Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Volkswagen investiert $5 Milliarden in Rivian
Der Autohersteller Volkswagen investiert bis zu $5 Milliarden in den nordamerikanischen Elektroautobauer Rivian. Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Die Investition ist Teil eines neuen, paritätisch kontrollierten Joint Ventures zur gemeinsamen Entwicklung von Software, Steuergeräten und Netzwerkarchitektur. Rivian-Chef R.J. Scaringe betonte in einer Telefonkonferenz am Dienstag, dass andere Bereiche wie Batterien oder Antriebstechnik nicht Teil der Partnerschaft seien. Volkswagen wird in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bei neuen Fahrzeugen auf Technik und Software von Rivian umsteigen, was dem Autoriesen im Vergleich zur Eigenentwicklung viel Geld sparen könnte. Für Rivian ist das Geschäft eine willkommene Geldspritze, die dem Unternehmen erstmals einen positiven Cashflow ermöglicht. VW hatte jahrelang mit Problemen in der hauseigenen Software-Entwicklung zu kämpfen. Weil wichtige Software nicht rechtzeitig fertig wurde, mussten die Töchter Audi und Porsche sogar die Einführung neuer Modelle verschieben.
$14,5 Millionen Strafe für PetroChina wegen Exportverstößen
Wie das nordamerikanische Justizministerium am Dienstag mitteilte, hat PetroChina International America, eine Tochtergesellschaft des größten chinesischen Ölkonzerns PetroChina, zugestimmt, eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt $14,5 Millionen zu zahlen. Der Vorwurf: Verstöße gegen das nordamerikanische Ausfuhrrecht. Die Behörden beanstandeten, dass das Unternehmen ungenaue Angaben in einer elektronischen Datenbank gemacht habe, die internationale Exporte aus den USA erfasst. Bei „bestimmten Exportgeschäften nach Mexiko in den Jahren 2019 und 2020“ habe PetroChinas Amerika-Tochter „Dieselkraftstoff mit extrem niedrigem Schwefelgehalt im Wert von mehr als $32 Millionen fälschlicherweise als Mineralölgemisch eingestuft", so die Bezirksstaatsanwaltschaft von Süd Texas. Allerdings habe das Unternehmen bei den entsprechenden Ermittlungen vollumfänglich kooperiert und inzwischen sein Compliance-Programm verbessert, welches die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherstellt.
Ifo Geschäftsklimaindex überraschend gefallen
Die Stimmungslage der deutschen Unternehmen hat sich verschlechtert, obwohl es zunächst danach aussah, als könnte mit wirtschaftlichen Zuwächsen gerechnet werden. Immerhin hatte das ifo-Institut die Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,4% Prozent angehoben. Die Daten aus dem Juni sind aber wieder bescheiden: Unerwartet fiel der Geschäftsklimaindex auf 88,6 Punkte, nachdem man in den letzten zwei Monaten das Niveau um 90 Punkte gehalten und damit eine deutliche Verbesserung zum Frühjahr verzeichnet hatte. Ein Grund für den neuerlichen Dämpfer ist der sinkende Auftragsbestand des Verarbeitenden Gewerbes, der den Firmen wieder Sorgen bereitet. Groß- und Einzelhandel klagen gleichermaßen über geringere Geschäftserwartung und korrigieren ihre Prognosen für das noch laufende Jahr nach unten. Im Bauhauptgewerbe bleibt der Auftragsmangel das zentrale Problem, obgleich der ifo-Index hier leicht zulegte. Ebenso im Dienstleistungssektor, wo sich die aktuelle Lage etwas zu bessern scheint. Unzufriedener hingegen zeigte sich die Gastronomie. Das große Problem der heimischen Wirtschaft bleiben schwache Exporte. Der Bedarf an Produkten mit dem Gütesigel Made in Germany entwickelt sich nicht wie erhofft, auch der EM-Effekt in der Tourismus-Branche hält sich noch in Grenzen.
