Dollar fällt, Goldpreis explodiert: Jetzt noch Gold kaufen?
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Dollar fällt, Goldpreis explodiert: Jetzt noch Gold kaufen?

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Carlo Schmid

Die Feinunze Gold erreichte Anfang dieser Woche mit 3500 US-Dollar ein neues Allzeithoch – allein im laufenden Jahr entspricht das einem Plus von rund 30 Prozent. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine Reihe fundamentaler Faktoren, zu denen politische Unsicherheit, geldpolitische Diskussionen in den USA sowie die zunehmende Suche nach stabilen Anlageformen gehören.

Zentralbanken auf der ganzen Welt erhöhen ihre Goldreserven, während institutionelle und private Investoren Gold als Schutz vor Währungsrisiken und Börsenturbulenzen wiederentdecken. Auch technische Marktmechanismen spielen eine Rolle. Die hohe Liquidität des Edelmetalls macht es in volatilen Zeiten besonders attraktiv. Die außergewöhnlich starken Tagesbewegungen könnten ein Zeichen dafür sein, dass sich die Goldrally ihrem Höhepunkt nähert – zumindest kurzfristig.

Warum steigt der Goldpreis?



Ein zentraler Treiber der Goldpreisentwicklung ist die wirtschaftliche Unsicherheit infolge anhaltender Handelskonflikte und wachsender Rezessionsängste. Insbesondere der Tarifstreit zwischen den USA und China sorgt für Verwerfungen. Peking warnte zuletzt andere Länder davor, Handelsabkommen mit Washington abzuschließen – ein klares Signal, dass sich der Handelskonflikt zuspitzt.

Andersherum droht das US-Handelsministerium anderen Staaten, die sich China annähern. Die Fronten sind verhärtet, die Unsicherheit an den Märkten maximal – und deshalb steigt die Nachfrage nach dem Krisen-Asset Gold.


Donald Trump setzt den Dollar mit seiner China-Politik unter Druck, Gold steigt auf neue Rekordstände.
Hinzu kommen anhaltend hohe Inflationsraten, die sich aus gestörten Lieferketten, geopolitischen Konflikten und hohen Energiekosten speisen. Während andere Anlageklassen in diesem Umfeld an Stabilität verlieren, gilt Gold weiterhin als inflationsresistente Absicherung. Das derzeitige ökonomische Umfeld bildet damit nahezu einen nahezu perfekten Sturm zugunsten des Edelmetalls.

Unternehmen haben Angst um ihre Umsätze, Lieferungen und Fertigungsanlagen im Ausland haben (Apple etwa ließ kürzlich große Mengen an iPhones aus China einfliegen, um Zölle zu umgehen). Das beunruhigt Anleger und führt zu Abverkäufen an den Aktienmärkten. Die Liquidität fließt aktuell vor allem in Gold.

Trump vs. Powell: Angriff auf die Fed



Für zusätzliche Volatilität sorgt die politische Auseinandersetzung zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank, Jerome Powell. In einem öffentlichen Statement kritisierte Trump die Zinspolitik der Fed scharf und stellte sogar deren Unabhängigkeit infrage. „Wenn ich will, dass er geht, dann wird er gehen – und zwar schnell“, erklärte Trump kürzlich vor laufender Kamera in Richtung Powell.

Solche Aussagen stellen die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Geldpolitik infrage und verschärfen die Unsicherheit an den Märkten. Der Versuch, politischen Druck auf die Zentralbank auszuüben, untergräbt das Vertrauen in eine neutrale Geldpolitik – mit unmittelbaren Konsequenzen für Währungen und Finanzmärkte. Der Dollar verlor in diesem Zuge deutlich an Wert, was den Goldpreis zusätzlich befeuerte.

Schlecht für Trump in diesem Kontext: Auch US-Staatsanleihen verlieren aktuell an Attraktivität. Dazu trägt auch China bei, das als zweitgrößter US-Staatsanleihenhalter im Ausland große Bestände abverkauft. Dadurch steigen die Staatsanleihe-Renditen, was neue Schulden für die USA teurer macht. Da die US-Regierung dieses Jahr allerdings mehrere Billionen Dollar Schulden refinanzieren muss, steckt Trump in der Zwickmühle. Auch das sorgt dafür, dass Investorengelder aus dem aktuell als unsicher eingeschätzten US-Markt abfließen und in andere Assets wie Gold investiert werden.

