SynBiotic marschiert, Canopy Growth kämpft: Turbulenzen nach deutscher Cannabis-Legalisierung
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SynBiotic marschiert, Canopy Growth kämpft: Turbulenzen nach deutscher Cannabis-Legalisierung

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Simeon Koch

Cannabis wird in Deutschland ab April legal – das hat der Bundestag am vergangenen Freitag per Abstimmung beschlossen. 407 Abgeordnete stimmten für eine Zulassung zum freien Konsum, 226 lehnten ab. Nachdem die Entscheidung wegen aufbrandender Kritik und anhaltenden Kontroversen verschoben worden war, entsteht nun auch in Deutschland ein Milliardenmarkt für etablierte Tabakfirmen wie Philip Morris und aufstrebende Cannabis-Unternehmen wie SynBiotic. Während Gegner des Gesetzes in den letzten Wochen mehrfach Jugendschutz-Bedenken geäußert hatten, gab sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kurz vor der Abstimmung entschlossen: „Wir haben einen blühenden Schwarzmarkt, wir haben Begleitkriminalität, wir haben unsichere Produktbeimengungen, toxische Konzentrationen und wir haben einen großen Aufwand mit Drogenkriminalität“. Von einer Legalisierung verspreche man sich, diese Probleme zumindest in Teilen zu lösen, deshalb „holen wir Cannabis aus der Tabuzone“. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch durch den Bundesrat, das dürfte aber nur eine Formalität sein. Während die deutschen Länder vor Problemen bei der Umsetzung warnen, zeigen sich große Cannabis-Firmen optimistisch.

Nachfrage-Boost durch Millionen deutsche Cannabis-Fans

„Die lang erwartete Entkriminalisierung durch die deutsche Regierung ist ein wichtiger, positiver Schritt in Richtung breiter Legalisierung in Europa“, schrieb der milliardenschwere kanadische Cannabis-Produzent Curaleaf in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Bundestags, die „unzähligen Patienten, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind, Hoffnung“ gebe. Curaleafs Vorstandsvorsitzender Boris Jordan sprach von einem „möglichen Domino-Effekt durch Europas größte Wirtschaft“, der „nicht zu unterschätzen“ sei. Niklas Kouparinas, Vorstand des deutschen Cannabis-Unternehmens Bloomwell Group, sagte: „Der wichtigste Aspekt des Gesetzes betrifft den pharmazeutischen Markt und die Neubewertung von medizinischem Cannabis“, das bisher als Narkotikum galt, diesen Status nun aber abgibt. Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis werde nun „rasant und signifikant“ ansteigen, die Anzahl der damit behandelten Patienten könnte sich in Deutschland laut Kouparinas verzehnfachen: „Ärzte können Cannabis jetzt leichter verschreiben und auch die Preise werden sinken“. Ein von Deutschland ausgelöster Domino-Effekt ist übrigens gar nicht so unwahrscheinlich: Auf europäischer Ebene und in den USA wurde zuletzt laut über eine Cannabis-Legalisierung nachgedacht.

Für genau dieses Szenario bereitet sich Curaeaf, eine der größten Cannabis-Firmen des nordamerikanischen Marktes, schon seit Jahren vor, 2022 kaufte das Unternehmen den deutschen Konkurrenten Four 20 Pharma für rund $20 Millionen auf. Und das könnte sich demnächst lohnen: Laut Schätzungen konsumieren rund sieben Millionen Deutsche, also knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, regelmäßig Cannabis. Ab April wird es Erwachsenen erlaubt sein, bis zu drei Cannabis-Pflanzen selbst anzubauen. Öffentlich darf man künftig 25 Gramm Cannabis mit sich führen, zuhause ist der Besitz von 50 Gramm erlaubt. Nach Malta und Luxemburg ist Deutschland der dritte EU-Mitgliedsstaat seit 2021, der den privaten Cannabis-Konsum legalisiert. Die Kritik ebbt allerdings nicht ab: Zunächst monierte die deutsche Polizei, sie werde Schwierigkeiten haben, die neuen Regelungen durchzusetzen, auch einige Bundesländer sind noch skeptisch. Bayern etwa fordert von der Regierung, die Entscheidung zu überdenken und äußerte bereits in der Vergangenheit mehrfach Kritik an den Legalisierungsplänen. Burkhard Blienert, Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hält den eingeschlagenen Kurs aber für richtig: „Mit dem Selbstanbau wird die Nachfrage auf dem Schwarzmarkt drastisch einbrechen. Gegen das Kiffen helfen Verbote nicht weiter, und die derzeitige Kriminalisierung der Menschen hat nichts mit Gesundheitsschutz zu tun“.

