China/Rohstoffe: Trump vs. Xi Jinping , Nio Verluste, Apple und Alibaba, seltene Erden und Xiaomi
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China/Rohstoffe: Trump vs. Xi Jinping , Nio Verluste, Apple und Alibaba, seltene Erden und Xiaomi

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Carlo Schmid

Trump beklagt sich über "harten" Xi Jinping 

Donald Trump hat sich in einem nächtlichen Post auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social über Chinas Präsident Xi Jinping beklagt. Es sei „extrem schwer, einen Deal mit ihm zu machen“, schrieb Trump gegen 2:17 Uhr Washingtoner Zeit. Hintergrund ist Trumps Wunsch nach einem persönlichen Gespräch mit Xi, um den festgefahrenen Handels- und Technologiekonflikt zwischen den USA und China zu lösen, doch Peking blockt bisher ab und verlangt Vorleistungen.

Während die diplomatischen Beziehungen weiter angespannt sind, gibt es wirtschaftlich positive Signale aus China: Der Dienstleistungssektor hat im Mai leicht zugelegt. Der sogenannte Caixin-PMI (also der Einkaufsmanagerindex, der den Optimismus in Führungsriegen von Unternehmen misst) stieg von 50.7 auf 51.1 Punkte, ein Wert über 50 zeigt Wachstum an. Allerdings bleibt die Stimmung vorsichtig: Die Nachfrage aus dem Ausland sinkt, und Sorgen über Deflation und eine schwächelnde Bauwirtschaft dämpfen die Erholung. Analysten erwarten für 2025 nur noch ein BIP-Wachstum von 4.5 Prozent. In den letzten Jahrzehnten hatte Chinas Wirtschaftswachstum regelmäßig zweistellige Prozentwerte erreicht.

E-Auto-Riese Nio meldet wachsende Verluste

NIO hat im ersten Quartal 2025 rund 42 000 Elektroautos ausgeliefert, das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 42 Prozent weniger als im Vorquartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 21.5 Prozent auf umgerechnet 1.66 Milliarden US-Dollar. Trotzdem fiel der Nettoverlust mit 930 Millionen Dollar hoch aus, auch wenn er leicht unter dem des Vorquartals lag. Die operative Marge lag bei 7.6 Prozent, ein Plus gegenüber dem Vorjahr, aber ein Rückgang gegenüber Q4.

Der Quartalsrückgang liegt vor allem an saisonalen Effekten und einer geringeren Produktion, was auch die Margen belastete. Hoffnung macht das zweite Quartal: Neue Modelle wie die Kompaktserie Firefly oder die überarbeiteten Varianten des SUV ES6 und der Limousine ET5 sollen die Verkäufe wieder ankurbeln. Das Unternehmen peilt 72 000 bis 75 000 Auslieferungen an, was ein Wachstum von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr wäre.

Apple und Alibaba verschieben gemeinsame KI

Apple und Alibaba haben laut einem Bericht der Financial Times ihre geplante Einführung neuer KI-Funktionen in China verschoben. Grund dafür sind neue Exportbeschränkungen aus den USA, die unter Präsident Trump verschärft wurden. Eigentlich wollte Apple chinesischen Nutzern in diesem Jahr erstmals Funktionen wie Chatbots oder intelligente Textassistenten auf dem iPhone bereitstellen, doch das Vorhaben liegt nun auf Eis. Wegen chinesischer Beschränkungen für westliche KI-Modelle hatte Apple im Februar angekündigt, Alibabas Modelle zu nutzen, um auch in China KI auf dem iPhone anbieten zu können.

Geplant war, die neuen KI-Funktionen direkt in Apple-Geräte zu integrieren – der Partner Alibaba ist bereits prominent mit seinem Sprachmodell Tongyi Qianwen auf dem chinesischen Markt vertreten. Doch durch US-Vorschriften fehlen wichtige Bausteine wie Hochleistungs-Chips oder Softwarefreigaben, die für den Start der Technologie nötig wären. Der politische Streit zwischen den USA und China hat also selbst für die zwei großen Tech-Partner direkte Auswirkungen.

Seltene Erden fehlen in der Auto-Industrie

China hat im Mai deutlich weniger Seltene Erden exportiert, ein Minus von 38 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Besonders betroffen ist das Element Neodym, das in Elektromotoren für E-Autos und Windräder gebraucht wird. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters treffen die Lieferengpässe vor allem Autobauer in Europa und den USA. Betroffen sind auch große deutsche Autobauer wie VW und Mercedes.

Der Hintergrund: Die Drosselung des Exports von Seltenen Erden ist eine Konsequenz des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China. Die USA werfen China vor, den Markt mit unfairen Mitteln zu dominieren, während China sich gegen Technologiebeschränkungen und Handelszölle der USA wehrt. Seltene Erden sind Rohstoffe, die für grüne Technologien wie E-Autos oder Solaranlagen unverzichtbar sind. Für die Auto-Industrie bedeutet das: steigende Preise, längere Lieferzeiten und zunehmende Unsicherheit bei der Planung.

Xiaomi startet KI-Offensive und will wachsen

Xiaomi hat auf einem Investorentag ehrgeizige Wachstumsziele für 2025 angekündigt: Über 30 Prozent Umsatzplus, eine Verdopplung der Forschungsbudgets und ein Gewinnsprung bei der E-Auto-Sparte ab Ende nächsten Jahres. Besonders im Fokus stehen Investitionen in Künstliche Intelligenz und smarte Mobilität. Auch international will das Unternehmen stark expandieren. Mit neuen Stores in Europa, Afrika und Südamerika.

Xiaomi verfolgt eine Strategie, die Smartphone, E-Auto und Smart Home eng verknüpft, unter dem Namen Human x Car x Home. Dabei investiert der Konzern massiv in KI-Systeme, unter anderem in Sprachmodelle und autonomes Fahren. Mit der Kombination aus Hightech, günstigen Preisen und globalem Ausbau will Xiaomi zu einem führenden Unternehmen im Rennen um die digitale Zukunft werden.

Das war's schon mit dem Newsflash über den chinesischen Markt und den Rohstoff-Sektor. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.

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Carlo Schmid

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