USA und Japan planen neue Exportbeschränkungen für Chips nach China
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USA und Japan planen neue Exportbeschränkungen für Chips nach China

Die USA und Japan stehen kurz vor einem Abkommen, das den Export von Schlüsseltechnologien an Chinas Chipindustrie erheblich einschränken soll, wie Quellen gestern der Financial Times berichteten. Noch vor den nordamerikanischen Präsidentschaftswahlen im November sollen neue Regelungen in Kraft treten, die auch ausländische Unternehmen dazu zwingen, Genehmigungen einzuholen, bevor sie Technologien nach China liefern. Washington zielt darauf ab, Chinas Zugang zu kritischen Halbleiterfertigungswerkzeugen zu erschweren, was beispielsweise die Geschäfte des niederländischen Unternehmens ASML, einem führenden Hersteller von Lithografie-Anlagen, sowie des japanischen Marktführers Tokyo Electron stark beeinträchtigen könnte. Zudem wollen die USA, dass Wartungsarbeiten, Software-Updates und die Instandhaltung der Werkzeuge ebenfalls eingeschränkt werden – Maßnahmen, die an bereits geltenden Kontrollen für nordamerikanische Unternehmen erinnern. Eine Einigung über die konkreten Maßnahmen scheint greifbar, doch die Situation bleibt angespannt, auch aufgrund potenzieller Vergeltungsmaßnahmen seitens China. Die japanische Regierung befürchtet, China könnte den Export essenzieller Mineralien – wie Gallium und Graphit – stoppen respektive stark einschränken.

Die Verschärfung der Exportkontrollen „soll Schlupflöcher in den bestehenden Regelungen schließen und Beschränkungen ergänzen, die dem rasanten Fortschritt gerecht werden, den Huawei und andere chinesische Unternehmen in den letzten zwei Jahren in der Chipherstellung gemacht haben“, so die Financial Times. Japanische Unternehmen haben in letzter Zeit stark davon profitiert, dass sich chinesische Firmen ihnen zuwenden. Die drei großen Chiphersteller des Landes Tokyo Electron, Screen Holdings und Advantest haben bei der Bekanntgabe ihrer Ergebnisse für den Zeitraum April bis Juni allesamt ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach oben korrigiert, da die Nachfrage deutlich stärker ausfiel als erwartet. Ein Großteil der Nachfrage kommt derzeit aus China. Screen gab an, dass chinesische Unternehmen für 51 Prozent seines Umsatzes von April bis Juni verantwortlich waren. „Die chinesischen Käufe könnten die tatsächliche Nachfrage übersteigen“, was auf die nordamerikanischen Exportbeschränkungen für hochentwickelte Halbleiter nach China zurückzuführen sei, sagte Masato Goto, Senior Managing Executive Officer bei Screen.

Mögliche Vergeltungsmaßnahmen

Sollte China der Zugang zu Halbleitertechnologie abermals erschwert werden, könnten durchaus Vergeltungsmaßnahmen folgen. Die chinesische Regierung wies den Missbrauch von Exportkontrollen entschieden zurück und forderte die betroffenen Länder auf, die internationalen Wirtschafts- und Handelsregeln zu respektieren. „Wir werden die Entwicklungen genau beobachten und entschlossen die Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen verteidigen“, erklärte Liu Pengyu, Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington. Japan befürchtet, dass China als Reaktion Exportverbote für wichtige Mineralien wie Gallium und Graphit verhängen könnte. Gallium wird in der Halbleiterindustrie zur Herstellung von LEDs und in Solarzellen verwendet, während Graphit für die Produktion von Batterien und als Bestandteil in der Stahlherstellung unerlässlich ist. Ein solcher Schritt könnte dazu führen, dass japanische Unternehmen alternative Lieferanten suchen müssten, was durch bereits hohe Preise und mögliche weitere Preisanstiege erschwert wird. Mehrere japanische Firmen haben dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie ihre Besorgnis hinsichtlich der möglichen Auswirkungen solcher Preissteigerungen auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte geäußert. „Kunden benötigen verlässliche Lieferungen, und dies zu garantieren, wird zunehmend schwieriger“, sagte ein leitender Angestellter eines japanischen Handelshauses.

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