Hedgefonds kaufen DIESE Aktien in Rekordtempo (während Kleinanleger verkaufen)
#Technologie

Hedgefonds kaufen DIESE Aktien in Rekordtempo (während Kleinanleger verkaufen)

Author

Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Hedgefonds kaufen US-Tech-Aktien nach der Korrektur im Rekordtempo zurück.
  • Privatanleger verkaufen KI-Aktien und wechseln in breit gestreute ETFs.
  • KI-Korrektur und Zwangsliquidationen markieren Wendepunkt für Smart Money.

Guten Morgen!

Der Hype um KI-Aktien erlebt das spektakulärste Smart-Money-Manöver seit vielen Jahren. Noch vor wenigen Wochen kapitulierten die größten US-Hedgefonds vor dem KI-Ausverkauf. Technologiewerte wurden so stark verkauft wie nie zuvor, milliardenschwere KI-Fonds gerieten unter Druck und Hunderttausende Privatanleger mussten in Asien ihre gehebelten Positionen zwangsweise auflösen. Ausgerechnet nach dieser Verkaufswelle zeigt sich nun eine bemerkenswerte Trendwende: Das sogenannte Smart Money kauft Tech-Aktien so aggressiv zurück wie seit Jahren nicht – während Kleinanleger genau jetzt aussteigen.

Verrücktes Hedgefonds-Manöver: Tech-Käufe so stark wie zuletzt 2022!

Die Kehrtwende fällt umso stärker aus, weil die Stimmung im Juni noch ausgesprochen pessimistisch war. Laut JPMorgan reduzierten Hedgefonds ihre Risiken bei den Magnificent Seven deutlich, während Goldman Sachs später meldete, dass US-Technologieaktien über zwei Monate hinweg so stark verkauft wurden wie nie seit Beginn der Datenerhebung vor mehr als zehn Jahren. Allein zwischen Anfang Juni und Ende Juli schrumpfte der Marktwert der Tech-Positionen institutioneller Investoren um rund zehn Prozent.


Filmreifer Plot Twist: Erst Rekordverkäufe im Juni, dann massive Rückkäufe Ende Juli. Während dieses spektakulären Hedgefonds-Manövers gerieten Kleinanleger in Panik.


Den Höhepunkt erreichte die Verkaufswelle Ende Juli, als der gesamte KI-Sektor plötzlich unter massiven Druck geriet. Nach Daten von Goldman Sachs trennten sich Hedgefonds an den Handelstagen 24., 27. und 28. Juli von mehr globalen Technologiewerten als in jedem anderen Dreitageszeitraum seit 2016. Gleichzeitig kollabierte der hochgehebelte KI-Hedgefonds Situational Awareness des deutschen Börsen-Stars Leopold Aschenbrenner um 67 Prozent und musste große Teile seines Aktienportfolios mit einem Abschlag von zehn Prozent an Citadel verkaufen.

Doch kaum waren die größten Zwangsverkäufe verarbeitet, drehten institutionelle Investoren ihre Positionierung um 180 Grad. Letzte Woche kauften Hedgefonds US-Technologieaktien so stark wie zuletzt im Dezember 2022 (also am Tiefpunkt des letzten großen Bärenmarkts im Tech-Sektor!) – zugleich war es die drittgrößte Kaufwoche der vergangenen fünf Jahre (!). Getrieben wurde die Bewegung vor allem durch neue Long-Positionen und das Eindecken bestehender Short-Wetten. Besonders gefragt waren Software-, Halbleiter- und Halbleiterausrüster sowie die Aktien der Magnificent Seven, die vier Handelstage in Folge netto gekauft wurden.

Während Profis kaufen, kriegen Kleinanleger kalte Füße

Privatanleger reagieren dagegen deutlich defensiver. Nach Daten von Vanda Research verkauften sie Ende Juli an einem einzigen Handelstag netto 243 Millionen Dollar an Einzelaktien – der höchste Tageswert seit dem Corona-Crash 2020! Besonders stark traf es Speicherchip-Hersteller wie Micron, Sandisk, Seagate und Western Digital. Gleichzeitig wechselte das Kapital jedoch nicht vollständig an die Seitenlinie: Stattdessen flossen Milliarden in breit gestreute ETFs. Allein Halbleiter-ETFs verzeichneten in der letzten Juliwoche Zuflüsse von rund zwölf Milliarden Dollar, während Anleger ihre Risiken in Einzelwerten reduzierten. Vanda fasst den Trend prägnant zusammen: "Kleinanleger verlassen den Markt nicht vollständig. Sie werden aber deutlich vorsichtiger."


Eine Börsenweisheit besagt: Schaut nicht darauf, was sie sagen – sondern darauf, was sie tun! Das jüngste Verhalten des Smart Money ist eindeutig. Und konträr zu Kleinanlegern (Retail).


Der Stimmungsumschwung beschränkte sich dabei nicht auf die USA. In China sank das Volumen der kreditfinanzierten Aktienkäufe im Juli um 14 Prozent, nachdem Anleger gehebelte Positionen abbauten und der technologieorientierte Star Market 50 Index um 26 Prozent einbrach. In Südkorea löste der Einbruch bei gehebelten Einzelaktien-ETFs auf Samsung Electronics und SK Hynix Hunderttausende Margin Calls aus; Schätzungen zufolge wurden zwischenzeitlich bis zu 500 000 Handelskonten vollständig liquidiert, Privatkäufer verloren schätzungsweise knapp 40 Milliarden Dollar. Für Hedgefonds scheint genau diese Kapitulation nun zur Einstiegsgelegenheit geworden zu sein.

Lesetipp: Milliarden liquidiert – entsteht in Südkoreas KI-Sektor die nächste Dotcom-Krise?

Der Blick auf die Märkte zeigt derweil nur eine kurze Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordrallye. Der S&P 500 schloss nach seinem Allzeithoch leicht tiefer bei 7723 Punkten, die Futures notieren am Morgen marginal im Plus. Auch der Nasdaq-100 gab leicht nach und liegt knapp unter 29 500 Punkten, vorbörslich zeigt sich ebenfalls ein kleines Plus. Der DAX hält sich trotz eines Minus von 0.26 Prozent über 26 100 Punkten. Gold steigt leicht auf über 4300 Dollar, der WTI-Ölpreis notiert stabil bei 75 Dollar. Bitcoin legt auf 64 800 Dollar zu, Ethereum klettert zurück über 1900 Dollar. Während der Kryptomarkt insgesamt blass bleibt, erreichten der Dow Jones mit 54 750 Punkten und der Russell-2000 über 3000 Punkten gestern mit neue Rekordstände.


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