HKCM-Wochenvorschau: Inflation in Deutschland, Industrie in China, Impulse in den USA
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HKCM-Wochenvorschau: Inflation in Deutschland, Industrie in China, Impulse in den USA

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Arcan Askin

Montag: Deutscher Einzelhandel stagniert

Die Handelswoche beginnt mit einem gemischten Bild aus China: Der offizielle Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe, veröffentlicht vom Statistikamt NBS, liegt entsprechend der Erwartung bei 49.70 Punkten (Vormonat: 49.50). Dieser Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Industrie. Werte unter 50 deuten auf einen Rückgang, Werte über 50 auf Wachstum hin. Besser sieht es im Dienstleistungssektor aus – hier steigt der Index leicht auf 50.50 (zuvor: 50.30) und signalisiert damit ein moderates Wachstum.

In Deutschland zeigen die Einzelhandelsumsätze im Jahresvergleich eine Abschwächung: Von 2.30 Prozent im Vormonat geht es auf 1.60 Prozent zurück. Dieser Wert misst, wie viel die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr ausgegeben haben – ein wichtiger Indikator für die Konsumstimmung.


Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Großbritannien wächst stabil um 1.30 Prozent im Jahresvergleich sowie um 0.70 Prozent gegenüber dem Vorquartal und liegt damit jeweils exakt in der Erwartung. Das BIP zeigt den Gesamtwert aller in einem Land hergestellten Güter und Dienstleistungen und ist ein Maßstab für das Wirtschaftswachstum.

Am Nachmittag richtete sich der Blick auf die Inflationsdaten aus Deutschland. Der Verbraucherpreisindex (VPI) und der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) messen die Preisentwicklung für Waren und Dienstleistungen. Hier gab es gute Nachrichten: Die deutsche Inflation lag im vergangenen Monat bei runden zwei Prozent und damit unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr von 2.1 Prozent. Die monatliche Änderung lag bei neutralen 0.0 Prozent.

Der HVPI erlaubt zudem den Vergleich mit anderen EU-Ländern. Im Mai lagen beide bei 2.10 Prozent, nun sind beide auf 2.0 Prozent zurückgegangen. Erwartet wurde beim HVPI ein Anstieg auf 2.20 Prozent. Mit dem positiven Ergebnis liegt Deutschland im Plan der EZB, die den Zielwert von 2.0 Prozent Inflation für den gesamten EU-Raum anstrebt. Um 19:30 Uhr spricht zudem EZB-Präsidentin Christine Lagarde – ihre Aussagen könnten neue Hinweise zur Zinspolitik geben.

Dienstag: Japan schwächelt, China wächst

In Japan erscheint der vierteljährliche Tankan-Stimmungsindex für große Industrieunternehmen. Er lag zuletzt bei 12.00 Punkten, nun wird ein Rückgang auf 10.00 erwartet. Der Index zeigt, wie Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage einschätzen – positiv oder negativ. Zeitgleich wird in China der Caixin-EMI für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, ein Pendant zum NBS-Index, aber stärker auf kleinere private Unternehmen ausgerichtet. Nach 48.30 im Mai wird nun ein Anstieg auf 49.00 erwartet – allerdings bleibt der Sektor damit weiter im Schrumpfungsbereich.


Um 11:00 Uhr stehen die Verbraucherpreise der Eurozone im Mittelpunkt. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Mai bei 1.90 Prozent, die Prognose für Juni liegt bei 2.00 Prozent. Der Kern-HVPI schließt volatile Komponenten wie Energie und frische Lebensmittel aus und gibt ein stabileres Inflationsbild – erwartet wird hier erneut ein Wert von 2.30 Prozent.

Am Nachmittag folgen Reden mehrerer wichtiger Notenbanker: Fed-Chef Powell, EZB-Präsidentin Lagarde und BoE-Gouverneur Bailey. Ihre Aussagen könnten Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik geben, etwa zu Zinssenkungen oder -erhöhungen. Parallel wird der US-ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Lage in der Industrie. Er lag zuletzt bei 48.50 – erwartet wird ein leichter Anstieg auf 48.80.

Mittwoch: US-Arbeitsmarkt wohl stabiler

Der US-Arbeitsmarkt rückt in den Fokus: Die ADP-Beschäftigungsänderung misst die Zahl neu geschaffener Stellen im Privatsektor. Nach nur 37 000 im Mai rechnen Analysten nun mit 80 000 im Juni – ein starkes Zeichen für Beschäftigungsaufbau. Am Nachmittag spricht erneut Christine Lagarde. Ihre Rede könnte angesichts der Inflationszahlen und des Marktumfelds Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der EZB geben.

Donnerstag: Was sagen die Nonfarm Payrolls?

Früh in der Nacht kommt der Caixin-Index für den Dienstleistungssektor in China. Dieser lag im Mai bei 51.10 Punkten und deutete auf Wachstum hin. Der Index ist für China besonders relevant, da der Dienstleistungsbereich einen wachsenden Teil der Wirtschaft ausmacht.


Am Nachmittag folgen die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten. Besonders beachtet werden die durchschnittlichen Stundenlöhne, ein wichtiger Frühindikator für Inflation. Im Jahresvergleich lagen diese zuletzt bei 3.90 Prozent, im Monatsvergleich bei 0.40 Prozent. Für Juni werden leicht niedrigere Zuwächse erwartet (0.30 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) – ein zentraler Indikator für die US-Konjunktur – wird niedriger erwartet, von 139 000 auf 129 000.

Abschließend folgt der ISM-Dienstleistungsindex aus den USA. Er misst die wirtschaftliche Aktivität im nicht-produzierenden Gewerbe, also zum Beispiel im Einzelhandel, bei Finanzdienstleistern oder im Gesundheitssektor. Im Mai lag der Wert mit 49.90 knapp unter der Wachstumsschwelle – im Juni wird ein Anstieg auf 50.30 erwartet.

Samstag: England macht den Abschluss

Zum Wochenabschluss spricht erneut BoE-Gouverneur Bailey. Seine Einschätzung der britischen Konjunktur und der weiteren Zinspolitik dürfte vor dem Hintergrund der stabilen BIP-Daten zu Wochenbeginn mit Spannung erwartet werden.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche!

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Arcan Askin

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