China/Rohstoffe: USA lockern China-Hürden für KI-Chips, Goldminen boomen, Ölpreis volatil
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China/Rohstoffe: USA lockern China-Hürden für KI-Chips, Goldminen boomen, Ölpreis volatil

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Carlo Schmid

Zoll-Deals der USA verschärfen Streit mit China

Die USA haben mit Vietnam ein neues Handelsabkommen abgeschlossen, das chinesische Firmen empfindlich treffen könnte. Exporte aus Vietnam in die USA unterliegen künftig einem 20-Prozent-Zoll, mit einem drastischen Aufschlag von 40 Prozent für sogenannte Transshipment-Waren, also Produkte, die aus China stammen, in Vietnam umverpackt oder nur minimal weiterverarbeitet wurden. Das Ziel: Schlupflöcher schließen, über die chinesische Firmen bisher US-Zölle umgangen haben.

Peking reagiert zunehmend nervös: Die Regierung fürchtet, durch solche US-Deals systematisch aus globalen Lieferketten gedrängt zu werden. Besonders brisant: China ist Vietnams wichtigster Handelspartner. Sollten Vergeltungsmaßnahmen folgen, könnte das Vietnams Wirtschaft erheblich treffen. Auch andere asiatische Länder und die EU blicken skeptisch auf die neue US-Strategie. Sie fürchten, ebenfalls unter Druck gesetzt zu werden, chinesische Waren zu sanktionieren, was bestehende Lieferketten gefährden würde.

US-Regierung lockert Beschränkung für Chips nach China

Die US-Regierung hat überraschend die Exportlizenzpflicht für Chip-Design-Software nach China aufgehoben. Betroffen sind Tech-Giganten wie Synopsys, Cadence und Siemens, die nun wieder ohne Sondergenehmigung Geschäfte mit chinesischen Kunden machen dürfen. Der Beschluss des Weißen Hauses, den Export von KI-Chips nach Kina noch strenger zu reglementieren, fiel Mitte April und sorgte für Aufruhr im Halbleiter-Markt: Nvidia etwa prognostizierte prompt Milliarden-Verluste.

Die Entscheidung, Chip-Hürden nun wieder abzubauen, ist Teil eines neuen Handelsabkommens zwischen Washington und Peking, das auf eine Entspannung im Technologie-Streit abzielt. Auch Siemens profitiert von der Lockerung – obwohl es sich um ein deutsches Unternehmen handelt. Grund: Die USA wenden ihr Exportrecht auch dann an, wenn US-Technologie in Produkten aus Drittstaaten steckt. Viele europäische Programme enthalten US-Code oder -Komponenten, was dazu führt, dass selbst Exporte aus Deutschland unter US-Kontrolle stehen. Solche extraterritorialen Regeln sind im Tech-Handel gängige Praxis.

Chinas Dienstleistungssektor schwächelt seit neun Monaten

Die chinesische Dienstleistungsbranche hat im Juni die schwächste Performance seit neun Monaten hingelegt. Der Caixin Services-Einkaufsmanagerindex fiel überraschend stark von 51.1 auf 50.6 Punkte (Werte über 50 indizieren Wachstum). Hauptursachen sind ein schwacher Arbeitsmarkt, sinkende Löhne und ein Rückgang beim Export von Dienstleistungen. Chinesische Unternehmen haben erneut Stellen abgebaut und ihre Preise gesenkt. So stark wie zuletzt 2022.

Obwohl der Dienstleistungssektor mit rund 18 Prozent nur einen kleineren Teil zur chinesischen Wirtschaftsleistung beiträgt, bekommt er strategisch zunehmend Gewicht. Die Regierung verfolgt das Ziel, den Binnenkonsum zu stärken – als Teil der sogenannten Dual Circulation-Strategie, die auf weniger Exportabhängigkeit und mehr Binnennachfrage setzt. Premier Li Qiang sprach im Juni 2025 sogar von einer geplanten „Mega-Konsumwirtschaft“. Der schwache Dienstleistungssektor bremst diesen Übergang nun erstmal aus und zeigt, wie schwierig es ist, das zuletzt schwächelnde Wachstumsmodell umzubauen.

Neuer Boom-Sektor? Chinas Goldminen explodieren

Chinesische Goldminenbetreiber haben 2025 mehr als 700 Millionen Dollar an frischem Kapital eingesammelt, allen voran Chifeng Jilong in Hongkong. Weitere Milliarden sollen folgen: Zijin Mining und Shandong Gold planen große Börsengänge, um vom hohen Goldpreis von rund 3500 Dollar je Unze zu profitieren. Die Unternehmen wollen damit neue Minen kaufen, vor allem im Ausland.

Der Goldboom wird von zwei Kräften getrieben: Zum einen fliehen Anleger in sichere Häfen wegen geopolitischer Unsicherheiten, zum anderen kauft Chinas Zentralbank massiv Gold auf. Die Regierung unterstützt zudem Auslandsinvestitionen, weil die Qualität der heimischen Erzvorkommen sinkt. Chinesische Konzerne nutzen ihre Infrastruktur-Expertise, um in Afrika, Zentralasien und Lateinamerika günstige Übernahmen zu realisieren. Das könnte erst der Anfang eines neuen Boom-Sektos in Fernost sein.

Ölpreis volatil: US-Arbeitsmarkt belastet, Iran befeuert

Der Ölpreis ist am Mittwoch zunächst um rund drei Prozent gestiegen, befeuert durch Irans Abbruch der Zusammenarbeit mit der UN-Atomaufsicht und ein US-Handelsabkommen mit Vietnam. Doch der Aufschwung wurde ausgebremst: Unerwartet hohe US-Öllagerbestände und schwache Benzinnachfrage in der Urlaubssaison weckten Zweifel an der US-Konjunktur. Außerdem schwächelt der US-Arbeitsmarkt, was ebenfalls Sorgen um die Schlagkraft der US-Industrie aufkommen lässt, einen der wichtigsten Konsumenten des globalen Rohöl-Angebots.

Die Entwicklung zeigt, wie sensibel der Markt auf geopolitische Risiken reagiert. Irans Gesetz, das Inspektionen seiner Atomanlagen künftig erschwert, lässt neue Spannungen mit Israel befürchten. Gleichzeitig belastet die schwache Benzinnachfrage die Aussicht auf ein starkes Sommergeschäft. Auch die erwartete Förderausweitung durch das OPEC+-Bündnis dürfte kaum Überraschungspotenzial bieten. Marktbeobachter blicken nun gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der Hinweise auf mögliche Zinssenkungen und damit auf die weitere Ölnachfrage geben könnte.

Das war's schon mit dem Newsflash zu den Energiemärkten und China. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.

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