USA blockieren Export von AMD-Chips nach China
#Global Markets

USA blockieren Export von AMD-Chips nach China

Der nordamerikanische Chiphersteller Advanced Micro Devices (kurz: AMD) darf seinen speziell für den chinesischen Markt entwickelten KI-Chip nun doch nicht ins Reich der Mitte exportieren. Dies berichtete die Agentur Bloomberg News diese Woche unter Berufung auf Insider. Der Chip verfügt über eine geringere Leistung als jene, die AMD außerhalb Chinas vertreibt, und wurde speziell entwickelt, um die nordamerikanischen Exportbeschränkungen zu erfüllen respektive zu umgehen. Das Problem: Das Handelsministerium in den Vereinigten Staaten hält den Chip immer noch für zu leistungsfähig, um ihn ins ostasiatische Land zu verkaufen, und blockiert deshalb den Export. Die USA möchten Chinas Zugang zu hochmodernen Chips beschränken, um zu verhindern, dass diese für die Entwicklung autonomer Waffensysteme und KI-gestützter Militärgeräte verwendet werden.

Auch der AMD-Kokurrent Nvidia musste seine für China bestimmten KI-Chips mehrmals zurückstufen, um die immer strenger werdenden Auflagen der nordamerikanischen Behörden zu erfüllen. Ursprünglich waren die Exportregeln im Jahr 2022 in Kraft getreten, im vergangenen Oktober wurden sie dann aber erneut verschärft, um Chinas Zugang zu der Technologie weiter einzuschränken. Tatsächlich fand eine Forschungsgruppe der Georgetown University im Sommer 2022 heraus, dass fast alle KI-Chips, die das chinesische Militär in den vorangegangenen Monaten gekauft hatte, aus amerikanischer Produktion stammten. Nach der ursprünglichen Regelung entstanden schnell alternative Lieferketten, so dass die Chips weiterhin nach China gelangten.

AMD drängt auf den KI-Chip-Markt

Im Gegensatz zu Nvidia, das vor dem Verbot einen hohen Anteil von 90 Prozent am chinesischen Chipmarkt hatte, war die Präsenz von AMD im Reich der Mitte bisher deutlich geringer. Aus diesem Grund ließ das Unternehmen 2022 wohl auch verlauten, dass es nicht davon ausgehe, von der Regelung wesentlich betroffen zu sein. Allerdings drängt AMD gegenwärtig immer aggressiver in den KI-Chip-Sektor und hat im vergangenen Dezember die Produktreihe MI300 auf den Markt gebracht. Diese Chips helfen bei der Entwicklung von KI-Modellen durch Fütterung mit großen Datenmengen – eine Aufgabe, die „herkömmliche“ Chips deutlich schlechter bewältigen können. Das Unternehmen begründete das zunehmende Engagement mit starken Wachstumsprognosen für dieses Segment. So soll die KI-Chipindustrie laut AMD-Chefin Lisa Su zukünftig ein $400-Milliarden-Markt werden. Das auf den chinesischen Markt zugeschnittene Produkt trage die Bezeichnung MI309, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Für welche chinesischen Kunden AMD die Chips entwickelt hat, ist nicht bekannt.

Chinesische Technologieunternehmen, die wichtige Abnehmer nordamerikanischer KI-Chips waren, haben unterschiedlich auf die strengen Exportbestimmungen reagiert. Einige führende chinesische Konzerne wie Tencent sollen Berichten zufolge genügend fortschrittliche Chips von Nvidia gehortet haben, um die Fähigkeiten ihrer KI-Chatbots für "mindestens ein paar weitere Generationen" – also für ein bis zwei Jahre – zu trainieren. Huawei soll hingegen zusammen mit anderen inländischen Firmen seine eigenen Chips und Chipherstellungswerkzeuge entwickeln.

Übrigens: Während wir das Tencent-Wertpapier in unserem China-Titans-Paket neben 19 weiteren wirtschaftlichen Hochkarätern analysieren, zählen die Wertpapiere der Chip-Giganten AMD und Nvidia zu unserem TECH33-Aktienpaket.

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.