Schaufeln für den Goldrausch: Wie investiert man in Bitcoin-Mining?
#Rohstoffe und Energie

Schaufeln für den Goldrausch: Wie investiert man in Bitcoin-Mining?

Author

Simeon Koch

Donald Trump schrieb unlängst auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social: „Wir wollen dass alle verbleibenden Bitcoin IN DEN USA HERGESTELLT WERDEN!!!“ Über Trumps Verwendung von Satzzeichen lässt sich trefflich streiten – weniger zweifelhaft ist, dass der Bitcoin und sein Mining im Wahlkampf um die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten angekommen sind. Und nicht nur das: Die digitale Produktion der größten Kryptowährung wird immer mehr zum Politikum, bei dem sich die größten Industrienationen der Welt ein heißes Wettrennen liefern könnten. Von den 21 Millionen Bitcoin sind nämlich nicht mehr allzu viele abbaubar – nur noch gut eine Million BTC kann von Minern geschürft werden. Umso begehrter sind die letzten Bitcoin-Bestände, die Satoshi Nakamoto einst auf der Blockchain sperrte, um sie als Belohnung für Rechenleistung sukzessive auszuschütten. Seit Jahren entwickelt sich eine regelrechte Industrie um die Produktion des digitalen Goldes. Mittlerweile gibt es milliardenschwere Konzerne, die sich auf Bitcoin-Mining spezialisiert haben. Wenn die großen Miner das digitale Gold aus der Blockchain holen, können auch Kleinanleger profitieren. Denn die wichtigsten Player dieses Sektors sind an internationalen Börsen notiert.

Marathon und Riot: die Lieblinge von BlackRock

Mit gut $5.5 Milliarden Marktkapitalisierung ist Marathon Digital, welchen wir ab dem kommenden Montag, den 8. Juli, für Sie in unserem Minen-Paket analysieren, der weltgrößte börsengelistete Bitcoin-Miner. Marathon wurde bereits im Februar 2010 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Las Vegas und soll laut Onchain-Analysen mehr als 17 000 Bitcoin halten. Neben den eigenen Mining-Aktivitäten verkauft Marathon auch Technologie und Software an Dritte und berät andere Unternehmen der Branche. In den letzten Jahren arbeitete Marathon immer mehr auf die technologische Entwicklung digitaler Infrastruktur auf der Bitcoin-Blockchain, etwa von Side-Chains oder Mining Pools, in denen die Mining-Power von mehreren Anbietern gebündelt werden kann. Weltweit soll Marathon deutlich über 200 000 Mining-Computer verfügen, etwa in den US-Bundesstaaten Montana und North Dakota, wobei ein wachsender Anteil der notwendigen Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Vom Unternehmen selbst heißt es, man konvertiere „saubere, überflüssige oder unzureichend genutzte Energie in wirtschaftlichen Wert“. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, will Marathon sein Portfolio diversifizieren und künftig auch auf der Kaspa-Blockchain minen, die in den letzten Monaten trotz breiter Altcoin-Korrektur eine beeindruckende Rallye hingelegt hat. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Rekordumsatz von $387.5 Millionen – eine Steigerung von 229 Prozent im Vergleich zu 2022. Die Bitcoin-Produktion stieg gleichzeitig um beachtliche 172 Prozent.

Auf dem dritten Platz der globalen Miner-Charts rangiert Riot Platforms, ebenfalls Bestandteil unseres restrukturierten Minen-Pakets, ein Lokalrivale von Marathon Digital aus dem US-Bundesstaat Colorado. Ähnlich wie bei Marathon finden sich unter den Top-Aktionären von Riot die großen nordamerikanischen Vermögensverwalter BlackRock und Vanguard. Bei Riot hält Vanguard gute sieben Prozent aller Aktien im Gegenwert von $193 Millionen, bei Marathon sind es mehr als acht Prozent oder $475 Millionen. BlackRock kommt bei Marathon auf fast sechs Prozent der Anteile im Wert von $323 Millionen, bei Riot besitzen Larry Fink und Co. rund fünf Prozent im Gegenwert von etwa $134 Millionen. Riot Platforms selbst ist primär aufs Bitcoin-Mining spezialisiert und betreibt dafür deutlich über 110 000 Mining-Einheiten. Gleichzeitig stellt Riot Mining-Infrastruktur für institutionelle Kunden bereit, die ohne eigene Einrichtungen in die Branche einsteigen wollen. Weitere Einnahmequellen sind Rechenzentren und Stromverteilungsanlagen. Riot soll auf Cash-Reserven von über $700 Millionen sitzen und aktuell fast 9000 Bitcoin halten, was dem Mining-Unternehmen in den aktuellen Post-Halving-Turbulenzen zugutekommt. Aktuell versucht Riots, den Konkurrenten Bitfarms zu kaufen, an dem man bereits einen Anteil von gut 15 Prozent hält. Ein Übernahme-Angebot über $950 Millionen wurde von Bitfarms Ende Mai aber abgelehnt.

