Altcoin-Crash und Aktien-Schwäche: Sind Sie stark genug?
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Altcoin-Crash und Aktien-Schwäche: Sind Sie stark genug?

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Simeon Koch

Die Stimmung ist mies, die Kurse vieler Aktien und Kryptowährungen bluten aus, Portfolios sind rot: Die Finanzmärkte taumeln durch ein ungewohnt zähes Sommerloch. Trotz einer starken Performance der nordamerikanischen Indizes wie S&P500 und Nasdaq zeigen viele Aktien Schwäche, der Markt ist dünn, das Interesse der Anleger scheint am Boden. Die saisonale Marktschwäche und die aktuell restriktive Geldpolitik belasten Risiko-Assets und die großen Indizes scheinen nur anzusteigen, weil ein paar hoch bewertete Tech-Aktien so stark gewichtet sind wie noch nie zuvor. Und genau deshalb machen sich Börsenbeobachter immer mehr Sorgen: Was passiert, wenn Nvidia irgendwann dann doch mal korrigiert? Was, wenn eine Korrektur in den Aktienmärkten auf einen aktuell schon crashenden Krypto-Markt trifft? Fällt der Bullenmarkt am Ende doch aus? Auf diese quälenden Fragen hat aktuell niemand eine Antwort. Und doch zeigte sich in der Vergangenheit ein ums andere Mal: Korrekturphasen gehen vorbei und bieten langfristig die größten Chancen. Sich in Geduld zu üben ist schwierig, aber die Königsdisziplin des erfahrenen Anlegers. Die Märkte sind bisher immer wieder zurückgekommen – warum sollte es diesmal anders sein?

 

Nutzen Sie die seltene Chance?

Betrachtet man die großen Indizes in den USA, könnte man meinen, alles wäre in Ordnung. Der Standard & Poor’s 500 schrieb zuletzt, ähnlich wie der Tech-Index Nasdaq, historische Rekordwerte. Blickt man auf kleinere Aktien, etwa vertreten im Russell 2000, auf Risiko-Assets wie Kryptowährungen oder auch auf den Industrie-Sektor, ändert sich dieser Eindruck recht rasch. Der Dow Jones wurde in der zweiten Maihälfte heftig abgestraft und berappelt sich nur langsam. Viele Altcoins haben nach der kräftigen Frühlingsrallye ihre Gewinne wieder vollständig abgegeben – manche nähern sich nach Korrekturen um teils deutlich über 50 Prozent wieder ihren Bärenmarkttiefs. Das Blut liegt also sprichwörtlich auf den Straßen – in Panik sollte man dennoch nicht verfallen. Für geduldige Anleger eröffnen sich in den unangenehmsten Marktphasen langfristig lukrative Einstiegsmöglichkeiten. Seit der Entstehung der Aktienmärkte sind qualitativ hochwertige Anlagen nach jeder Korrektur oder Krise wieder auf ihre vorherigen Höchststände und darüber hinaus zurückgekehrt. Statt sich von kurzfristigen Verlusten entmutigen zu lassen, sollten Anleger also das Bigger Picture betrachten und die Chancen nutzen, die Marktphasen wie die aktuelle bieten. Die intensive Beschäftigung mit dem Finanzmarkt, auch in schwachen Phasen, führt zu einem tieferen Verständnis der Marktdynamik und der Funktionsweise der verschiedenen Anlageklassen.

Durch kontinuierliches Lernen und die Anpassung der Anlagestrategie können Anleger ihre Fähigkeiten verbessern und die Rendite steigern. Welche Aktie zeigt auch in der Korrektur Stärke? Welches Asset kommt nach Rückschlägen schnell zurück? Welcher Altcoin hat die treueste Community und die stabilsten Unterstützungsbereiche? Besonders in Korrekturphasen bieten sich Gelegenheiten, neue Strategien zu testen, aus Fehlern zu lernen und das Portfolio auf Vordermann zu bringen. Langfristig zahlt sich diese Lernkurve aus, da erfahrene Anleger besser auf zukünftige Marktbewegungen reagieren und somit ihre Investitionen effizienter gestalten können. Jeder zahlt Lehrgeld, das ist ganz normal. Aller Anfang ist schwer – und im Finanzmarkt oft teuer. Deshalb gilt es, vernünftiges Risikomanagement walten zu lassen und die investierten Summen an der eigenen finanziellen Situation auszurichten. Kann ich es verschmerzen, einen großen Teil meines Portfolios zu verlieren? Würde ich finanziell auch einen Totalverlust überstehen? Habe ich zu viel oder zu wenig investiert? Korrekturphasen und unsere Emotionen in dieser Zeit zeigen uns, ob unsere Portfolio-Balance in Ordnung ist. Diese Lektionen sollte man sich merken für Zeiten, in denen es besser läuft.

