Bitcoin hatte den stärksten August seit 9 Jahren. Das ist ein historisches Warnsignal.
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Bitcoin hatte den stärksten August seit 9 Jahren. Das ist ein historisches Warnsignal.

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin legte im August 24.95 Prozent zu – stärkster August seit 2017.
  • Historisch folgte auf jeden grünen August seit 2013 ein negativer September.
  • Im September kommen wichtige Termine auf BTC zu, der Q4-Fluch ist noch nicht gebannt.

Guten Morgen!

Bitcoin hat im August ein starkes Ausrufezeichen gesetzt: Mit einem Plus von 24.95 Prozent war der vergangene Monat der stärkste August seit dem Bullrun-Jahr 2017. Gleichzeitig steht die Kryptowährung damit vor einem saisonalen Widerspruch. Denn seit 2013 folgte auf einen positiven August bislang jedes Mal (!) ein negativer September. Das gilt auch für jeden September der letzten drei Midterm-Jahre. Folgt auf die Sommerrallye ein böses Erwachen im Herbst? Und wiederholt sich das Q4-Trauma vom letzten Jahr?

Bitcoin durchbricht im August die Midterm-Saisonalität

Der Blick auf die Historie macht die Dimension der August-Rally deutlich. Seit 2013 gab es nur zwei stärkere August-Monate als 2026: 2017 mit außergewöhnlichen +65.32 Prozent und 2013 mit +30.42 Prozent. Mit +24.95 Prozent folgt nun 2026. Selbst die durchschnittliche August-Rendite von +2.82 Prozent wird damit um ein Vielfaches übertroffen. Bemerkenswert ist zudem der Median von -6.99 Prozent: Die meisten August-Monate waren historisch sogar negativ.


Bitcoin hat den drittstärksten August seit 2013 hingelegt. Auffällig ist: Die Sommer vor Midterm-Wahlen (2014, 2018, 2022) waren oft positiv, bevor der Herbst Schwäche brachte.


Besonders ungewöhnlich ist die Entwicklung im Kontext der US-Midterm-Jahre (vierjährige Wahlperiode für Teile des US-Parlaments). 2014 verlor Bitcoin im August 17.55 Prozent, 2018 waren es 9.27 Prozent und 2022 nochmals 13.88 Prozent. Im September folgten jeweils weitere Verluste von 19.01, 5.58 und 3.12 Prozent. 2026 läuft bislang völlig anders: Nach zwei schwachen Quartalen mit -22.20 und -14.09 Prozent sprang Bitcoin im Q3 um aktuell 32.29 Prozent nach oben.

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Auch innerhalb des Sommers ist die Bewegung außergewöhnlich. Juli und August brachten zusammen rund 34.15 Prozent Plus. Damit gehört der Sommer 2026 zu den stärksten der gesamten Bitcoin-Historie. Nur 2017 war mit knapp 95 Prozent noch deutlich stärker. In den Midterm-Jahren 2018 und 2022 kamen Juli und August dagegen zusammen lediglich auf rund 9.75 beziehungsweise 0.59 Prozent. Das macht den aktuellen Kursanstieg zu einem klaren Bruch mit dem bisherigen Midterm-Muster.

Getragen wurde die Rally von institutioneller Nachfrage. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im August laut dem Datenanbieter SoSoValue 3.52 Milliarden Dollar Nettozuflüsse – nachdem zwischen Januar und Juli noch 5.30 Milliarden Dollar abgeflossen waren. Gleichzeitig zeigen die On-Chain-Daten ein ungewöhnliches Bild: Kleinere und mittelgroße Anleger nutzten den Anstieg offenbar für Gewinnmitnahmen, während große Halter in den vergangenen Wochen erhebliche Mengen Bitcoin aufnahmen.

Warnsignal für September: Wiederholt sich der Herbst-Fluch?

Blind sollte man der sommerlichen Euphorie aber keineswegs verfallen - zumindest, wenn man historische Muster betrachtet. Seit 2013 gab es bisher nur fünf Jahre mit einem positiven August: 2013, 2017, 2020 und 2021 – hinzu kommt 2026. In jedem dieser Fälle war der September anschließend negativ. Die Rückgänge lagen bei 1.76 Prozent im Jahr 2013, 7.44 Prozent 2017, 7.51 Prozent 2020 und 7.03 Prozent 2021. Der September 2026 steht aktuell ebenfalls bereits bei -1.43 Prozent.


Schlägt der September-Fluch wieder zu? Seit 2013 kam nach jedem (!) grünen August ein roter September. Außerdem ist diese Jahreszeit in Midterm-Jahren historisch gesehen schwach.


Das Muster ist bemerkenswert konsistent, die Stichprobe allerdings klein. Allgemein ist der September ohnehin Bitcoins schwächster Monat: Seit 2013 endete er in acht von 13 abgeschlossenen Jahren negativ. Die durchschnittliche Rendite liegt bei -2.96 Prozent, der Median bei -2.44 Prozent. Gleichzeitig sollte die Statistik nicht überinterpretiert werden: Die vergangenen drei September waren allesamt positiv. 2025 etwa verlor Bitcoin zunächst deutlich, drehte anschließend aber und beendete den Monat mit +5.16 Prozent.