Bitfarms und Hut 8: KI und Code-Knacker

Das könnte auch daran liegen, dass der kanadische Mining-Konzern Bitfarms das Geld aktuell gar nicht so dringend braucht. Zwar schürfte das Unternehmen im Juni 51 Prozent weniger Bitcoin als noch ein Jahr zuvor, der kurzfristige Vergleich mit dem Vormonat Mai aber fiel mit einem Plus von 21 Prozent deutlich positiv aus. In den letzten vier Wochen akquirierte Bitfarms durchschnittlich 6.3 BTC pro Tag und erwirtschaftete damit jeweils einen Gegenwert von $384 000. Von Jahresbeginn bis zum 30. Juni hat Bitfarms laut eigenen Angaben 1557 Bitcoin geschürft, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 2520 gewesen. Der Unternehmenswert beläuft sich auf rund $1 Milliarde, damit ist Bitfarms der neuntgrößte Miner der Welt. Top-Aktionär ist Riot Platforms mit seinen gut 15 Prozent Aktienanteilen im Gegenwert von rund $140 Millionen, gefolgt vom Vermögensverwalter Invesco, der rund 3.5 Prozent im Wert von etwa $30 Millionen hält und ebenso wie BlackRock einen Bitcoin-ETF in den Vereinigten Staaten anbietet. Bitfarms Mining-Farmen laufen mit unternehmenseigener Elektrotechnik, internem Installationsservice und eigenen Reparaturzentren. Damit übernimmt das Unternehmen die wichtigsten Leistungen rund um das Kerngeschäft selbst. Während Riot und Marathon primär in den Vereinigten Staaten minen, hat Bitfarm seine elf Mining-Zentren darüber hinaus auf Kanada sowie die südamerikanischen Staaten Paraguay und Argentinien verteilt. Auch wegen dieser geografischen Diversifizierung war Riot stark an einer Übernahme interessiert.

Die Top-10 der größten börsennotierten Bitcoin-Miner wird vervollständigt von Hut 8, einem Computing-Anbieter aus Miami. Benannt ist das Unternehmen nach dem gleichnamigen Gebäude auf dem englischen Anwesen Bletchley Park, wo englische Wissenschaftler unter der Führung des berühmten Mathematikers Alan Turing im Zweiten Weltkrieg die deutsche Verschlüsselungsmaschine Enigma knackten. Dadurch konnten die Alliierten plötzlich sämtliche Funksprüche der Wehrmacht mitlesen, was ihnen maßgeblich zum Sieg über Hitler-Deutschland verhalf. Das Mining-Unternehmen aus Florida ist laut eigener Aussage „das erste Unternehmen, das an unseren Standorten eine Recheninfrastruktur betreibt, die Bitcoin schürft und unseren Unternehmenskunden Cloud-, Server- und High-Computing-Dienste zur Verfügung stellt“. Damit deckt Hut 8 ein breites Spektrum von digitalen Dienstleistungen ab, das besonders im KI-Zeitalter von großem Interesse für zahlreiche institutionelle Kunden ist. Erst kürzlich steckte die global tätige Investmentgesellschaft Coatue Management des bekannten amerikanischen Milliardärs Philippe Lafont $150 Millionen in Hut 8, um von der aufstrebenden KI-Infrastruktur zu profitieren. Hut 8 betreibt zehn Bitcoin-Mining-Farmen, fünf Rechenzentren und vier eigene Stromerzeugungsanlagen in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Wie investiert man in Bitcoin-Mining?

Wer in Bitcoin-Miner und vielversprechende Infrastruktur-Betreiber aus diesem Sektor investieren, sich aber nicht auf Einzelaktien einlassen will, könnte mit dem Bitcoin Miners ETF des Vermögensverwalters Valkyrie richtig liegen. Zur Analyse des ETFs gelangen Sie hier. Neben den vorgestellten Unternehmen umfasst der Fonds auch Größen wie den weltweit zweitgrößten börsennotierten Miner Cleanspark oder auch den Computerchip-Giganten Nvidia. Valkyrie gehört mittlerweile zur CoinShares-Group, dem führenden europäischen Anbieter von Krypto-ETFs, der seit Jahren digitale Assets an europäischen Börsen zugänglich macht. Unter dem Ticker BRRR wird auch in den Vereinigten Staaten ein Bitcoin-Spot-ETF von Valkyrie gehandelt. Der Miners ETF existiert seit Frühjahr 2022 und ist damit immer noch ein recht junges Anlageprodukt. Im volatilen Sektor der Bitcoin-Miner-Aktien verspricht der Valkyrie-Fonds relative Stabilität – auch hier handelt es sich aber um spekulative Werte, die vor allem risikofreudige Investoren ansprechen dürfen, auf der anderen Seite aber auch große Rendite erwirtschaften könnten. Schließlich gesellt sich zum stetig wachsenden Bitcoin nun auch die Künstliche Intelligenz als neue Einnahmequelle der Branche. Ab Anfang kommender Woche führen wir neben dem Miners ETF von Valkyrie auch Marathon Digital, Riot Platforms, Hut 8 und Bitfarm in unseren runderneuerten Minen-Analysen. Das Paket umfasst neben Bitcoin-Minern auch Bergbau-Aktien für die Edel- und Industriemetalle Gold, Kupfer und Silber.

Author

Simeon Koch

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.