Warum USD fällt – und Gold steigt



Anfang dieser Woche fing auch der Bitcoin an, aus seiner jüngsten Korrektur auszubrechen. Mitverantwortlich dafür ist der stetig abwertende US-Dollar. Die Schwäche des Dollars erklärt sich nicht nur durch politische Spannungen, sondern auch durch makroökonomische Faktoren. Die Kombination aus Zinsunsicherheit, steigender Staatsverschuldung und nachlassender Investorenstimmung drückt die US-Währung auf ein Drei-Jahres-Tief im Vergleich mit anderen Währungen. Relativ zum Euro ist der Dollar allein seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent gefallen.

Wie erwartet hat der US-Dollar-Index die Unterstützung bei 100.82 Punkten unterschritten und dürfte die Korrektur noch deutlich weiter fortsetzen.

Ein schwächerer Dollar macht Gold und auch den Bitcoin für Käufer außerhalb des Dollarraums attraktiver. Dieser sogenannte Währungshebel hat sich in den letzten Monaten massiv ausgewirkt und die globale Nachfrage nach physischem Gold und einem knappen Asset wie Bitcoin verstärkt. Zentralbanken, insbesondere in Asien, haben ihre Goldkäufe zuletzt deutlich erhöht, was den Aufwärtstrend zusätzlich stützt. Die chinesische Zentralbank etwa hat laut der Investmentbank Goldman Sachs allein im März fünf Tonnen Gold gekauft und hält nun rekordverdächtige Bestände von fast 2300 Tonnen.

Gold: Chance nutzen?

Obwohl sich Gold derzeit auf einem Rekordniveau befindet, fragen sich viele Anleger, ob sich ein Einstieg noch lohnt. Analysten verweisen darauf, dass die Preisentwicklung zwar volatil bleiben dürfte, jedoch langfristig durch fundamentale Unsicherheiten weiter gestützt werden könnte. Kurzfristige Rücksetzer gelten als wahrscheinlich, doch viele Experten sehen in Gold weiterhin eine zentrale Absicherung gegen geopolitische und wirtschaftliche Risiken.

Der Goldpreis stieg in den letzten Handelswochen nahezu senkrecht an und dürfte bald in die nächste Korrektur übergehen. Abonnenten erhalten konkrete Zielzonen.

Dass Gold langfristig weiter an Wert gewinnt, scheint angesichts der inflationären Natur von Währungen wie dem US-Dollar oder dem Euro gesichert. Die aktuell starken Anstiege deuten laut unserer Analyse aber auf eine baldige lokale Top-Bildung hin. Schon bald sollte die zyklische beige Impulswelle I ihre Spitze erreichen und in die nächste Korrektur überleiten. Anschließend dürfte eine längere, leicht abwärts gerichtete Konsolidierungsphase eintreten, wo sich bessere Kaufchancen als aktuell bieten könnten. Wir halten unsre Abonnenten mit maßgeschneiderten Prognosen und konkreten Zielzonen auf dem Laufenden.

 Argumente für einen Gold-Kauf: Befürworter argumentieren, dass die Gründe für den Goldpreisanstieg (Unsicherheit, Zentralbankkäufe, potenzielle weitere Dollarschwäche) weiterhin bestehen. Gold könne als wichtiger Baustein zur Diversifizierung eines Portfolios dienen und vor Inflation und Währungsrisiken schützen.


Argumente gegen einen Gold-Kauf: Kritiker warnen, dass der Goldpreis bereits sehr hoch ist und eine Korrektur jederzeit möglich sei. Gold wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Zudem sind kurzfristige Preisschwankungen (Volatilität) nicht zu unterschätzen. Wer jetzt auf dem Höhepunkt kauft, riskiert Verluste, falls sich die Marktstimmung dreht.

Die Entscheidung für oder gegen ein Goldinvestment hängt stark von der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab. Gold kann eine Beimischung im Portfolio zur Risikostreuung sein, sollte aber selten den Hauptanteil ausmachen. Eine Investition allein aufgrund der aktuellen Schlagzeilen und aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO - Fear Of Missing Out), ist selten eine gute Strategie. Anleger sollten bedenken, dass Goldpreise volatil sein können und eine sorgfältige Analyse der eigenen finanziellen Situation und Ziele unerlässlich ist.

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Carlo Schmid

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