Huawei stiehlt Apple mit Tri-Fold-Smartphone die Show
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Huawei stiehlt Apple mit Tri-Fold-Smartphone die Show

Der chinesische Technologieriese Huawei Technologies hat am Dienstag mit dem neuen Mate XT ein dreifach faltbares Smartphone vorgestellt, mit dem das Unternehmen seine Führungsposition auf dem chinesischen Smartphone-Markt und der Welt weiter ausbauen will. Die Vorstellung des Smartphones, das Nutzer wie eine Ziehharmonika auf drei Arten falten können, fand während einer Einführungszeremonie im Technologiezentrum von Shenzhen statt. Nur wenige Stunden zuvor hatte Apple sein neuestes Modell, das iPhone 16, mit KI-Funktionen vorgestellt. Beide Smartphones sollen am 20. September auf den Markt kommen. Huawei unterstreicht mit seinem neuesten Produkt nach einer Reihe erfolgreicher Markteinführungen abermals seine Fähigkeit, die nordamerikanischen Sanktionen zu umgehen und seine Position gegenüber Apple in China zu stärken. Einige Verbraucher in China kritisieren das neue iPhone 16 wegen fehlender KI-Funktionen. Apple hat noch keinen KI-Partner für das iPhone 16 in China bekanntgegeben, und Apple Intelligence, die KI-Software des Unternehmens, wird erst im nächsten Jahr in chinesischer Sprache verfügbar sein. Im Gegensatz dazu bietet das neue Mate XT mit seinem KI-Assistenten gleich eine Reihe neuer KI-Funktionen.

„Heute bringen wir ein Produkt, das sich jeder vorstellen, aber nicht herstellen konnte. Unser Team hat fünf Jahre lang hart gearbeitet und nie aufgegeben“, sagte Huawei-Geschäftsführer Richard Yu bei der Präsentation. „Heute werden wir wieder einmal die Geschichte der Branche neu schreiben, indem wir Science-Fiction in die Realität umsetzen und eine neue Ära der faltbaren Geräte einläuten.“ Das neue Smartphone verfügt laut Yu über einen KI-Assistenten mit Funktionen zur Zusammenfassung, Übersetzung und Bearbeitung von Texten sowie KI-gestützte Bildbearbeitungsfunktionen. Das Mate XT ist in Rot und Schwarz erhältlich und hat ein 10.2 Zoll großes Display. Mit 3.6 Millimetern ist es nach Angaben des Unternehmens das dünnste faltbare Handy der Welt. Die Preise beginnen bei 19 999 Yuan (rund $2800) für 256 Gigabyte, Versionen mit mehr Speicher sind für 21 999 Yuan bis 23 999 Yuan erhältlich.

Huaweis Comeback

Mehr als vier Millionen Vorbestellungen sind für das Gerät laut der Website des Unternehmens bereits eingegangen – und das, obwohl der weltweite Absatz für faltbare Handys laut dem Marktforschungsunternehmen IDC im zweiten Quartal bei rund vier Millionen Stück lag. Somit reiht sich wohl auch dieser Launch in eine Serie erfolgreicher Produkteinführungen ein: Im vergangenen Jahr brachte Huawei das Mate 60 mit einem High-End-Chip auf den Markt. Das Gerät wurde von Experten intensiv auf den Prüfstand gestellt, um zu sehen, wie Huawei der Umstieg auf lokale Alternativen zu nordamerikanischen Chips gelang, nachdem die Exportspannungen mit den USA zunahmen. Im April dieses Jahres wurde dann die Pura-70-Serie vorgestellt, die bereits eine Minute nach ihrer Einführung ausverkauft war.

Huawei feierte in den letzten Jahren ein Comeback, nachdem die 2019 gestarteten Sanktionen das Unternehmen von Google, Android und nordamerikanischen Hochleistungschips abgeschnitten hatten. Ende 2020 brachen die weltweiten Smartphone-Exporte von Huawei um 41 Prozent ein, was beinahe das gesamte Smartphone-Geschäft des Unternehmens zerstörte. Das Unternehmen konnte sich jedoch schnell an die neuen Gegebenheiten anpassen und auf Alternativen zu nordamerikanischen Chips umstellen.

Apple mit Problemen bei KI-Einführung

Die KI-Funktionen des neuen iPhone 16, die der Apple-Konzern bei der Präsentation besonders hervorgehoben hat, sind zunächst nur in Englisch verfügbar. Eine chinesische Version soll erst 2025 erscheinen, da das KI-Paket Apple Intelligence noch auf die Freigabe durch die chinesische Regierung wartet. Diese Verzögerung sorgt für Unmut in China, wo viele Nutzer als besonders technikaffin gelten. Auf der Plattform Weibo schrieb ein Nutzer: „Warum sollte man ein iPhone 16 kaufen, wenn die KI-Funktionen nicht genutzt werden können?“ Ein weiterer User kommentierte: „Ohne KI, das größte Verkaufsargument, sollte es nur die Hälfte kosten.“ Apple hat auf dem chinesischen Markt, einem der wichtigsten des Unternehmens, mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Während der Gesamtmarkt wächst, sind die iPhone-Verkäufe zuletzt deutlich zurückgegangen. Erstmals seit vier Jahren gehörte Apple im letzten Quartal nicht mehr zu den fünf größten Smartphone-Herstellern in China. Im jüngsten Quartal ging der Gewinn in China im Jahresvergleich um sieben Prozent zurück. Die führenden Positionen im chinesischen Markt belegen inzwischen heimische Anbieter: Vivo und Oppo stehen auf Platz eins und drei, Honor auf Platz vier. Huawei machte einen bedeutenden Sprung und rangiert nun auf Platz zwei.

Man darf also gespannt sein, ob Huawei mit dem neuen Mate XT weitere Marktanteile im hart umkämpften chinesischen Markt gewinnen kann und ob Apples Verzögerung bei der Einführung von KI-Funktionen tatsächlich viele chinesische Konsumenten abschreckt. Auch in Europa kommt das iPhone 16 übrigens zunächst ohne die neuen KI-Funktionen auf den Markt. Wir analysieren die Apple-Aktie jedenfalls im Rahmen unseres US-Titans- sowie unseres TECH33-Pakets, inklusive lukrativer Einstiegsmöglichkeiten auf der Long- und auf der Short-Seite.

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