OpenAI verschiebt ChatGPT-Voice Mode auf Juli
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat am Dienstag bekannt gegeben, dass die Veröffentlichung der Sprachfunktion aufgrund technischer Probleme um einen Monat auf Juli verschoben wird. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, die realistische Sprachkonversation für eine kleine Gruppe von ChatGPT Plus-Benutzern bereits Ende Juni einzuführen, sagte aber, dass es sich verzögere, weil es Zeit brauche, um seinen Einführungsstandard zu erreichen. Die neuen Audiofunktionen werden es den Benutzern ermöglichen, mit ChatGPT zu sprechen und ohne Verzögerung Antworten in Echtzeit zu erhalten, sowie ChatGPT zu unterbrechen, während es spricht. Diese Merkmale realistischer Unterhaltungen stellen für KI-Modelle immer noch eine große Herausforderung dar. Die Verzögerung beim Start des Modells bedeutet, dass OpenAI seinen nächsten Schritt im KI-Wettbewerb mit Google, Meta, aber auch kleineren Startups verschieben muss. Das auf den Einsatz in Unternehmen spezialisierte Startup Anthropic hat kürzlich nach nur drei Monaten Entwicklungszeit eine neue, doppelt so schnelle Version seines ChatGPT-Konkurrenten Claude vorgestellt.
China-Premier ruft Nationen zur Einheit auf
Auf der Sommerkonferenz des Weltwirtschaftsforums, die dieses Jahr in der nordostchinesischen Stadt Dalian stattfand, hat sich der chinesische Premierminister Li Qiang für Einheit unter den Nationen ausgesprochen. „Wir sollten unseren Geist weit öffnen, eng zusammenarbeiten, Lagerbildungen aufgeben und uns der Abkopplung widersetzen", urgierte der Spitzenpolitiker aus dem Reich der Mitte. Konkret rief er dazu auf, „die Stabilität und den reibungslosen Betrieb von Industrie- und Lieferketten aufrechtzuerhalten“ sowie „die Liberalisierung und Erleichterung von Handel und Investitionen zu fördern“. Dieser Appell ertönt in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Peking und der Europäischen Union sowie den Vereinigten Staaten immer angespannter werden: Trotz Kritik seitens Pekings haben die USA im vergangenen Monat China-Importe im Wert von $18 Milliarden verzollt, insbesondere Produkte aus strategisch bedeutenden Sektoren, etwa Elektrofahrzeuge, Batterien, Stahl und wichtige Mineralien. Aufgrund von Bedenken wegen unfairen Wettbewerbs will nun auch die EU eigene Zölle von bis zu 38 Prozent auf Elektrofahrzeuge aus China erheben. Mit ihren europäischen Amtskollegen hat die chinesische Regierung inzwischen Verhandlungen anberaumt, während die Ermittlungen Brüssels in dieser Angelegenheit noch andauern.
Airbus reduziert Gewinn- und Auslieferungsziel
Der weltgrößte Flugzeugbauer hat mit Lieferengpässen benötigter Bauteile zu kämpfen. Abschreibungen in der Raumfahrtsparte in Höhe von fast 1€ Milliarde veranlassten Airbus außerdem dazu, eine Gewinnwarnung herauszugeben. Zwar steht der amerikanische Konkurrent Boeing schon länger wegen gefährlicher Sicherheitslücken in der Kritik. Dennoch gelingt es Airbus nicht, aus der momentanen Schwäche des Konkurrenten Kapital schlagen. Von den bisher in Aussicht gestellten 800 Verkehrsflugzeugen sollen nur noch 770 ausgeliefert werden. 2026 sollten monatlich 75 Jets des Typs A320 vom Band rollen, auch dieses Ziel wurde nun aber um ein Jahr verschoben. In Erwartung fallender Umsätze und operativer Gewinne reagierten die Aktionäre prompt, das Wertpapier von Airbus wurde zu Beginn der Woche um mehr als zwölf Prozent abverkauft. Vor einigen Wochen erwähnte der Unternehmenschef Guillaume Faury, dass noch einige Zeit ins Land gehen könne, bevor alle Probleme gelöst würden. Neben der Lieferproblematik von Teilen herrscht auch Knappheit an Triebwerken sowie ein Mangel an Fachpersonal.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!




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