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Was nach dem September 2025 passierte, wissen Krypto-Anleger noch sehr genau: Am 10. Oktober erlebte der Kryptomarkt die mit Abstand größte Liquidationswelle  Dafür spricht auch eine weitere historische Beobachtung: In den zwölf Monaten, in denen Bitcoin-Spot-ETFs mindestens drei Milliarden Dollar Zuflüsse verbuchten, fiel Bitcoin im Folgemonat siebenmal. Die durchschnittliche Rendite des Folgemonats lag bei lediglich 0.13 Prozent – deutlich unter dem Durchschnitt eines normalen Monats.

Sommerrallye als Warnung: Wiederholt sich das Q4-Trauma?

Noch spannender wird der Blick über den September hinaus. In den bisherigen Midterm-Jahren folgte auf die Sommermonate häufig eine schwierige zweite Jahreshälfte. 2014 verlor Bitcoin im Q4 16.70 Prozent, 2018 sogar 42.10 Prozent und 2022 weitere 14.75 Prozent. 2026 ist davon bislang nichts zu sehen: Nach dem starken Q3 könnte Bitcoin vielmehr erstmals in einem Midterm-Jahr mit einer außergewöhnlich hohen Jahresend-Performance in das vierte Quartal starten.


Auch wenn das Wetter abkühlt, wird der September für Bitcoin heiß: Saisonalität trifft auf CLARITY-Act und Fed-Zinsentscheidung. Hält die institutionelle Nachfrage?


Ein Vergleich mit dem vergangenen Jahr zeigt allerdings, wie schnell sich das Bild drehen kann. 2025 war der August noch 6.49 Prozent schwächer, bevor Bitcoin im September um 5.16 Prozent zulegte und Anfang Oktober ein neues Allzeithoch markierte. Dann folgte der Flashcrash: Nach neuen US-Zolldrohungen wurden innerhalb eines Tages Milliarden an gehebelten Positionen liquidiert. Oktober schloss mit -3.69 Prozent, November mit -17.67 Prozent.

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Die Ausgangslage 2026 ist zwar nicht identisch, aber ebenfalls riskant: ETF-Zuflüsse, die Akkumulation großer Marktteilnehmer und regulatorische Hoffnungen sorgen für strukturelle Unterstützung – während hohe Anleiherenditen, Ölpreise und die Inflationsentwicklung gleichzeitig neue makroökonomische Risiken schaffen. Diesmal kommt der Markt aus einer monatelangen Korrektur, die mit ebenjenem Oktober-Crash 2025 begann. Gibt es also ein neues Zyklustief im vierten Quartal oder ist der Boden schon drin? Im Kryptomarkt ist über diese Frage ein Krieg der Systeme entbrannt.

September-Fluch? Diese Termine werden wichtig!

Für Bitcoin wird der September nicht nur saisonal, sondern auch fundamental spannend. Am 15. September steht die wichtige Verfahrensabstimmung zum CLARITY Act im US-Senat an. Das geplante Krypto-Marktstrukturgesetz könnte einen wichtigen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen. Ein Durchbruch könnte zum bullischen Katalysator werden, während ein Scheitern oder eine weitere Verzögerung die derzeit hohen Erwartungen enttäuschen könnte. Einen Tag später, am 16. September, folgt die nächste FOMC-Entscheidung der US-Notenbank.

Hinzu kommen die US-Inflationsdaten, die für die Erwartungen an die Geldpolitik entscheidend sind. Bitcoin startet den September damit zwischen zwei gegensätzlichen Kräften: Die Saisonalität spricht nach dem außergewöhnlich starken August für Vorsicht, während ETF-Zuflüsse, institutionelles Interesse und die regulatorische Entwicklung zunächst anhaltende Nachfrage signalisieren. Ob 2026 tatsächlich dem Muster von 2014, 2018 und 2022 folgt oder die Midterm-Saisonalität erneut bricht, dürfte damit schon in den kommenden Wochen deutlich klarer werden.

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Bitcoin notiert heute Vormittag nach einem neuerlichen leichten Rücksetzer knapp über 77 500 Dollar, Ethereum gibt auf rund 2 420 Dollar nach, während die Bitcoin-Dominanz mit 60 Prozent hoch bleibt. An den Aktienmärkten schloss der S&P 500 gestern erneut leicht im Minus bei 7 631 Punkten, der Nasdaq 100 verlor 1.3 Prozent auf 29 077 Punkte. Gleichzeitig belasten steigende Öl- und Anleiherenditen die Märkte: WTI kletterte über 90 Dollar, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4.8 Prozent und Gold gab leicht auf 4 366 Dollar nach.


HKCM-Gewinner und -Verlierer

Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent

 

Chevron

+2.38

ExxonMobil

+2.24

Adidas

+2.1

CrowdStrike

-6.90

Dell Technologies

-6.80

Riot Platforms

-6.34

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