 

Was Sie aus der Korrektur lernen sollten

Denn irgendwann muss man Gewinne realisieren. Nehmen Sie Ihr Geld, sonst nimmt es der Markt für Sie. Wenn viel Geld auf dem Tisch liegt, dann nehmen Sie es – und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Jetzt darüber zu sprechen, scheint angesichts der tiefroten Zahlen in vielen Portfolios absurd. Aber an genau diese Momente sollten Sie sich erinnern, wenn es wieder bergauf geht: Negative Emotionen bedrohen unsere Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zu treffen, genauso sehr wie positive. Werden Sie in harten Phasen nicht panisch und im Hype nicht zu gierig. Denken Sie daran, wie ihr Portfolio ausgesehen hat, als die Märkte korrigierten und überlegen Sie, womit Sie heute zufrieden wären. Korrekturen bieten seltene Möglichkeiten für einen Reality-Check und die Anpassung oder Entwicklung konkreter Pläne. Denn die sind unerlässlich. Ein wesentlicher Faktor für den Anlageerfolg ist Disziplin und die Kontrolle der eigenen Emotionen. In volatilen Zeiten neigen viele Anleger dazu, panikartig zu verkaufen, was häufig zu Verlusten führt. Disziplinierte Anleger hingegen halten an ihrer Strategie fest und nutzen die Korrekturen gezielt, um günstig nachzukaufen.

Der wahre Charakter eines Anlegers zeigt sich in schwierigen Marktphasen, wenn es darauf ankommt, rational und überlegt zu handeln, statt sich von Angst und Unsicherheit leiten zu lassen. Langfristig kann diese Disziplin zu einem stabileren und profitableren Portfolio führen. Obwohl der Altcoin-Sektor in den letzten Wochen kollektiv unter die Räder gekommen ist, hat sich fundamental kaum etwas verändert. Wenn ich bereit war, bei deutlich höheren Preisen in ein Projekt zu investieren – warum habe ich jetzt Bedenken, da die Kurse deutlich niedriger sind. Das Projekt hat sich in den meisten Fällen nicht verändert. Natürlich tut es weh, im Minus zu sein. Diese Emotionen sind aber meistens ein Zeichen dafür, dass man mit dem eigenen Risiko-Management unterbewusst nicht zufrieden ist. In Phasen der Marktschwäche zeigt sich auch die Bedeutung einer guten Diversifikation. Ein gut diversifiziertes Portfolio, das aus verschiedenen Anlageklassen und Märkten besteht, kann Verluste in einer Anlageklasse durch Gewinne in einer anderen ausgleichen. Während der aktuelle Krypto-Markt schwächelt, bieten traditionelle Märkte wie der S&P500 und der Nasdaq weiterhin starke Performance. Die strategische Verteilung des Kapitals über verschiedene Sektoren und Märkte hinweg minimiert das Risiko und erhöht die Chancen auf langfristigen Erfolg.

 

Halten Sie stand oder gehen Sie unter?

Aber auch für alle Krypto-Fans gibt es Trost: Das aktuelle Sommerloch hält nicht ewig, für die heftigen Abverkäufe bei Altcoins gibt es eine plausible Erklärung. Ähnliches gilt für die aktuelle Angst rund um Bitcoin. Hochriskante und extrem volatile Märkte wie jener der Blockchain-Assets sind eine immense emotionale Herausforderung. Warum, glauben Sie, machen einige Menschen in diesem Markt sehr viel Geld? Die Antwort ist einfach: Weil andere die Härte des Marktes nicht aushalten, sich ins Bockshorn jagen lassen und dadurch falsche Kauf- oder Verkaufsentscheidungen treffen. In jedem Zyklus muss etwas Unvorhergesehenes passieren, um extremes Kurswachstum zu triggern. Die meisten Marktteilnehmer müssen glauben, der Bullenmarkt wäre vorbei, damit er beginnen kann. Es passiert nie, was alle erwarten. Die Altcoins mussten nach dem Meme Coin-Hype wieder abkühlen. Der Markt war überhebelt, die Erwartung baldiger Anstiege zu eindeutig. Langsam beruhigt sich der Markt wieder, die Korrektur reinigt – manche bleiben als Fels in der Brandung, andere werden wie Sandkörner hinausgespült. Auf welchem Fundament ist Ihr Portfolio gebaut? Worauf Ihre Emotion? Warren Buffett sagte einmal: „Die Märkte sind eine Einrichtung, um Geld von den Ungeduldigen an die Geduldigen zu transferieren”. Im Krypto-Markt gilt das umso mehr.

Viele Krypto-Beobachter bekommen gerade kalte Füße, weil sich kaum jemand noch für Bitcoin zu interessieren scheint: Die Spot-ETFs verzeichnen Abflüsse, das Suchvolumen auf Social Media und Google geht zurück und hat noch lange nicht die Niveaus von früheren Bullenphasen erreicht. Ist das ein schlechtes Zeichen? Ganz und gar nicht! Das derzeit geringe Anlegerinteresse kann als Kontraindikator genutzt werden. Historisch gesehen markiert eine niedrige Marktteilnahme oft das Ende eines Abwärtstrends und den Beginn einer Erholungsphase. Das heißt nicht, dass es morgen wieder aufwärts geht. Eine Bodenbildung kann Wochen dauern. Nah am Boden zu kaufen ist aber besser als gar nicht zu investieren, wenn es nachher wieder bergauf geht. Kurz unter Wasser zu sein, muss man aushalten – besonders in hochvolatilen Assets. Kein einziges gutes Investment macht immer nur Spaß. Anleger, die antizyklisch investieren und in Zeiten niedrigen Interesses einsteigen, können von den kommenden Aufwärtsbewegungen besonders profitieren. Warren Buffett sagte einmal: "Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, und ängstlich, wenn andere gierig sind." Diese Philosophie hat sich immer wieder als erfolgreich erwiesen und zeigt, dass das Eingehen von Risiken in schwachen Marktphasen langfristig belohnt wird.

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Simeon Koch

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