig baut Workday mit neuen Produkten und Zukäufen (die KI-Firmen Paradox und Sana wurden vergangenes Jahr für je rund eine Milliarde Dollar aufgekauft) ein Ökosystem auf, das diese KI-Agenten steuert und verbindet. Workday will nicht nur Software verkaufen, sondern die Infrastruktur liefern, auf der zukünftige Unternehmens-KI läuft.
Die KI-Agenten-Strategie von Workday ersetzt die bestehende Software nicht, sondern erweitert sie. Die heutige Plattform bleibt das Grundsystem, in dem für Kunden alle wichtigen Unternehmensdaten, Regeln und Abläufe gespeichert sind – zum Beispiel für HR, Gehälter oder Finanzen. Darauf setzen künftig KI-Agenten auf, die einfache Aufgaben übernehmen, etwa Bewerbungen vorsortieren oder Daten auswerten.
Und die Strategie zeigt bereits Wirkung: Workday ist stark ins neue Geschäftsjahr gestartet und hat die Erwartungen klar übertroffen. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 13.5 Prozent im Jahresvergleich auf 2.54 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2.66 Dollar ebenfalls über den Prognosen. Besonders die Profitabilität entwickelte sich positiv, mit einer operativen Marge von 31.8 Prozent.
Treiber der Entwicklung ist zunehmend das KI-Geschäft: Die Nachfrage nach Agentic AI-Lösungen hat sich nahezu verdreifacht, über 4000 Kunden nutzen bereits entsprechende Produkte, und der KI-Umsatz nähert sich 500 Millionen Dollar. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand auf 8.8 Milliarden Dollar, ergänzt durch umfangreiche Aktienrückkäufe und eine angehobene Jahresprognose.
Vom SaaS-Anbieter zur KI-Plattform: WDAY neu im HYPE-Paket
Workday steht an einem Wendepunkt. Einerseits sorgt der Fall rund um KI-gestützte Bewerbungsentscheidungen für regulatorischen Druck und öffentliche Aufmerksamkeit. Andererseits entwickelt sich das Unternehmen strategisch in Richtung einer KI-Plattform, die Unternehmensprozesse nicht nur digitalisiert, sondern aktiv steuert. Die jüngsten Geschäftszahlen sprechen für sich, die Entwicklung zur KI-Plattform zeigt: Workday wird von KI nicht ersetzt, sondern stärker gemacht.
AST SpaceMobile verlässt das HYPE-Paket und wird durch Workday ersetzt.
Für Anleger entsteht daraus ein klassischer Übergangstitel: stabiler Cashflow aus bestehendem SaaS-Geschäft, kombiniert mit Wachstum durch KI-Agenten bei gleichzeitig schwacher Aktien-Performance. Ob der Turnaround gelingt, dürfte sich daran entscheiden, wie gut Workday seine Plattform in der neuen KI-Ökonomie positionieren kann. Die Entwicklung an der Börse verfolgen wir ab dem heutigen Mittwoch im HYPE-Paket, wo Workday AST SpaceMobile ersetzt. Abonnenten erhalten im letzten AST-Update einen langfristigen Chart zur Orientierung.
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Workday hat keine Angst vor der KI-Revolution, sondern gestaltet sie aktiv mit: Eine neue Plattform mit KI-Agenten soll die nächste große Wachstumswelle bringen.