 

Cannabis-Aktien mit Riesensprüngen und Potenzial

Die guten Nachrichten aus Deutschland sorgen auch auf dem Aktienmarkt für Euphorie, bei den großen Playern sind die Gefühle aber gemischt. Während sich die Aktie des deutschen Cannabis-Unternehmens SynBiotic im letzten Monat im Wert verdreifachte, haben die kanadischen Schwergewichte Canopy Growth und Aurora mit stärkerem Abgabedruck zu kämpfen. Um einem Ausschluss aus dem nordamerikanischen Technologie-Index Nasdaq entgegenzuwirken, führte Canopy Growth bereits im Dezember einen sogenannten Reverse Split durch. Bei einem klassischen Aktien-Split werden Wertpapiere, die hohe Preise erreichen, aufgeteilt, um den Handel für Kleinanleger zu erleichtern. Bei einem Reverse Split geht man den umgekehrten Weg: Aktien werden zusammengelegt, damit die einzelnen Anteile mehr wert sind. Canopy Growth ließ seine Aktien so im Verhältnis von 10:1 zusammenlegen, zehn Anteilsscheine wurden also zu einem. Ziel der Maßnahme war es, den Aktienkurs über $1 zu bringen. Aktien, die 100 Tage lang unterhalb dieser Marke notieren, werden von der Technologiebörse Nasdaq entfernt, was dem Handelsvolumen und auch der Popularität eines Wertpapiers schadet. Ähnliches plant nun auch Aurora Cannabis, dessen Aktie in den letzten Wochen ebenfalls in Turbulenzen geriet. Durch den strategischen Reverse Split konnte ein Delisting an der Nasdaq bei Canopy Growth verhindert werden, was positiv für Anleger zu werten ist.

Laut unserer Analyse dürfte bei Aurora Cannabis demnächst eine längere Korrekturbewegung abgeschlossen werden, der aktuelle Abwärtstrend sollte in den letzten Zügen liegen. Die bisherige Kursentwicklung deutet auf einen anschließenden Anstieg hin, der zunächst eine Verdopplung des aktuell im Bereich der $4.40 rangierenden Kurswerts erwirken sollte. Auch bei Canopy Growth hat die aktuelle Korrekturbewegung noch ein wenig Platz nach unten, gerade kämpft der Kurs mit einer relevanten Unterstützung. Für das Finale der momentanen Abverkäufe haben wir an unsere Abonnenten bereits eine konkrete Zielzone ausgegeben, die für Einstiege genutzt werden kann. Schließlich sind bei Canopy Growth in der nächsten Impulsbewegungen Preisziele im Bereich der $20 möglich, was einer Verfünffachung des derzeitigen Preises gleichkäme. Damit wäre gleichzeitig der Weg frei für die langfristige Impulsbewegung, die laut unserer Analyse das bisherige Allzeithoch überflügeln sollte. Voll in der Impulsbewegung befindet sich derweil der deutsche Cannabis-Spezialist SynBiotic: Allein seit Anfang Februar legte das Wertpapier um fast 400 Prozent zu, langfristig halten wir hier Kurse im Bereich der 100€ nicht für unwahrscheinlich. Um von den fulminanten Bewegungen in diesem jungen und aussichtsreichen Markt zu profitieren, senden wir unseren Abonnenten regelmäßig Einstiegs- und Handelssignale für konkrete Preisbereiche bei einigen der wichtigsten Aktien der Branche. Gerade jetzt, wo Deutschland eine Legalisierungswelle lostreten könnte, erscheint ein Investment im Cannabis-Sektor höchst interessant. Übrigens: Auch unser Phantom by HKCM beschäftigt sich in seinem gestrigen YouTube-Video mit dem Cannabis-Sektor. Schauen Sie doch mal vorbei!

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Simeon Koch

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